Gesunde Ernährung

Shred-Diät: Kleine Mahlzeiten, großer Abnehmerfolg?

Bei der Shred-Diät sind große Portionen 6 Wochen lang vom Teller gestrichen. Stattdessen stehen viele kleine, gesunde Mahlzeiten über den Tag verteilt auf dem Speiseplan – das soll Heißhunger vorbeugen. Wer die Diät durchzieht, kann seine überschüssigen Pfunde quasi „schreddern“ und damit bis zu 2 Kleidergrößen verlieren. Wir verraten, wie die Diät funktioniert und ob Sie damit im Alltag wirklich dauerhaft abnehmen können.

Der US-amerikanische Arzt Dr. Ian K. Smith hat die Diät-Methode erfunden, die sich in den USA mittlerweile zu einem großen Abnehmtrend entwickelt hat. Sein Konzept beruht auf einem Mix aus gesunder Ernährung mit wenig Kalorien und viel Bewegung. Die Shred-Diät setzt außerdem auf kleine Essportionen in kurzen Zeitabständen. Das soll den Blutzuckerspiegel auf einem gleichmäßigen Niveau halten und so vor „Heißhungerattacken“ und dem Jo-jo-Effekt schützen.

So funktioniert die Shred-Diät

Grundsätzlich setzt die Diät-Methode auf viele kleine und kalorienarme Mahlzeiten und Snacks, die in kurzen, regelmäßigen Abständen von durchschnittlich zwei Stunden gegessen werden sollen. Die kurzen Pausen zwischen den einzelnen Portionen sorgen trotz weniger Kalorien für eine langanhaltende Sättigung. Zur Unterstützung der Diät sind außerdem rund 40 Minuten Sport pro Tag Pflicht. Eine bestimmte Sportart oder Trainingsform schreibt die Shred-Diät nicht vor – Diätteilnehmer sollen das machen, worauf sie Lust haben.

Die Shred-Diät ist in sechs unterschiedliche Phasen unterteilt, die jeweils eine Woche lang dauern. Jede Phase bzw. Woche steht unter einem Motto, das für den Diäterfolg verinnerlicht werden soll.

Woche 1: Aufbruch

Die erste Woche geht entspannt los. Zum Eingewöhnen sind jeden Tag vier kleine Mahlzeiten erlaubt, die am besten aus Obst, Gemüse, Fisch, magerem Fleisch oder Tofu bestehen. Kohlenhydrate aus Nudeln, Kartoffeln und Brot sollten nur in Maßen gegessen werden. Geeignet ist zum Beispiel ein Vollkornsandwich mit Putenschinken oder Räucherlachs.

Zwischen den vier Mahlzeiten sollten Pausen von drei bis vier Stunden liegen. Ansonsten liegt der Fokus in dieser Phase darauf, sich auch mental auf die Diät einzustellen. Diätteilnehmer sollen ihren Kühlschrank ausmisten, sich von schlechten Gewohnheiten trennen und kleine Trainingseinheiten in ihren Alltag einbinden, zum Beispiel 20 Kniebeugen jeden Abend.

Woche 2: Herausforderung

In der zweiten Woche startet die Phase der Herausforderung, denn jetzt sollen deutlich weniger Kalorien aufgenommen werden. Nun sind zwar vier Hauptmahlzeiten und drei Snacks täglich erlaubt, aber bei den Hauptmahlzeiten müssen zwei aus einer Suppe, einem Smoothie oder einem Eiweiß-Shake bestehen. Außerdem Lebensmittel aus Kohlehydraten weiterhin so gut wie möglich weglassen. Rohkost-Knabbereien (etwa Karotten mit Kräuterquark-Dip), eine Handvoll Nüsse oder ungesüßtes Popcorn sind gute Snacks für zwischendurch. Die Abstände zwischen den Mahlzeiten sollten ab jetzt nur rund zwei Stunden betragen.

