Kopf & Psyche

Stress im Job? Tipps für entspanntes Arbeiten

Stress, Hektik und Überstunden – für viele gehört das zum Arbeitsalltag dazu wie Kaffee und Computer. Einer, der sagt, dass es auch anders geht, ist Frank Behrendt. Der Agenturmanager und Familienvater setzt sich für ein gesundes Gleichgewicht zwischen Job und Familie ein.

Frank Behrendt hat viel zu tun. Drei Kinder, Vollzeitjob und aktuell auch noch Werbemaßnahmen für sein neues Buch*. Doch der 52-Jährige wirkt im Gespräch mit gesund & vital rundum entspannt und gut gelaunt. Einige seiner Tipps für mehr Gelassenheit im Arbeitsalltag hat er uns verraten.

Tipp Nummer 1: Lassen Sie sich von nichts mehr begeistern als von Ihrer Familie.

Seine Gelassenheit ist Frank Behrendt nicht in den Schoß gefallen. Er musste sie sich erst erarbeiten und dafür viel verändern – vor allem seine innere Haltung.
Auslöser für den Wandel war das Scheitern seiner ersten Ehe. Die ging in die Brüche, weil der vielbeschäftigte PR-Fachmann nur noch für seinen Job lebte. Frau, Familie und Freunde kamen ständig zu kurz.

Dann gelang es ihm, den Schalter umzulegen: „Ich habe erkannt: Das Wichtigste im Leben ist meine Familie, meine Freunde, ich selbst. Erst dann kommt der Job.“ Heute hat zum Beispiel der Geburtstag seiner kleinen Tochter Vorrang vor beruflichen Verpflichtungen.

Tipp Nummer 2: Machen Sie sich jeden Morgen klar, dass wir im Job nur Monopoly für Erwachsene spielen.

Ein weiterer Baustein des Work-Life-Balance Modells von Frank Behrendt ist: Nimm dich selbst nicht zu wichtig.

“Wir sollten uns immer wieder bewusst machen, dass wir alle kleine Rädchen im Getriebe des Weltgeschehens sind, die nicht jeden Tag die Welt retten. Deshalb geht selbige auch nicht unter, wenn wir mal etwas falsch machen.” Druck und Angst lähmen und behindern die persönliche Leistungsfähigkeit, Gelassenheit dagegen fördert sie davon ist Behrendt überzeugt.

Frank Behrendt

Gelassen, trotz Familie und Vollzeitjob: Frank Behrendt

Tipp Nummer 3: Holen Sie sich den Happiness-Kick aus Ihrer Kindheit zurück

Ausgeglichen und gelassen im Job zu sein gelingt nur, wenn die persönlichen Energie-Batterien immer wieder neu aufgeladen werden. Für Frank Behrendt ist die Erinnerung an schöne Kindheitserlebnisse eine wichtige Kraftquelle.

Als Junge liebte er die Abenteuer von Winnetou und Old Shatterhand. Heute fährt er mit seiner Familie zu den Karl-May-Festspielen nach Bad Segeberg und erlebt den Zauber seiner Kindheit noch einmal: “Jetzt mit meinen eigenen Kindern den Schatz im Silbersee anzusehen, macht mich glücklich. Wenn ich am Samstag im Wilden Westen war, nehme ich am Montag dieses innere Strahlen mit ins Büro.”

Kindheitserinnerungen hat sich Frank Behrendt auch mit jeder Menge Spielzeug ins Büro geholt. Sein Arbeitsplatz ähnelt einem Spielzeugmuseum!

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Tipp Nummer 4: Löschen Sie die Abwesenheitsnotiz auf Ihrem Mail-Account – trainieren Sie das Ab- und Umschalten.

Ist ein gesundes Gleichgewicht zwischen Arbeits- und Privatleben nur möglich, wenn beide Lebensbereiche klar voneinander getrennt sind? Frank Behrendt ist vom Gegenteil überzeugt: „Ich halte es für einen Irrglauben, zu denken, dass man außerhalb des Büros oder wenn das Arbeits-Handy aus ist, automatisch im Freizeitmodus ist.“

Für Frank Behrendt geht es weniger ums Abschalten, als ums Umschalten „zwischen der Konzentration auf eine Aufgabe und dem Loslassen, der Freizeit. Das ist die hohe Kunst und ich glaube, das kann man lernen.“

Wem dieses Umschalten gelingt, so Behrendt, der erlebt das Leben als Einheit, nicht nur als Abfolge von Stress (=Arbeit) und Erholung (=Privatleben).

Tipp Nummer 5: Gehen Sie mit Leuten zum Mittagessen, die auf den ersten Blick keine Business-Relevanz haben.

Was Frank Behrendt auf dem Weg zu mehr Gelassenheit im Job noch geholfen hat: Den Blick mal weg von sich selbst und hin auf andere richten. “Halten Sie Ausschau nach Menschen im Job, die Ihnen imponieren, die Vorbilder sind”, lautet sein Rat, “nicht nur in Sachen Karriere, sondern auch durch ihre Haltung.”

Seine Erfahrung ist, dass diese Menschen ihr Know-how gerne weitergeben. “Verabreden Sie sich! Eine Stunde Mittagessen mit einem inspirierenden Menschen ist mehr wert als ein Wochenendseminar.“

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