Sodbrennen? Diese Hausmittel helfen am besten

Alternativmedizin & Naturheilkunde

Hausmittel gegen Sodbrennen

Hausmittel gegen Sodbrennen lindern das schmerzhafte Brennen in der Speiseröhre und helfen auch bei saurem Aufstoßen. Von Heilerde bis Kamillentee – die besten Hausmittel gegen Sodbrennen.

Sodbrennen macht sich in unterschiedlichen Situationen bemerkbar. Womöglich leiden Sie darunter, wenn Sie sich gestresst fühlen, fettige und stark gewürzte Speisen, üppige Portionen gegessen oder zu viel Alkohol getrunken haben. Ärzte kennen mehrere Faktoren, die den Magen reizen, aggressive Magensäure in der Speiseröhre aufsteigen lassen und Sodbrennen verursachen.

Das Sodbrennen ist zwar äußerst unangenehm, aber harmlos, wenn es nur gelegentlich auftritt. Hinter dem Brustbein entwickelt sich dann ein brennender Schmerz, der sich wie „Feuer“ in der Speiseröhre anfühlen kann. Dazu kommt oft saures Aufstoßen aus dem Magen. Natürliche Hausmittel gegen Sodbrennen lindern die unangenehmen Symptome. Sie können auch selbst einiges tun, um Sodbrennen gar nicht erst entstehen zu lassen. Ein gesunder Lebensstil und eine ausgewogene Ernährung zählen nämlich zu den besten Hausmitteln gegen Sodbrennen.

Achtung! Wenn Sie häufiger Sodbrennen haben, suchen Sie besser zunächst Ihren Arzt auf. Mit ihm können Sie besprechen, welche Therapie er für sinnvoll hält und welche Mittel Sie eventuell zusätzlich einsetzen können. Möglicherweise steckt eine Refluxkrankheit hinter Ihren Beschwerden, die Ärzte behandeln müssen.

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Was ist Sodbrennen?

Mit Sodbrennen befinden Sie sich in großer Gesellschaft. Das Brennen in der Speiseröhre gilt heute als regelrechte Volkskrankheit. Ungefähr jeder Fünfte in Deutschland leidet häufiger unter einem Rückfluss von saurem Magensaft in die Speiseröhre, dem sogenannten Reflux. Die aufsteigende Magensäure greift die empfindlichen Schleimhautzellen in der Speiseröhre an. Betroffene verspüren schmerzhafte Symptome wie Sodbrennen in Kombination mit saurem Aufstoßen. Dazu können ein Druckgefühl im Magen oder Magenschmerzen kommen.

Der Magensaft ist enorm wichtig, um die Nahrung zu zersetzen und gefährliche Mikroorganismen im Magen abzutöten. Während die Magenschleimhaut den Magen vor dem Angriff der aggressiven Säure schützt, ist die Speiseröhre der Magensäure schutzlos ausgeliefert – sie attackiert das empfindliche Gewebe.

Zwischen dem Magen und der Speiseröhre befindet sich ein Schließmuskel, der sogenannte Magenpförtner. Er sorgt normalerweise dafür, dass das Essen nur in eine Richtung rutscht, nämlich von oben nach unten in den Magen hinein. Dieses Ventil verschließt sich und verhindert so, dass der Prozess in die umgekehrte Richtung läuft und die Nahrung in die Speiseröhre zurück schwappt.

Auch wenn der Kontakt der Schleimhautzellen in der Speiseröhre mit der Säure meist nur kurz ist – die Berührung mit saurem Magensaft genügt, um einen brennenden, stechenden Schmerz auszulösen. Dieses schmerzhafte Brennen spüren Sie dann oft vom Oberbauch bis in den Hals hinauf.

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Mögliche Ursachen von Sodbrennen

Beim Sodbrennen sind zwei Hauptmechanismen am Werk: Die Funktion des Magenschließmuskels ist gestört. Er schließt nicht mehr richtig. Außerdem produziert der Magen zu viel Magensäure – meist als Folge des Lebensstils und einer ungünstigen Ernährung. Manchmal treten auch beide Faktoren in Kombination auf. Das führt dazu, dass Magensäure in der Speiseröhre aufsteigt und der Reflux die dortigen Schleimhäute  angreift. Hier die häufigen Ursachen von Sodbrennen:

  • Ungesunde Ernährung und ein anstrengender Lebensstil stecken oft hinter der Übersäuerung des Magens: Fettiges Essen, üppige Portionen, Alkohol, Kaffee, Rauchen, säurehaltige Nahrungsmittel oder Stress kurbeln die Magensäureproduktion an und lösen Sodbrennen aus.
  • Übergewicht, das den Druck im Bauchraum erhöht, schwächt den Magenschließmuskel und lässt den Mageninhalt aufsteigen.
  • Sodbrennen in der Schwangerschaft kommt gehäuft vor. Das Baby wird immer größer, drückt auf den Magen und erleichtert den Rückfluss von Mageninhalt. Nach der Geburt verschwindet das Sodbrennen meist von selbst wieder. Dann bleibt der Speisebrei wieder dort, wo er hingehört.
  • Auch das Alter oder die Einnahme von Medikamenten (Arzneien gegen Bluthochdruck oder Herzkrankheiten) schwächen den Muskel zwischen Magen und Speiseröhre – der Verschluss funktioniert nicht mehr ausreichend.
  • Manchmal ist ein Zwerchfellbruch die Ursache des Sodbrennens. Durch die Öffnung im Zwerchfell schiebt sich ein Teil des Magens in den Brustraum. Bei einem Zwerchfelldurchbruch wird der Verschluss des Muskels am Ende der Speiseröhre nicht mehr ausreichend unterstützt.
Schwangere Frau, die sich an die Brust langt.