Woche 3: Metamorphose

Das Motto der dritten Phase der Shred-Diät weist auf die kommenden Veränderungen im Körper hin. Der muss nämlich mit noch weniger Kalorien auskommen. Jetzt sollen drei der vier Hauptspeisen Smoothies, Eiweiß-Drinks oder Suppen sein. Wichtig ist, die Gerichte möglichst abwechslungsreich  und mit vielen verschiedenen Nährstoffen zu gestalten. Dann kann der Körper auch mit wenig Kalorien optimal arbeiten.

Ideen für entsprechende Mahlzeiten liefern zum Beispiel Kochbücher zur Shred-Diät, die extra für diese Diät konzipierte Rezepte enthalten.

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Woche 4: Aufschwung

In der vierten Woche dürfen Diätteilnehmer aufatmen. Zwei der vier Mahlzeiten können wieder kohlenhydratreiche Beilagen enthalten, zum Beispiel Reis oder Nudeln. Allerdings sollten die Kohlenhydrate nur in kleinen Portionen Schritt für Schritt wieder in den Speiseplan aufgenommen werden.

Shred-Diät

Bei der Shred-Diät sind nur kleine Portionen erlaubt. (c) Colourbox

Woche 5: Befreiung

Woche 5 leitet die Phase der Befreiung ein und unterscheidet sich bei der Ernährung nicht von der vorherigen Woche. Hinzu kommt jetzt, dass Diätteilnehmer noch mehr auf ihre alltäglichen Laster achten und versuchen sollen sich von diesen zu befreien. Giftstoffe wie Nikotin oder Alkohol sollten in dieser Phase komplett tabu sein.

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Woche 6: Triumph

In der sechsten Woche der Shred-Diät sind drei Mahlzeiten mit Kohlenhydraten erlaubt. Suppen oder Smoothies stehen nur noch einmal auf dem Speiseplan. Auf diese Art können sich Diätteilnehmer auch in den kommenden Monaten ernähren, um ihr neues Gewicht zu stabilisieren. Wer noch mehr abnehmen möchte, kann wieder mit der ersten Woche beginnen.

Vorteile der Shred-Diät

• Viele kleine Mahlzeiten und Snacks über den Tag verteilt machen satt und beugen Heißhungerattacken vor.
• Der Ernährungsplan ist abwechslungsreich und versorgt den Körper auch während der Diät mit wichtigen Vitaminen und Nährstoffen.
• Bewegung spielt eine wichtige Rolle.
• Unterschiedliche gestaltete Phasen verhindern, dass Langeweile aufkommt.
• Die Diät startet und endet gemäßigt, sodass der Körper genug Zeit zur Umgewöhnung erhält.
• Die langsam gesteigerte Kalorienzufuhr zum Ende der Diät kann den Jo-jo-Effekt verhindern.

Nachteile der Shred-Diät

• Wenig zeitliche Flexibilität, da die Abstände zwischen den Mahlzeiten strikt eingehalten werden sollen.
• Die vielen verschiedenen Gerichte erfordern eine lange Planung und insgesamt viel Zeit zum Kochen.
• Geringe Alltagstauglichkeit für alle, die berufstätig sind oder Familie haben
• Langfristig zu wenig Kalorien

Fazit

Das Abnehmen mit der Shred-Diät ist möglich. Allerdings ist nicht garantiert, dass Diätteilnehmer in der kurzen Zeit schon zwei Kleidergröße weniger haben. Die vorgeschriebene sportliche Aktivität von rund 40 Minuten pro Tag ist für viele nur schwer umsetzbar. Fraglich ist, ob die Shred-Diät ihr Erfolgsversprechen dann noch halten kann.

Als dauerhafte Form der Ernährung ist die Shred-Diät nicht geeignet. Sie macht insgesamt zu strenge Vorgaben, die im Alltag auf Dauer nur schwer umsetzbar sind. Auch allen, die nicht gerne selbst kochen und neue Rezepte probieren, ist sie auf lange Sicht nicht zu empfehlen. Was von ihr jedoch in die alltägliche Ernährung einfließen kann, ist die Grundidee einer kohlenhydratarmen und abwechslungsreichen Kost mit mehreren, eher kleinen Portionen.

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