Hals, Nase & Ohren

Stirnhöhlenentzündung: Erkennen und behandeln

Die Nase läuft, der Schädel pocht: Manchmal ist es einfach nur eine Erkältung. Sie könnten sich aber auch eine Stirnhöhlenentzündung eingefangen haben.

Die Stirnhöhlenentzündung (Sinusitis frontalis) ist wie die Kieferhöhlenentzündung eine Form der Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis). In einigen Fällen entsteht sie infolge eines Heuschnupfens oder auch aufgrund von Verengungen in der Nasenhöhle, etwa durch Polypen. Meistens beginnt eine Stirnhöhlenentzündung jedoch mit einem Schnupfen.

So entsteht eine Sinusitis

Bei einem Schnupfen gelangen Erreger in die Nase, die Nasenschleimhaut entzündet sich und schwillt an. Gleichzeitig produziert sie vermehrt Flüssigkeit, um die Keime wieder loszuwerden. Und zwar so viel, dass das Sekret die Verbindung zwischen Nasen- und Stirnhöhlen verstopft. Für Erreger ein Paradies! Die Folge: Auch hier entzündet sich die Schleimhaut, die Stirnhöhlenentzündung ist nicht mehr aufzuhalten.
Eine Stirnhöhlenentzündung kann chronisch oder akut verlaufen. Eine chronische Sinusitis frontalis dauert länger als 12 Wochen an. Auch wenn sie häufiger als vier Mal pro Jahr auftritt, spricht man von einer chronischen Erkrankung. Die Symptome sind bei ihr normalerweise nicht so stark ausgeprägt wie bei einer akuten Stirnhöhlenentzündung, die höchstens 12 Wochen andauert. Wie verraten Ihnen, woran Sie eine Stirnhöhlenentzündung erkennen, wie Sie sie loswerden und wie Sie ihr vorbeugen können.

Symptome einer Stirnhöhlenentzündung

Das Hauptsymptom einer Stirnhöhlenentzündung ist ein pulsierender Druckschmerz in der Stirn, der bis hinter die Augen ausstrahlen kann. Wenn Sie sich vorbeugen, husten oder niesen, wird der Druck meist stärker und pochender. Da die Erkrankung häufig im Zusammenhang mit einer Erkältung auftritt, leiden Betroffene in der Regel zusätzlich unter typischen Erkältungssymptomen wie Müdigkeit, Schwindelgefühlen, Appetitlosigkeit sowie Ohren- und Halsschmerzen oder Husten. Typisch für eine Stirnhöhlenentzündung ist auch, dass man kaum etwas riecht oder schmeckt. Kein Wunder, das Geruchsorgan ist weitgehend dicht. Das schließt allerdings nicht aus, dass bei stärkerer Ausprägung der Stirnhöhlenentzündung ein eitriger Ausfluss aus der Nase läuft.

So werden Sie die Stirnhöhlenentzündung wieder los

Wenn Sie typische Symptome einer Stirnhöhlenentzündung haben, sollten Sie einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. Er kann die genaue Ursache feststellen und die richtige Therapie einleiten. Es gibt unterschiedliche Mittel und Methoden, um gegen eine Sinusitis frontalis vorzugehen:

Nasenspray hilft beim Abschwellen.

Nasenspray kann helfen, sollte aber nur kurz verwendet werden. (c) Colourbox

  • Bei einer chronischen Entzündung infolge von Polypen etwa können kortisonhaltige Sprays helfen, im schlimmsten Fall muss man die Polypen operativ entfernen.
  • Bei einer Stirnhöhlenentzündung durch Heuschnupfen wird der Arzt versuchen, die Allergie einzudämmen.
  • Antibiotika sind bei einer Stirnhöhlenentzündung eher nutzlos, da sie in der Regel nicht mit Bakterien, sondern mit viralen Infekten zusammenhängt.
  • Sinnvoll sind dagegen pflanzliche Schleimlöser, die das Sekret in der Nase flüssig machen, Keime abtöten und Entzündungen lindern.
  • Belüften: Wichtig ist bei einer akuten Stirnhöhlenentzündung, dass man die Stirnhöhlen von dem festsitzenden Schleim befreit. Das gelingt am besten mit Sprays oder Nasentropfen. Aber beachten Sie, dass bei dieser Art von Medikamenten eine Gefahr der Gewöhnung und Abhängigkeit besteht. Daher sollten Sie sie nicht länger als eine Woche verwenden.
  • Nase spülen und duschen mit Kochsalzlösung: Dadurch kann die Nasenschleimhaut abschwellen, das Sekret fließt leichter ab und damit auch die Keime.
  • Oder Sie inhalieren mit Wasserdampf, auch das sorgt dafür, dass das festsitzende Sekret aus den Hohlräumen besser abläuft. Vorher sollten Sie aber abschwellendes Spray anwenden, damit die Nasenöffnungen etwas erweitert sind. Sie können zum Inhalieren einfach nur heißes Wasser verwenden, aber auch Salz dazugeben oder andere Zusätze verwenden. Dafür eignen sich Kamille, Minze, Eukalyptus, Thymian und viele andere Kräuter.

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So beugen Sie einer Stirnhöhlenentzündung vor

Gerade in der kalten Jahreszeit trocknet die Nasenschleimhaut schnell aus, einerseits durch die frostigen Temperaturen draußen, andererseits durch die trockene Heizungsluft drinnen. Deshalb sollten Sie sie regelmäßig befeuchten, um einem Schnupfen und Nebenhöhlenentzündungen vorzubeugen. Das können Sie tun, indem Sie viel trinken, bevorzugt Kräutertees oder Wasser. Auch Nasensprays mit Kochsalzlösung sowie das Inhalieren mit Wasserdampf sind sinnvoll. Außerdem sollten Sie dafür sorgen, dass in beheizten Räumen die Luftfeuchtigkeit stimmt. In Wohn- und Schlafräumen werden 40% – 60% empfohlen.

Und wer hätte es gedacht: Auch Naseputzen will gelernt sein. Wenn sie sich kräftig schnäuzen, verengt sich die Öffnung der Nase, es entsteht Druck. Die Folge: Das Sekret landet nicht im Taschentuch, sondern wird in die Neben- und Stirnhöhlen gedrückt. Das begünstigt Nebenhöhlen- und Mittelohrentzündungen. Wenn Sie dagegen auf gutes Benehmen verzichten und das Nasensekret hochziehen, holen Sie es aus den Höhlen und es läuft statt ins Taschentuch durch den Hals in den Magen. Die Magensäure macht den bösen Keimen dann den Garaus. Da man es sich aber nicht unbedingt mit seinen Mitmenschen verscherzen möchte, kann man nicht immer aufs Schnäuzen verzichten. Aber wenn Sie es tun, dann richtig: Warten Sie bis das Sekret läuft und fangen Sie es mit dem Taschentuch auf. Das ist am gesündesten.

Eine Stirnhöhlenentzündung kann sich sehr schnell entwickeln. Mit unseren Tipps werden Sie sie aber in der Regel auch rasch wieder los. Und mit den korrekten vorbeugenden Maßnahmen bleibt Sie hoffentlich gleich ganz aus.

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