Vor allem Schwangere leiden häufig unter Sodbrennen. (c) AntonioDiaz / Fotolia

Sodbrennen und saures Aufstoßen sind die wichtigsten Symptome der Refluxkrankheit. Sie liegt vor, wenn der Rückfluss des Mageninhaltes häufiger stattfindet, besonders stark ist und sich die Speiseröhre dadurch entzündet. Dann kommen weitere Beschwerden hinzu, zum Beispiel:

  • Schluckbeschwerden
  • Heiserkeit
  • Brennen im Rachen
  • übler Geschmack im Mund
  • Geräusche im Magen
  • Völlegefühl
  • Übelkeit und Erbrechen
  • langfristig: Zahnschäden aufgrund der Magensäure

Welches Hausmittel gegen Sodbrennen hilft!

Hausmittel gegen Sodbrennen helfen Ihnen bei akuten Beschwerden. Aber nicht jedes Mittel aus der Küche nützt gegen einen Reflux. Auch gibt es nicht „das eine“ Hausmittel, das bei allen gleichermaßen wirkt. Probieren Sie deshalb aus, welches Mittel aus der Hausapotheke bei Ihnen gegen Sodbrennen wirkt. Dafür brauchen Sie vermutlich ein wenig Geduld, Zeit und Experimentierfreude.

Wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit von Hausmitteln gegen Sodbrennen sind rar. Vielmehr beruht ihr Einsatz auf Erfahrungswerten und überlieferten Rezepten. Und manche Hausmittel gelten zwar als bewährt, gehören aber eher ins Reich der Mythen.

Hausmittel gegen Sodbrennen: Kartoffelsaft

Kartoffeln enthalten große Mengen an Stärke. Diese bindet die überschüssige Magensäure und lindert das Sodbrennen. Kartoffelsaft zählt zu den besten Hausmitteln gegen den brennenden Schmerz hinter dem Brustbein. Der Saft wirkt basisch, beruhigt und entsäuert:

  • Kaufen Sie rohe Kartoffeln und pressen Sie diese aus, am besten in einem Entsafter. Für den Kartoffelsaft können Sie die rohen Kartoffeln auch mit einer feinen Reibe zerkleinern und mit Wasser verdünnen. Trinken Sie aber keinesfalls zu große Mengen davon, denn der gepresste Saft roher Kartoffeln enthält giftiges Solanin. Entfernen Sie vor dem Auspressen die Schale und vor allem die grünen und keimenden Stellen der Kartoffeln. Hier befindet sich besonders viel Solanin. Als Faustregel gilt: Trinken Sie drei Wochen lang zweimal täglich vor den Mahlzeiten ein halbes Rotweinglas Kartoffelsaft.
  • Rohen Kartoffelsaft (Direktsaft) gibt es auch fertig zu kaufen in Apotheken, Drogerien, Reformhäusern oder im Internetversandhandel. Trinken Sie etwa ein halbes Glas Kartoffelsaft vor den Mahlzeiten in kleinen Schlucken.

Alternativ essen Sie ein Stück frisch gekochte Kartoffel oder Süßkartoffel als Sodbrennen-Hausmittel. Kartoffeln können ebenfalls die Magensäure neutralisieren. Manche empfehlen im Kampf gegen den Reflux, das Wasser der gekochten Kartoffeln zu trinken.

Hilft Milch als Hausmittel gegen Sodbrennen?

Milch gilt als das Hausmittel Nummer eins gegen Sodbrennen. Doch kann die weiße, kühle Flüssigkeit wirklich gegen Sodbrennen helfen? Experten sind sich bei der Antwort auf diese Frage uneinig: So schreibt der Berufsverband der Internisten, dass ein Glas Milch als Mittel gegen Sodbrennen hilft. Milch soll die aggressive Magensäure verdünnen, teilweise neutralisieren und so die schädliche Wirkung zumindest abmildern.

In einer Studie fanden Forscher jedoch heraus, dass Milch die Säure im Magen viel schlechter neutralisiert als ein Glas Wasser. Milch besitzt nämlich selbst einen leicht sauren pH-Wert und eignet sich damit weniger gut, um Säuren unschädlich zu machen. Vielmehr löste die Milch im Vergleich zum Wasser häufiger Sodbrennen aus. Vor allem Milch mit hohem Fettgehalt stimuliert die Magensäureproduktion. Etwas besser schneidet fettarme Milch ab. Besonders schlecht bei Sodbrennen scheint der Konsum von Joghurt zu sein. Er enthält viele Säuren und verursacht Sodbrennen genauso oft wie Säfte aus Zitrusfrüchten. Quark ist scheinbar ein Mittel, das gegen Sodbrennen helfen kann.

