Ständige Müdigkeit im Winter: Ursachen und Tipps

Herz, Kreislauf & Stoffwechsel

Ständige Müdigkeit im Winter: Ursachen und Tipps

Alle Jahre wieder werden wir im Winter von einer großen Müdigkeit eingeholt. Aber wieso eigentlich? Und was können wir dagegen tun?

Zugvögel fliegen im Winter einfach in wärmere Gefilde, Igel halten Winterschlaf, und Fische verfallen gleich bis zum Frühjahr in eine Winterstarre. Uns Menschen ist das leider nicht vergönnt, und so versuchen wir, der Müdigkeit zu trotzen und auf ein baldiges Ende der kalten Jahreszeit zu hoffen. Aber warum sind wir eigentlich im Winter häufiger müde als sonst? Wir verraten es Ihnen und liefern gleich ein paar Tipps mit, die Ihnen dabei helfen, wieder wach zu werden.

Warum sind wir im Winter ständig müde?

Die Herbst- und Wintermonate bilden aufgrund der kürzeren Tage die sogenannte „dunkle Jahreszeit“. Und genau hier liegt der Hauptgrund dafür, dass wir ständig müde sind: Uns fehlt schlichtweg das Tageslicht bzw. die Sonne. Die UV-Strahlen stimulieren nämlich die Produktion von Hormonen wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin. Sie besitzen allesamt eine stimmungsaufhellende Wirkung und werden daher auch als „Glückshormone“ bezeichnet.

In der Dunkelheit dagegen wird vor allem Melatonin ausgeschüttet. Es steuert unseren Schlaf-Wach-Rhythmus und macht uns schläfrig. Daher auch der Name „Schlafhormon“. Es hat uns im Winter fest im Griff und sorgt dafür, dass so mancher in eine regelrechte Winterdepression verfällt. Man spricht dabei offiziell von SAD, einer „Saisonal-Abhängigen-Depression“.

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Sonnenstrahlen bescheren uns neben den Glückshormonen und dem lebenswichtigen Vitamin D vor allem eins: Wärme. Auch die ist im Winter folglich Mangelware. Der ständigen Kälte zu trotzen ist anstrengend für unseren Körper. Die trockene Heizungsluft in den Innenräumen allerdings sorgt ebenso für Schläfrigkeit, genauso wie der große Temperaturunterschied zwischen draußen und drinnen.

Aber auch die Ernährung spielt eine Rolle bei unserer ständigen Müdigkeit im Winter. Denn nicht nur an Weihnachten essen wir gerne süß, gehaltvoll und fettig. Wir brauchen in der kalten Jahreszeit einfach mehr Energie – also Kalorien –, um unsere Körpertemperatur aufrecht zu erhalten. Nur ist unser Körper nach jeder schweren Mahlzeit so sehr damit beschäftigt, zu verdauen, dass das Gehirn und die anderen Organe mit weniger Blut versorgt werden. Die Folge auch hier: Wir werden müde.

Vitamin D hilft gegen Müdigkeit

Mit frischer Luft, Bewegung und Licht gegen die Wintermüdigkeit. (c) Colourbox

Was können wir gegen die Müdigkeit im Winter tun?

Es gibt einiges, das Sie tun können, um in der dunklen Jahreszeit neue Energie zu schöpfen:

  • Tanken Sie mindestens 15 Minuten am Tag Licht, am besten im Freien. Um die Mittagszeit ist das Licht am stärksten. Selbst wenn die Sonne nicht scheint, wird die Serotonin-Produktion angeregt. Auch das künstliche Licht sogenannter Tageslichtlampen kann eine kleine Winterdepression gut behandeln. Es strahlt „kaltweißes“ Licht aus, das belebend auf uns wirkt.
  • Gehen Sie regelmäßig an der frischen Luft spazieren, am besten täglich. Optimal wäre es, wenn Sie obendrein noch dreimal in der Woche Ausdauersport wie Joggen, Fahrradfahren oder Nordic Walking betreiben. Denn Sport kann den Serotoninspiegel erhöhen.
  • Heizen Sie Räume nicht zu stark und lassen Sie regelmäßig frische Luft herein. Am besten ist Stoßlüften.
  • Achten Sie auf eine gesunde Ernährung. Besonders der Mineralstoff Magnesium sorgt für Energie. Er ist unter anderen in Bananen, Nüssen, Beeren, Milch- und Vollkornprodukten enthalten. Aber auch Vitamine in Obst und Gemüse sind wichtig, um dem sonst oft schweren Essen im Winter entgegenzuwirken.
  • Bringen Sie Farbe in den tristen Alltag, egal ob über Ihre Kleidung oder Wohnaccessoires wie eine bunte Tagesdecke. Denn sonnige Farben können die Stimmung aufhellen.

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