Blut & Immunsystem

Streptokokken erkennen und behandeln

Streptokokken existieren in der Bakterienflora eines jeden Menschen. Wir zeigen Ihnen, wie sich eine Infektion durch die kugelförmigen Bakterien äußert und was Sie dagegen tun können.

Streptokokken sind Bakterien, die auch ohne Sauerstoff wachsen können. Hierzu benötigen sie lediglich einen gärenden Prozess, wodurch sie ihre Energie beziehen. Sie gehören zur normalen Bakterienflora von Mensch und Säugetier dazu, können aber auch krank machen. Streptokokken befinden sich vor allem im Mund, im Rachenraum, im Darm und in der Vagina. Kommt es zu einer Infektion durch Streptokokken, können verschiedene Erkrankungen auftreten – von einer Angina bis zur Wundrose (Erysipel).

Welche Erkrankungen können Streptokokken verursachen?

Streptokokken können für eine ganze Reihe unangenehmer Erkrankungen führen, die in jedem Fall behandelt werden sollten. Besonders gefährlich kann eine Hirnhautentzündung werden, wird diese nicht rechtzeitig erkannt. Erkennen können Sie diese anhand von Symptomen wie Schüttelfrost, Fieber und körperlicher Schwäche.

Andere Streptokokken-Infektionen können unbehandelt im schlimmsten Fall zu einer Sepsis (Blutvergiftung) führen, bei der Bakterien in das Blut gelangen. Ein toxischer Schock ist oft die Folge, was durchaus auch tödlich enden kann.

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Streptokokken: Entzündungen im Hals und Rachenraum

Die langkettigen Bakterien können unter anderem zu Schluckbeschwerden und Halsschmerzen führen. Kinder und Erwachsene sind von der sogenannten Angina durch Streptokokken meist gleichermaßen betroffen. Es kann sich dabei um eine Mandelentzündung (Angina tonsillaris) oder um eine Entzündung des Rachenraums handeln. Zu der Entzündung kann sich zusätzlich die  Körpertemperatur erhöhen. Betroffene erkennen die Symptome in den meisten Fällen anhand geschwollener Lymphknoten am Hals und des entzündeten Rachens, der mit teilweise starken Schluckbeschwerden einhergeht. Die verursachenden Streptokokken werden mittels Tröpfcheninfektion übertragen, mit einer relativ kurzen Inkubationszeit von einem bis maximal zwei Tagen.

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Streptokokken können Halsschmerzen verursachen.

Streptokokken können Halsschmerzen verursachen. (c) Colourbox

Streptokokken-Infektion der Haut

Als größtes Organ schützt uns unsere Haut vor schädlichen Einflüssen und Verletzungen. Sie ist von diversen Pilzen und Bakterien, darunter auch Streptokokken, besiedelt, die ebenfalls der natürlichen Flora der Haut angehören. Ist das Immunsystem jedoch geschwächt oder die Haut verletzt, können diese in die Hautschichten eindringen und zu Infektionen führen. Die Wundrose ist beispielsweise eine Art der Hauterkrankung, die durch A-Streptokokken verursacht wird und zu schmerzenden Rötungen und Schwellungen führen kann.

Weitere durch Streptokokken ausgelöste Krankheiten können sein:

  • Lungenentzündung
  • Scharlach (Kinderkrankheit)
  • Bauchfellentzündung
  • Infektionen der Harnwege
  • Infektionen der Geschlechtsorgane
  • rheumatisches Fieber
  • Blutvergiftung
  • Fußpilz
  • Lymphödem (als Folge einer Wundrose)

Risikogruppen für Infektionen durch Streptokokken

Grundsätzlich kann jeder Mensch an einer Infektion, die durch Streptokokken hervorgerufen wird, erkranken. Besonders gefährdet sind jedoch ältere Personen oder Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist. Auch Diabetiker oder Menschen mit diversen Herzerkrankungen zählen zur Risikogruppe.

Wie werden Streptokokken Infektionen behandelt?

Nachdem der Arzt die Diagnose durch einen Laborbefund oder einen Abstrich des Rachenraums gestellt hat, verschreibt er in der Regel Antibiotika zur Behandlung der Streptokokken-Infektion. Normalerweise dauert diese Behandlung rund zehn Tage. Auch die Einnahme von Amoxicillin oder Penicillin ist möglich. Wichtig für eine erfolgreiche Streptokokken-Therapie ist es jedoch, dass die Medikamente entsprechend ärztlicher Anweisung bis zum Schluss eingenommen werden.

Ein Abstrich vom Rauchenraum gibt Aufschluss über einen möglichen Bakterienbefall.

Ein Abstrich vom Rachenraum gibt Aufschluss über einen Bakterienbefall. (c) Colourbox

Ein Abbruch der Antibiotika-Behandlung kann zu einer erneuten Infektion führen, die in manchen Fällen sogar mit noch schlimmeren Symptomen verlaufen kann. Nehmen Sie Antibiotika also am besten immer solange, bis die Packung aufgebraucht ist. Zu Beginn einer Antibiotika-Therapie werden zunächst die schwächeren Bakterien abgetötet und stärkere Bakterien könnten demnach überleben, wird die Behandlung vorzeitig abgebrochen.

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Sind Streptokokken ansteckend?

Generell ja. Mit Streptokokken kann man sich anstecken. Daher ist es wichtig, sich während einer Infektion zu Hause auszukurieren, um seine Mitmenschen nicht anzustecken. Erfolgt eine Behandlung mit Antibiotika, reduziert sich die Ansteckungsgefahr relativ schnell. Menschen, die keine entsprechenden Medikamente einnehmen, können noch über Wochen ansteckend sein.

Erfolgt keine gezielte Behandlung der Streptokokken-Infektion, kann dies ernsthafte gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Gehen Sie also selbst beim geringsten Verdacht zum Arzt und lassen Sie Ihre Vermutung entsprechend abklären, um Folgeerkrankungen wie rheumatisches Fieber oder eine Lungenentzündung zu vermeiden.