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Achtung bei Laktoseunverträglichkeit und Kuhmilchallergie

Viele Menschen vertragen den Milchzucker (Laktose) aus der Milch und Milchprodukten nicht. Sie leiden unter einer Milchzuckerunverträglichkeit oder Laktoseintoleranz. Nach dem Konsum von Milch bekommen sie verschiedenste Symptome, zum Beispiel Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall. Für sie kommt Milch als Mittel gegen Sodbrennen ohnehin nicht in Frage. Milch gegen Sodbrennen verbietet sich bei Menschen, die eine Kuhmilchallergie haben. Schon geringste Spuren von Milch lösen heftige allergische Symptome aus.

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Heilerde: braunes Pulver bändigt die Magensäure

Heilerde gilt als bewährtes Hausmittel gegen Sodbrennen. Sie wird aus einer bestimmten Lehmart, dem Löss, gewonnen. Das fein vermahlene Pulver besitzt die Fähigkeit, Giftstoffe, Fette und andere unerwünschte Substanzen im Körper zu binden. Heilerde besitzt zudem viele Mineralstoffe, zum Beispiel Silizium, Kalzium oder Eisen. Heilerde bindet überschüssige Säure und verschafft schnell Linderung bei akutem Sodbrennen. Auch bei Reizdarm (Reizdarmsyndrom), Reizmagen und säurebedingten Magenbeschwerden hilft das braune Pulver.

Heilerde gibt es in verschiedenen Zubereitungen, zum Beispiel als Pulver zum Anrühren mit Wasser, Kapseln oder Granulat. Die meisten Apotheken, Drogerien und Reformhäuser bieten Heilerde an. Auch im Internetversand können Sie Heilerde bestellen. Beachten Sie die Hinweise für die Zubereitung und Anwendung in der Packungsbeilage.

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Kräutertee: Klassisches Hausmittel gegen Sodbrennen

Der Klassiker gegen Sodbrennen ist Tee trinken. Hilfreich sind Kräutertees aus Heilpflanzen wie Kamille, Fenchel, Schafgarbe, Anis, Melisse, Kümmel oder Spitzwegerich. Kamillentee wirkt zum Beispiel entzündungshemmend und krampflösend. Es gibt fertige Teemischungen, die mehrere Pflanzenarten enthalten. Sie können die Mixturen aber auch aus Kräutern selbst herstellen. Kräutertee verdünnt und neutralisiert die überschüssige Magensäure. Außerdem spült die Flüssigkeit Reste der aufgestiegenen Magensäure aus der Speiseröhre in den Magen zurück. Zudem beruhigen die pflanzlichen Wirkstoffe den Magen.

  • Brühen Sie den Tee (z.B. Kamillentee) mit heißem Wasser auf und lassen Sie das Gebräu einige Minuten lang ziehen.
  • Trinken Sie den Tee nicht zu heiß, sondern lassen Sie ihn ein wenig abkühlen. Nehmen Sie den Tee in kleinen Schlucken zu sich.
  • Trinken Sie mehrere Tassen Kräutertee am Tag bei akutem Sodbrennen.
  • Eine Alternative zum Tee ist Wasser ohne Kohlensäure.

Achtung! Pfefferminztee ist nicht empfehlenswert bei Sodbrennen. Die Inhaltsstoffe der Minze reizen den Magen und verstärken das Sodbrennen.

Natron: Altbewährtes Hausmittel gegen Sodbrennen

Natron (chemisch Natriumhydrogencarbonat) setzen Menschen schon seit langem als Hausmittel gegen Sodbrennen ein. Es steckt zum Beispiel in ganz normalem Backpulver, einem Triebmittel fürs Backen. Das basische Natron reagiert mit der Magensäure und lässt aus dieser Wasser und Kohlendioxid entstehen.

  • Geben Sie einen Teelöffel Natron in ein Glas Leitungswasser oder stilles Wasser; rühren Sie gut um, damit sich das Pulver auflöst.
  • Trinken Sie die Natronlösung langsam und in kleinen Schlucken; die Wirkung sollte schnell einsetzen.

Nehmen Sie das Kaisernatron aber nicht zu oft und in hoher Dosierung ein. Das weiße Pulver besitzt einige unangenehme Nebenwirkungen: So bildet das entstehende Gas Kohlendioxid Blasen im Magen-Darm-Trakt. Und diese führen zu unangenehmen Blähungen. Außerdem erhöht sich möglicherweise die Magensäureproduktion, nachdem die Wirkung im Magen abgeklungen ist – ein Effekt, der bei Sodbrennen nicht wünschenswert ist. Bei häufiger Einnahme können Stoffwechselprobleme entstehen.

