Tennisarm: Nicht nur vom Tennisspielen

Knochen, Muskeln & Gelenke

Tennisarm: Nicht nur vom Tennisspielen

Läuferknie, Golferellenbogen oder Tennisarm: Soll Sport nicht eigentlich gesund sein? Tatsächlich ist es so, dass bei einem sogenannten „Tennisarm“ nicht immer der Ballsport für die Erkrankung verantwortlich ist.

Tennisspieler leiden besonders häufig unter Schmerzen im Bereich des Ellenbogens. Aus diesem Grund spricht man umgangssprachlich vom „Tennisarm“ oder auch „Tennisellenbogen“. Der Fachbegriff dafür lautet Epicondylitis: Epicondylus bezeichnet einen Knochenvorsprung in der Nähe eines Gelenkfortsatzes, die Endung „-itis“ steht für eine Entzündung.

Dabei handelt es sich beim Tennisarm vielmehr um eine schmerzhafte Reizung der Sehnen im Unterarm. Millionen von Menschen leiden unter dieser Erkrankung der Sehnen. Tennis ist sicherlich eine, aber definitiv nicht die einzige mögliche Ursache. Lesen Sie hier, woran Sie eine Epicondylitis erkennen, wie sie entsteht und wie man sie am besten behandelt.

Wie entsteht ein Tennisarm?

Die Ursache für eine Epicondylitis ist eine Überreizung der Unterarmmuskeln. Sie kann zum Beispiel die Folge von einseitiger Belastung oder Fehlhaltungen sein. Besonders gefährdet sind daher Menschen, die viel im Büro oder auch im Garten arbeiten. Bei Tennisspielern sorgt in der Regel eine falsche Schlägerhaltung dafür, dass die Sehnen überreizt werden.

Symptome erkennen

Das Hauptsymptom der Epicondylitis ist ein stark stechender Schmerz im Ellenbogen. Bei fortgeschrittener Erkrankung kann er bis in das Handgelenk strahlen. Bereits einfache Tätigkeiten wie das Schalten beim Autofahren kann die Beschwerden auslösen. Im schlimmsten Fall sind Betroffene in ihrem Alltag so stark eingeschränkt, dass selbst das Greifen von Gegenständen oder das Halten einer Tasse nicht mehr möglich ist.

Wer einen Tennisarm hat, kann keine Dinge greifen.

Das Halten einer Tasse wird beim Tennisarm zum Problem. (c) Colourbox

Die Epicondylitis kann in zwei Formen auftreten. Beim sogenannten „Tennisarm“ ist der äußere Ellenbogenbereich gereizt. Von einem „Golferarm“ spricht man dagegen, wenn der innere Bereich betroffen ist. Die Symptome und das Auftreten des Schmerzes unterscheiden sich jedoch im Wesentlichen nicht. Sowohl „Tennisarm“ als auch „Golferarm“ sind allerdings nicht mit einer Sehnenscheidenentzündung oder einem sogenannten „Mausarm“ zu verwechseln.

In jedem Fall sollten Sie einen Arzt aufsuchen, wenn Sie längere Zeit Schmerzen im Arm haben. Um die Krankheit zu diagnostizieren, wird er Sie einen leichten Gegenstand anheben oder den Arm bei leicht gebeugtem Ellenbogen nach innen drehen lassen. Treten hierbei Schmerzen auf, handelt sich mit größter Wahrscheinlichkeit um einen Tennisarm.

Eine Epicondylitis behandeln

Die Heilungschancen sind bei einer Epicondylitis sehr gut. Je weiter die Krankheit jedoch fortgeschritten ist, umso intensiver und länger muss die Behandlung erfolgen. Spätfolgen können nur eintreten, wenn die Krankheit zu spät erkannt wird. Das ist aufgrund der typischen Schmerzen jedoch selten. Eine Spätfolge wäre eine Nervenschädigung. Sie äußert sich beispielsweise durch taube Hände.

Die Behandlungsmöglichkeiten für einen Tennisarm sind vielfältig. So empfehlen Ärzte zum Beispiel Akupunktur sowie Wärme- bzw. Kälteanwendungen. Oft hilft es auch, wenn Patienten, die Sehnen entgegen der Laufrichtung dehnen. Auch die Massage eines bestimmten Muskels mit einem Holzstäbchen kann bereits Abhilfe schaffen. Oftmals werden auch Stromtherapien angewendet, um den Muskel zu entlasten. In besonders schweren Fällen ist auch eine Operation möglich. Auf jeden Fall sollten Sie den betroffenen Muskel nicht zu lange entlasten.

Einer Epicondylitis vorbeugen

Grundsätzlich sollten Sie monotone Bewegungen im Alltag vermeiden. Es schadet auch nicht, die Unterarmmuskeln regelmäßig zu trainieren. Bei einem Bürojob sollten Sie auf ergonomisches Arbeitsmaterial achten, um die Gelenke zusätzlich zu entlasten. Dann dürften Sie von einem Tennis- oder Golferarm langfristig verschont bleiben.