Knochen, Muskeln & Gelenke

Wärme oder Kälte: Was ist besser bei Schmerzen oder einer Verletzung?

Von einer wohltuenden Wärmflasche bis hin zu einem Beutel mit gefrorenen Erbsen – viele von uns entscheiden sich entweder für Wärme oder Eis, um ihre Schmerzen zu lindern. Doch wissen Sie eigentlich, welche Therapie bei Ihren Beschwerden am besten geeignet ist? Wir geben Ihnen einen Überblick, bei welchen Beschwerden Hitze oder Kälte helfen kann.

Die Anwendung von Wärme oder Kälte kann Beschwerden lindern. Es ist jedoch wichtig zu wissen, welche Methode bei welchen Beschwerden die richtige ist, d.h. wie Schmerzen, Steifigkeit, Schwellungen oder Entzündungen schneller gelindert werden können und sich nicht verschlimmern.

Wärme

Egal ob Sie sich im Winter warm einpacken, ein warmes Bad nehmen oder eine in ein Handtuch gewickelte Wärmflasche benutzen: Wärme ist immer dann gut, wenn die Durchblutung schlecht ist. Sie sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße erweitern, was die Durchblutung anregt und so hilft, geschädigtes Gewebe zu erneuern. Zudem trägt Wärme zur Entspannung von schmerzenden Muskeln und zur Linderung von Muskelkrämpfen und Steifigkeit bei.

Mann hält sich eine Wärmflasche an den Rücken.

Bei einem verspannten Rücken kann wärme Abhilfe schaffen. (c) Colourbox

Wann Wärme gut ist

Für chronische Leiden, die schon seit mindestens einer Woche andauern, oder für Muskel- und Gelenkbeschwerden, unter denen Menschen seit Monaten oder Jahren leiden, wie Arthritis, Fibromyalgie oder Ischialgie eignet sich eine Wärmetherapie. Die Durchblutung ist in diesen Fällen oftmals aufgrund von Narbengewebe, komprimierten Blutgefäßen oder geschädigten Nerven gestört. Wärme hilft auch bei chronisch steifen Gelenken wie langjährigen Nacken- und Rückenschmerzen.

  • Kalte Finger – Wärme verbessert den Blutfluss, indem sich die kleinen Muskeln entspannen, die die Blutgefäße verengen.
  • Muskelsteifigkeit (ohne Schwellung) z.B. nach sportlicher Betätigung oder bei Fibromyalgie – Wärme verbessert den Blutfluss sowie die Beweglichkeit und reduziert das Risiko für Verletzungen.
  • Gelenkschmerzen und/oder Steifigkeit (ohne Schwellung) z.B. bei Arthritis und Steifigkeit am Morgen – Wärme verbessert die Flexibilität der Bänder und Sehnen und hilft bei der Linderung von Gelenkschmerzen und Steifigkeit.
  • Verletzte Bereiche nach dem Rückgang der Schwellung z.B. Handgelenke und Knöchel – Wärme entspannt die Muskeln in den Bereichen, die noch verspannt sind, und verbessert die Beweglichkeit.
  • Eingeklemmte Nerven – Wärme stimuliert die Nerven und verbessert die Blutversorgung.

Vor dem Sport – Die Anwendung von Wärme vor sportlicher Betätigung regt die Durchblutung an, wärmt die Muskeln auf und macht die Sehnen flexibler. Dadurch verringert sich das Risiko für Verletzungen oder die Verschlechterung bestehender Probleme.

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Anwendung von Wärme

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Wärmeapplikation, etwa in Form von Wärmflaschen, Heizkissen, erwärmten Gelpacks, Wärmepackungen, Weizenkissen, Wärmesalben, warmen Duschen, Saunagängen oder einem warmen Entspannungsbad.

Tipp: Die Wärmequelle sollte warm, aber nicht extrem heiß sein, und die Therapie nicht länger als 20 Minuten dauern. Achten Sie bei einer direkten Anwendung auf der Haut darauf, dass diese keine Verbrennungen erleidet, indem Sie die „Wärmequelle“ in ein dünnes Handtuch einwickeln.

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Kühlen (mit Eis)

Kältetherapien, wie Eispackungen oder Eisbäder, kommen bei durch erhöhte Durchblutung hervorgerufenen Schwellungen und Rötungen zum Einsatz. Durch die Behandlung mit Kälte/Eis kann die Schwellung zurückgehen, da sich die Blutgefäße zusammenziehen (die Blutzirkulation wird verringert). Auch wenn sich die Behandlung häufig zunächst unangenehm anfühlt, kann sie doch auch den Schmerz betäuben.

Bei Verletzungen kann ein Kühlpack blauen Flecken entgegenwirken. (c) Dan Race / Fotolia

Anwendung von Kälte/Eis

Bei akuten Beschwerden – Akute Schmerzen treten plötzlich auf und bessern sich nach ein bis zwei Tagen, vielleicht auch erst nach einer Woche, wenn Sie es mit einer neuen sportlichen Betätigung übertrieben haben oder gestürzt sind und sich verletzt haben. Bedenken Sie, dass die ersten Schmerzen bereits während der sportlichen Aktivität auftreten können, da sich dabei in den Muskeln Milchsäure aufbaut. Dieser Schmerz lässt schnell nach, sobald Sie Ihr Training beendet haben.

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Die Schmerzen, die Sie in den folgenden 12 bis 48 Stunden verspüren, werden durch viele, winzig kleine Verletzungen in den Muskelfasern oder Sehnen verursacht, die Muskeln und Knochen miteinander verbinden. Das Blut, das in diese Bereiche strömt, ruft Entzündungen, Rötungen und Verspannungen hervor. Daher ist Kälte ideal, denn sie verringert die Durchblutung.

  • Verletzungen (ohne Schwellung) wie Verstauchungen oder Muskelzerrungen – Hier sollten Sie direkt kühlen. So hält sich die Schwellung in Grenzen und die Beweglichkeit der betroffenen Stelle bleibt weitestgehend erhalten.
  • Allgemeine Entzündungen oder Verspannungen – Schwellungen, die mit Entzündungen einhergehen, verursachen auch Schmerzen. Eine Kältetherapie betäubt stechende Schmerzen und wirkt entzündungshemmend.
  • Muskelsteifigkeit nach dem Sport – Ein kühlendes Bad für die Muskeln oder eine Kältetherapie für die Gelenke macht Sie schneller wieder fit, da der Verschleiß der Muskeln und Gelenke verringert wird.
  • Verbrennungen – Kühlen hilft, geschädigtes Gewebe zu erhalten und vermindert Nervenschmerzen.
  • Gicht– Kälte verschafft bei Gichtanfällen Linderung und kann die Schmerzen betäuben.

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