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Sodbrennen-Hausmittel: Wacholderbeeren

Wacholderbeeren sollen ein gutes Mittel im Kampf gegen das lästige Sodbrennen sein. Wacholderbeeren können Sie entweder als Tee genießen. Zerdrücken Sie dafür einen Teelöffel der Beeren in einer Tasse und übergießen Sie diese mit heißem Wasser. Lassen Sie den Tee etwa zehn Minuten ziehen. Alternativ kauen Sie einige Wacholderbeeren langsam im Mund. Aber Achtung: Schlucken Sie die Beeren auf keinen Fall hinunter. Wacholderbeeren enthalten ätherische Öle, die zu Bauchschmerzen und Übelkeit führen können. Beim Verzehr größerer Mengen entstehen möglicherweise Nieren- und Herzprobleme.

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Sellerie

Sellerie dämpft die Produktion der Magensäure und neutralisiert überschüssige Säure im Magensaft. Essen Sie Sellerie als Beilage oder Salat zu den Mahlzeiten. Das gilt vor allem, wenn fettige und schwere Speisen auf dem Teller liegen. Ansonsten hilft auch Sellerietee.

Sauerkraut oder Sauerkrautsaft

Mit einigen Gabeln Sauerkraut besänftigen Sie das schmerzhafte Brennen hinter dem Brustbein. Auch Sauerkrautsaft hat eine beruhigende Wirkung bei Sodbrennen. Er reguliert den pH-Wert im Magen und lindert das Sodbrennen. Essen Sie aber nicht zu viel rohes Sauerkraut, denn dies löst schmerzhafte und unangenehme Blähungen aus.

Nüsse, Mandeln und Kerne als Sodbrennen-Hausmittel

Kauen Sie bei akutem Sodbrennen langsam einige Nüsse (z.B. Haselnüsse, Cashewnüsse) oder Mandeln langsam zu einem Speisebrei und schlucken Sie diesen hinunter. Nüsse und Mandeln enthalten jedoch viel Fett. Das sollten Sie bedenken, wenn Sie größere Mengen konsumieren. Auf Dauer wäre das schlecht für Ihr Gewicht. Gute Hausmittel gegen Sodbrennen sind außerdem Sonnenblumenkerne oder Kürbiskerne. Auch diese kauen Sie langsam und schlucken den kernigen Brei hinunter.

Achtung! Diese Empfehlung ist nicht gut für Sie, wenn Sie auf Nüsse allergisch reagieren. Schon geringste Mengen genügen, um allergische Symptome zu verursachen, die lebensgefährlich werden können.

Leinsamen

Leinsamen hilft nicht nur bei Verstopfung und anderen Magen-Darm-Problemen, sondern auch bei Sodbrennen. Der Schleim aus Leinsamen und Wasser legt sich wie eine Schutzhülle auf die Magenwand und unterstützt so die natürliche Funktion des Magenschleims.

  • Kochen Sie einen Esslöffel Leinsamen mit 250 Millilitern Wasser auf.
  • Lassen Sie die Mischung etwa 30 Minuten leicht auf dem Herd köcheln.
  • Geben Sie die Mischung durch ein Sieb und fangen Sie den Schleim in einem geeigneten Gefäß auf.
  • Trinken Sie mehrmals am Tag einige Schlucke davon.

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Andere Lebensmittel gegen Sodbrennen

Folgende Nahrungsmittel sind bei Sodbrennen einen Versuch wert:

  • Bananen besitzen größere Mengen an Schleimstoffen, die eine Art Schutzmantel gegenüber der Magensäure bilden. Essen Sie eine Banane in kleinen Bissen und kauen sie gut.
  • Weißbrot oder trockenes Brot
  • Reis, Reiswaffeln
  • Haferflocken saugen die überschüssige Säure aus dem Magen auf.
  • Zwieback
  • Gurke mit Schale: Das Gemüse wirkt basisch und neutralisiert den pH-Wert im Magen. Essen Sie einfach einige Scheiben der Gurke.
  • Manche schwören darauf, stündlich ein kleines Stück Apfel mit Schale zu essen. Apfel neutralisiert die Magensäure.
  • Menschen mit Sodbrennen vertragen oft eiweißreiche, fettarme Lebensmittel besser, zum Beispiel Magermilchprodukte, mageres Fleisch oder Fisch. Gut sind auch die meisten pflanzlichen Lebensmittel, wenn Sie diese schonend zubereiten (z.B. Dämpfen, Dünsten).
  • Senf: Senföle besitzen basische Wirkung und lindern Sodbrennen: Nehmen Sie nach dem Essen einen Teelöffel milden (!) Senf zu sich.
  • Essig: Stellen Sie aus Wasser und Essig eine Lösung her und trinken Sie einige Schlucke davon. Essig stimuliert den Schließmuskel des Magens und regt ihn dazu an, sich zu schließen. Damit gelangt weniger Magensäure nach oben in die Speiseröhre.

Tipp! Essig und Senf probieren Sie besser zunächst in kleinen Mengen aus und beobachten, ob die Nahrungsmittel Ihnen helfen. Sonst testen Sie besser ein anderes Hausmittel gegen Sodbrennen.

