Magen & Darm

Sodbrennen: Hausmittel und Tipps

Bei manchen Menschen brennt es ständig – und zwar im Magen. Etwas ein Drittel aller Deutschen leidet darunter. Hoffentlich nicht, ohne etwas dagegen zu unternehmen. Denn es gibt viel, was den Brandherd im Bauch verhindert oder zumindest löscht. 

Verdauungsstörungen gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen. Dazu zählt Sodbrennen, das durch in die Speiseröhre zurückfließende Magensäure verursacht wird. Eine Ernährungsumstellung und ein Wandel des Lebensstils sind wirksame Maßnahmen gegen Sodbrennen. Die Beschwerden lassen sich zudem mit Medikamenten effektiv behandeln.

Das passiert während der Verdauung

Sodbrennen ist eine Störung des normalen Verdauungsprozesses, der im Magen und im ersten Teil des Verdauungssystems stattfindet.

Beim Essen setzt der Magen zwei Arten von Flüssigkeiten frei:

  • Magenenzyme, die zur Aufspaltung der Nahrung benötigt werden
  • Magensäure, die für die Unterstützung der Funktion der Enzyme benötigt wird

Säure ist bekanntlich ein Reizstoff. Der Magen verträgt jedoch aufgrund der speziellen Schleimhautzellen an den Magenwänden seine eigenen sauren Sekrete.

Manchmal entweichen die säurehaltigen Mageninhalte jedoch und drängen zurück und nach oben in die Speiseröhre (Ösophagus). Dieser Vorgang nennt sich Säurereflux. Die Speiseröhre ist nicht mit denselben besonderen Zellen wie der Magen ausgekleidet, sodass die Magensäure die Schleimhäute angreift und zu Entzündungen und Schmerzen führen kann.

Sodbrennen – was sind die Auslöser?

Säurereflux und Sodbrennen treten eher auf, wenn Sie

  • zu viel gegessen haben: Ein übervoller Magen kann „auslaufen“, sodass die säurehaltigen Inhalte zurück in die Speiseröhre fließen (Reflux).
  • bestimmte Nahrungsmittel zu sich genommen haben: Fettige oder scharfe Speisen können die Symptome verschlimmern.
  • sich bücken oder hinlegen: Beim Bücken und Liegen wirkt die Schwerkraft. Denn wenn Sie stehen, liegt das untere Ende der Speiseröhre über dem Magen, wodurch das Auftreten von Säurereflux erschwert wird.
  • übergewichtig sind: Dadurch erhöht sich der Druck im Inneren der Bauchhöhle, wodurch eher Nahrung in die Speiseröhre hinauf gedrückt wird.
  • schwanger sind: Sodbrennen zählt zu den häufigsten Beschwerden im letzten Drittel einer Schwangerschaft. Grund hierfür ist der vom ungeborenen Baby ausgeübte erhöhte Druck im Bauchinneren. Der Mechanismus ist derselbe wie bei Übergewicht.
  • an bestimmten Erkrankungen leiden: Dazu zählen die Hiatushernie (Zwerchfellbruch) und ein Versagen des Schließmuskels der Speiseröhre.

Sodbrennen – was sind typische Beschwerden?

Folgende Beschwerden werden bei Sodbrennen häufig genannt:

  • saures Aufstoßen
  • Schmerzen hinter dem Brustbein
  • Magenbeschwerden wie Magendruck und Magenschmerzen

Wenn Sodbrennen länger anhält, treten weitere Symptome auf, z. B.:

Sodbrennen vorbeugen

Mit folgenden Maßnahmen können Sie Sodbrennen vorbeugen bzw. den Schweregrad des Sodbrennens lindern.

  • Zeit zum Essen: Nehmen Sie sich beim Essen Zeit und kauen Sie Ihre Nahrung gut. So verbleibt Ihre Nahrung nicht so lange im Magen.
  • Ernährung anpassen: Meiden Sie Speisen, die Sodbrennen auslösen können. Dazu zählen Speisen, die viel Fett, viele Gewürze und viel Säure enthalten, beispielsweise Zitrusfrüchte, Ananas, Fruchtsäfte, scharfe Gewürze wie Pfeffer oder Chili, Hülsenfrüchte, Pfefferminze, frisches Brot und Räucherwaren.
  • Kohlensäure meiden: Trinken Sie keine kohlensäurehaltigen Getränke, da sie den Druck im Inneren des Magens erhöhen.
  • Weniger ist mehr: Essen Sie kleinere Mahlzeiten.
  • Aufrecht stehen: Vermeiden Sie es, sich nach einer Mahlzeit zu bücken.
  • Erhöht schlafen: Schlafen Sie auf dem Rücken und lagern Sie Kopf und Schultern auf einem, wenn nicht sogar zwei Kissen.
  • Abnehmen: Wenn Sie übergewichtig sind, sollten Sie daran arbeiten, Ihr Gewicht zu reduzieren.
  • Glimmstengel reduzieren: Rauchen verschlimmert häufig den Säurereflux. Beschränken Sie also die Anzahl der täglichen Zigaretten – oder hören Sie besser ganz auf.

Pflanzliche und natürliche Mittel bei Sodbrennen

Häufig handelt es sich bei Sodbrennen um eine einmalige Angelegenheit, die sich nicht wiederholt. Meist verschwindet es schnell wieder, wenn Sie einige einfache Änderungen in Ihrer Ernährung und Ihrem Lebensstil umsetzen.

Einige Heilpflanzen sind bewährte Hausmittel gegen Sodbrennen. Als Tee getrunken bekämpfen sie die Symptome einer Magenverstimmung, indem sie den Magen dabei unterstützen, die Nahrung besser zu verdauen. Zu den Heilpflanzen, die bei Sodbrennen helfen, zählen:

  • Fenchel
  • Kamille
  • Anis
  • Kümmel
  • Schafgarbe
  • Spitzwegerich

Verschreibungspflichtige Medikamente bei Sodbrennen

Ihr Arzt verschreibt Ihnen eventuell bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Verdauungsstörungen, wie etwa Antazida, H2‑Blocker und Protonenpumpenhemmer.

Holen Sie ärztlichen Rat ein, falls die Symptome sich verschlimmern und Sie stark belasten oder sich die Symptome trotz Behandlung nicht bessern. Wenn Sie Blut in Ihrem Stuhl oder im Erbrochenen bemerken, müssen Sie umgehend einen Arzt aufsuchen.

Mehr zu neuen Therapien können Sie in dem Artikel „Neue Therapieansätze bei Sodbrennen“ der Stuttgarter Zeitung nachlesen (Abruf 11.09.2015).

Sodbrennen – wann sollte ich zum Arzt gehen?

Da die Speiseröhre in der Nähe des Herzens liegt, wird der Ursprung der Schmerzen bei Sodbrennen manchmal fälschlicherweise im Herzen vermutet – wie etwa bei einem Herzinfarkt oder Angina pectoris. Deswegen bezeichnet man Sodbrennen im englischen Sprachraum auch als heartburn (wörtlich „Herzbrennen“).

Gefährlich wird es, wenn Herzschmerzen mit Verdauungsstörungen verwechselt werden. Wenn Ihre Symptome also schwerwiegend und hartnäckig sind oder von Atemproblemen und Schmerzen in beiden Armen begleitet werden, sollten Sie unbedingt einen Arzt konsultieren.


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