Kaugummi kauen

Kauen Sie nach dem Essen zuckerfreien Kaugummi. Es gilt als gutes Hausmittel gegen Sodbrennen. Das Kaugummikauen kurbelt die Speichelproduktion an. Der Speichel befreit die Speiseröhre von aufgestiegener Magensäure und neutralisiert sie. Manche Menschen mit Sodbrennen vertragen keinen Pfefferminzkaugummi, weil er Menthol enthält. Wählen Sie in diesem Fall eine andere Kaugummisorte. Wichtig ist aber, dass der Kaugummi zuckerfrei ist – sonst steigt Ihr Risiko für die Volkskrankheit Karies.

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Rollkur: Sodbrennen von innen lindern

Eine Rollkur kann als Hausmittel helfen, wenn Sie häufiger Sodbrennen haben. Sie beruhigt die gereizte Magenschleimhaut. Mit einer Rollkur bewirken Sie, dass der Magen rundum mit der beruhigenden Flüssigkeit in Kontakt kommt. Und so funktioniert die Rollkur gegen Sodbrennen:

  • Trinken Sie auf nüchternen Magen eine geringe Menge Kartoffelsaft oder Kräutertee, zum Beispiel Kamillentee.
  • Legen Sie sich auf den Rücken und lassen Sie die Flüssigkeit etwa fünf Minuten lang auf den Magen einwirken.
  • Dann nehmen Sie wieder einige Schlucke des Getränks zu sich und legen Sie sich auf die rechte Seite.
  • Nach fünf Minuten trinken Sie erneut, legen Sie sich auf die linke Seite und lassen die Flüssigkeit einwirken.
  • Dann trinken nochmals und legen sich nun auf den Bauch.

So kommt die gesamte Magenschleimhaut mit der Flüssigkeit und den Wirkstoffen in Berührung. Wiederholen Sie die Rollkur täglich mindestens eine Woche lang. Dann sollte sich auch das Sodbrennen bessern. Achten Sie bei einer Rollkur auf eine möglichst stressfreie Umgebung und sorgen Sie für Entspannung, zum Beispiel mit Musik. Denn Stress kann ebenfalls Sodbrennen auslösen.

Hausmittel gegen Sodbrennen – Tipps für den Alltag

Ärzte kennen einige Tipps, mit denen Sie das Sodbrennen lindern oder schon im Ansatz vermeiden. Alle Maßnahmen zielen auf Ihren Lebensstil ab, der beim Sodbrennen eine wesentliche Rolle spielt. Möglicherweise können Sie Ihren Lebensstil etwas verändern, um das schmerzhafte Brennen und saure Aufstoßen zu verhindern.

Ernährung: Weg mit Lebensmitteln, die Sodbrennen verursachen

Es gibt einige Lebensmittel, die Sodbrennen auslösen oder verstärken können. Auf saure, süße, scharfe und sehr fetthaltige Speisen und Getränke reagiert der Magen sauer. Sie reizen die Magenschleimhaut und führen zu einer Übersäuerung des Magens. Um folgende Lebensmittel machen Sie besser einen Bogen, wenn Sie Sodbrennen haben:

  • Alkohol: Nehmen Sie keine zu großen Alkoholmengen zu sich, denn er wirkt reizend auf die Magenschleimhaut und kann Sodbrennen auslösen.
  • Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, schwarzer Tee, Cola
  • Kakao, Schokolade und andere Süßigkeiten
  • sehr zuckerhaltige Getränke wie Limonade, Eistee oder Energydrinks
  • kohlensäurehaltige Getränke, etwa Mineralwasser; steigen Sie auf stilles Wasser, Kräutertee oder Fruchtsaftschorlen mit stillem Wasser um
  • sehr kalte Getränke
  • Zitrusfrüchte wie Orangen, Grapefruit oder Zitronen, die viel Säure enthalten. Das Gleiche gilt auch für Fruchtsäfte, etwa Orangensaft
  • Speisen, die in Fett gebacken sind, zum Beispiel Krapfen oder Apfelküchle
  • Fertiggerichte, die oft viel Fett und Zucker enthalten
  • frittierte Speisen, etwa Pommes, Kroketten oder panierte Schnitzel
  • Mayonnaise (enthält viel Fett)
  • sehr fetthaltige Speisen wie fette Saucen mit Sahne oder fettes Fleisch (Speck, Wammerl etc.)
  • schwer verdauliche Lebensmittel wie Kohl (z.B. Wirsing, Weißkohl, Rotkohl) oder Hülsenfrüchte (z.B. Bohnen, Erbsen, Linsen)
  • frisches Brot
  • geräucherte Nahrungsmittel, zum Beispiel Schinken, Bacon, Salami, Cabanossi, Leberwurst
  • scharfe Gewürze
  • Pfefferminze (z.B. Tee, Kaugummi)

Tipp! Ernährungstagebuch führen

Im Alltag ist es allerdings nicht immer leicht, jenes Lebensmittel aufzuspüren, das Sodbrennen auslösen kann. Ein Nahrungsmittel-Check hilft Ihnen, Nahrungsmittel zu identifizieren, auf die der Magen sauer reagiert. Führen Sie am besten ein Tagebuch über alle Lebensmittel und Getränke, die Sie zu sich genommen haben. Notieren Sie zum Beispiel folgende Punkte:

  • Was haben Sie den gesamten Tag über gegessen und getrunken?
  • Zu welcher Uhrzeit haben Sie die Lebensmittel und Getränke zu sich genommen?
  • In welcher Menge haben Sie Getränke und Nahrungsmittel konsumiert?
  • Haben Sie entspannt oder hektisch unter Stress gegessen und getrunken?
  • Welche Symptome haben Sie nach der Nahrungsaufnahme verspürt?

Lassen Sie das Lebensmittel, das Sie als Sodbrennenauslöser im Verdacht haben, eine Zeit lang weg. Beobachten Sie dann, ob sich die Symptome bessern. Sie müssen ein wenig ausprobieren. Oft grenzt die Ursachensuche an detektivische Kleinarbeit. Wenn Sie ein Lebensmittel als Sodbrennen-Ursache entdeckt haben, streichen Sie es vom Speisezettel und suchen eine Alternative zu diesem. Ist zum Beispiel die Orange am Nachmittag am Sodbrennen schuld, steigen Sie auf einen Apfel oder eine Banane als Nachtisch um.

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Richtig essen: kleine Portionen statt üppiger Mahlzeiten

  • Essen Sie über den Tag verteilt lieber mehrere kleinere Mahlzeiten statt sich dreimal am Tag den Bauch vollzuschlagen. So können Sie Sodbrennen vorbeugen. Große Mahlzeiten füllen den Magen und dehnen ihn stark. Dann steigt der Druck auf den Magenschließmuskel und der Verschluss lockert sich vorübergehend. Außerdem produziert der Magen besonders viel Magensäure, um die Nahrung zu verdauen. Der Magensaft fließt unter diesen Bedingungen umso leichter in die Speiseröhre zurück. Gut sind bei Sodbrennen vier bis sechs Mahlzeiten über den Tag verteilt, die den Magen weniger strapazieren. Besonders beim Abendessen wählen Sie besser kleine Portionen.
  • Verzehren Sie leicht verdauliche Speisen, die den Magen weniger belasten. Beispiele sind Obst, Gemüse, Kartoffeln, Reis oder Nudeln. Ein üppiges Mahl, das zudem noch viel Fett und Zucker enthält, lässt den Magen viel eher streiken. Eine große Schweinshaxe mit Knödeln und fettiger Sauce ist bei Sodbrennen demnach nicht empfehlenswert.
  • Nehmen Sie sich Zeit fürs Essen und schlingen Sie es nicht hastig hinunter, wenn Sie Sodbrennen vorbeugen möchten. Ernährungsexperten raten, sich mindestens 20 Minuten für eine Mahlzeit zu nehmen. In der Hektik des Alltags ernähren sich viele heute aber mit Essen „to go“, also im Vorbeigehen. Wer sich mittags schnell eine große Pizza oder einen dick belegten Hamburger mit Pommes und Cola hineinstopft, steigert das Risiko für Sodbrennen.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Essen die richtige Temperatur besitzt. Es sollte nicht zu heiß, aber auch nicht zu kalt sein.
  • Kauen Sie die Speisen gut und genießen Sie das Essen, am besten in einer ruhigen, entspannten Atmosphäre. Denn Stress setzt wiederum dem Magen zu und fördert das Sodbrennen.
  • Nach dem Essen legen Sie sich auf keinen Fall hin, sondern unternehmen einen kleinen Verdauungsspaziergang. Denn Bewegung kurbelt die Darmtätigkeit an.

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Richtig schlafen als Hausmittel gegen Sodbrennen

  • Ärzte raten Patienten mit Sodbrennen, etwa drei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr zu essen. Sonst hat der Magen nachts enorm viel mit der Verdauung der Speisen zu tun.
  • Schlafen Sie mit hochgelagertem Oberkörper, weil dann der Mageninhalt weniger leicht in die Speiseröhre zurückfließen kann. Wenn möglich, stellen Sie das Kopfteil Ihres Betts etwas höher. Lässt es sich nicht verstellen, legen Sie ein zusätzliches Kissen beziehungsweise eine dicke Decke unter ihren Kopf.
  • Schlafen Sie auf der linken Seite. In dieser Position liegt der Magen niedriger als die Speiseröhre – der Mageninhalt steigt weniger leicht auf.

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Übergewicht? Abnehmen als Hausmittel gegen Sodbrennen

Übergewicht ist nicht nur in Deutschland, sondern weltweit ein wachsendes Thema. Aktuellen Zahlen zufolge sind hierzulande mehr als 50 Prozent der Frauen und gut 65 Prozent der Männer übergewichtig. Ihr Body-Mass-Index (BMI) beträgt mehr als 25. Eine steigende Zahl von Menschen leidet sogar unter Fettleibigkeit, der Adipositas. Sie beginnt bei einem BMI von 30 und darüber. Selbst viele Kinder und Jugendliche schleppen zu viele Kilos mit sich herum.

Übergewichtige Menschen leiden häufiger unter Sodbrennen als Normalgewichtige. Zwischen dem Speck auf Bauch, Hüften und Po und dem Sodbrennen gibt es also einen Zusammenhang. Die überflüssigen Pfunde üben Druck auf den Magen aus, der Magenpförtner schließt nicht mehr ausreichend und der Magensaft gerät schnell in Richtung Speiseröhre.

Als gutes Mittel gegen Sodbrennen gilt deshalb: Abnehmen! Am besten gelingt dies mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung und viel Bewegung. Gut geeignet fürs Abnehmen sind Ausdauersportarten wie Wandern, Joggen, Radfahren oder Schwimmen. Wer einige Pfunde verliert, senkt auch den Druck auf den Magen und löst vielleicht so sein Problem mit dem Sodbrennen. Ein gesundes Gewicht hat noch mehr positive Effekte. Es senkt zum Beispiel das Risiko für die Zuckerkrankheit Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und schont die Gelenke.

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Mehr Bewegung im Alltag

Die meisten Menschen sitzen zu viel im Alltag! Studien haben nachgewiesen, dass wir in Deutschland mehr als sieben Stunden pro Tag im Sitzen verbringen. Erst sitzen wir im Büro am Laptop oder PC, später zu Hause auf dem Sofa oder dem Sessel. Doch der permanente Bewegungsmangel kann krank machen. Es drohen Probleme mit der Verdauung, dem Rücken, Bewegungsapparat, Herz, Kreislauf oder dem Blutzucker. Beweg dich! So lautet deshalb der Ratschlag von Ärzten. Gut ist regelmäßiger Sport, aber auch mehr Bewegung im Alltag ist hilfreich. Einige Tipps:

  • Laufen Sie öfters zum Supermarkt, statt das Auto zu nehmen.
  • Steigen Sie Treppen und lassen Sie Aufzug und Rolltreppe links liegen.
  • Fahren Sie mit dem Rad zur Arbeit, statt das Auto, den Bus oder die Bahn zu nehmen.

Bewegung ist ganz allgemein ein guter Schutz vor Magen-Darm-Problemen. Und: Bewegung und Sport unterstützen Sie beim Abnehmen – und das wiederum ist ein gutes Hausmittel gegen Sodbrennen.

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Sodbrennen: Lockere Kleidung tragen

Auch wenn Sie abends in ein schickes Restaurant zum Essen gehen: Tragen Sie lockere, bequeme Kleidung, die den Bauchraum nicht einschnürt. Damit vermindern Sie den Druck auf die Bauchorgane und verhindern, dass Magensäure schneller aufsteigt. Lassen Sie enge Gürtel, Hosen, Blusen, Hemden oder eng taillierte Kleider besser im Schrank. Ansonsten hilft es kurzfristig, den Knopf und Reißverschluss von Hose oder Rock zu öffnen. Ein dauerhafter Ratschlag gegen Sodbrennen ist dies aber nicht.

Nicht rauchen

Rauchen schädigt den gesamten Körper: Die Giftstoffe aus dem Qualm greifen die Lunge, das Herz und sämtliche Gefäße an. Das ist bekannt. Viele wissen aber nicht, dass das Rauchen auch den Schließmuskel am Mageneingang leichter erschlaffen lässt. Funktioniert dieser Ventilschluss nicht mehr ausreichend, gelangt die Magensäure leichter in die Speiseröhre. Versuchen Sie also einen Rauchstopp. Er gelingt am besten mit einer Verhaltenstherapie und Nikotinersatzprodukten als Unterstützung.

Wer partout nicht vom Glimmstängel los kommt, sollte zumindest auf die Zigarette nach dem Essen verzichten. Denn hier wirken gleich mehrere Faktoren zusammen: Aufgrund der eingenommenen Mahlzeit verstärkt sich der Druck auf den Schließmuskel, das Rauchen lässt ihn erschlaffen und der Magen produziert erhöhte Mengen an Magensäure.

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Alkoholkonsum zügeln

Wenn Sie Alkohol trinken, hat das ebenfalls einen entspannenden Effekt auf den Schließmuskel des Magens. Zudem regt Alkohol die Produktion der Magensäure an. Daneben spielt auch die Wahl des alkoholischen Getränks bei Sodbrennen eine Rolle. Bier wirkt eher basisch, während Rotwein mit viel Gerbsäure oder kohlensäurehaltiger Sekt einen Säure verstärkenden Effekt haben. Behalten Sie also Ihren Alkoholkonsum gut im Auge, wenn Sie zu Sodbrennen neigen und dem Brennen in der Speiseröhre vorbeugen wollen.

Entspannung gegen Stress

Stress schlägt auf den Magen! Oder: Das stößt mir sauer auf! Diese Volksweisheiten hat wohl jeder schon einmal gehört. Und tatsächlich ist etwas dran: Bei Stress verkrampft sich die Magenmuskulatur und die Zellen produzieren verstärkt Magensäure. Damit gilt Stress als wichtige Ursache des Sodbrennens. Ganz vermeiden lässt sich Stress im Alltag und Beruf meist nicht. Die besten Tipps, wie Sie Stress in den Griff kriegen:

  • Achten Sie auf ausreichende Ruhepausen, in denen sich der Körper von den Strapazen erholen kann. Nehmen Sie sich regelmäßige Auszeiten im Alltag.
  • Frische Luft bläst den Stress weg. Machen Sie kurze Spaziergänge zwischendurch und atmen Sie tief durch. Auch Atemübungen sind ein gutes Mittel zur Stressbewältigung.
  • Hören Sie ruhige Musik oder legen Sie sich in die warme Badewanne. Beides gemeinsam sorgt für Entspannung pur.
  • Am besten erlernen Sie eine Entspannungstechnik. Gut sind Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Hilfreich bei Stress sind zudem Yoga, Tai Chi oder Qigong. Kurse bieten zum Beispiel Sportvereine oder Volkshochschulen. Eine Entspannungstechnik können Sie auch selbst über Videos im Internet, CDs oder Bücher erlernen. Sie brauchen allerdings ein wenig Geduld, bis Sie manche Übungen und Bewegungen „drauf“ haben. Wer sie beherrscht, kann Entspannungsübungen überall durchführen – im Büro, der U-Bahn oder zu Hause.

>> 101 Tipps für weniger Stress

Wenn Hausmittel gegen Sodbrennen nicht helfen – wann zum Arzt?

Wer nur gelegentlich Sodbrennen hat, muss sich nicht gleich Sorgen machen. Es ist harmlos und verschwindet meist von selbst wieder. In diesem Fall bekommen Sie das Sodbrennen mit Hausmitteln und einer Umstellung der Ernährung und Lebensweise meist in den Griff.

Gelingt es nicht, den Rückfluss von Mageninhalt zu bremsen, scheuen Sie den Arztbesuch nicht. Denn auf Dauer greift die ätzende Magensäure die Speiseröhre an, löst Entzündungen und Schmerzen aus und verursacht schwerere Schäden.

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn das Sodbrennen …

  • … nicht nur gelegentlich auftritt, sondern mehrmals pro Woche wiederkehrt.
  • … nicht wieder von selbst verschwindet und länger als zwei Wochen anhält.
  • … sich nicht mit Hausmitteln und durch einen veränderten Lebensstil bessern lässt.
  • … Ihre Lebensqualität entscheidend beeinträchtigt, weil Sie das Essen und Trinken nicht mehr genießen können.

Medikamente gegen Sodbrennen

Hinter dem häufigen und starken Sodbrennen könnte eine Refluxkrankheit stecken, die einer Behandlung bedürfen. Gegen Sodbrennen gibt es wirksame Medikamente.

  • Häufig eingesetzte Wirkstoffe in der Behandlung von Sodbrennen sind sogenannte Protonenpumpenhemmer, welche die Magensäureproduktion drosseln. Sie heißen auch Säurehemmer oder Säureblocker. Niedrig dosierte Präparate sind mittlerweile rezeptfrei in der Apotheke oder im Internetversandhandel erhältlich. Häufig eingesetzte Wirkstoffstoffe gegen Sodbrennen sind Omeprazol und Pantoprazol.
  • H2-Rezeptorblocker sind dagegen Medikamente, die an der Ausschüttung der Magensäure ansetzen und diese bremsen.
  • Medikamente aus der Gruppe der Antazida können die Magensäure neutralisieren.

Bevor Sie bei gelegentlichem Sodbrennen zu Medikamenten greifen, versuchen Sie es mit einer Umstellung der Ernährung, Ihres Lebensstils und Hausmitteln gegen Sodbrennen. Vielleicht brauchen Sie ein wenig Geduld, bis Sie das richtige Hausmittel gegen Sodbrennen gefunden haben. Die meisten fühlen sich im Anschluss besser und können das Essen und Trinken wieder in vollen Zügen genießen.


Magen & Darm Spezial


Quellen:

  • S2k-Leitlinie der Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS): „Gastroösophageale Refluxkrankheit“, Stand: Mai 2014
  • Berufsverband Deutscher Internisten e.V., Internisten im Netz (Abruf: 11.1.2018)
  • Gastro-Liga e.V. “Ratgeber Sodbrennen“
  • Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, www.vis.bayern.de
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG), Sodbrennen und Refluxkrankheit (Abruf: 11.1.2018)
  • Schaufler, Miriam: „Gesundheitsratgeber Sodbrennen. Beschwerden im Griff. Das können Sie selbst tun“. Humboldt Verlag,
  • Machens, Roman und Eydt, Christoph: „Generation Sodbrennen. Ein Volk stößt auf“. CBX-Verlag, 2015
  • Pfahl, Mary: „Der große Hausmittel Ratgeber. 70 einfache Hausmittel gegen verschiedene Beschwerden“, Selbstverlag, 2015