Hals, Nase & Ohren

Warum habe ich nachts eine verstopfte Nase?

Es gibt nichts Schlimmeres als eine verstopfte Nase, die beim Zubettgehen das Atmen erschwert. Aber warum kann sich eine verstopfte Nase nachts auch noch verschlimmern? Wir informieren Sie, welche Auswirkungen Allergien, Staub in der Luft, eine Schwangerschaft und Infekte auf eine verstopfte Nase haben können und warum dieses Symptom sich nachts verschlimmern kann.

Die häufigste Ursache für eine verstopfte Nase ist ein Infekt, wie beispielsweise eine Grippe oder Erkältung. Die Nasengänge können sich entzünden oder es wird übermäßig viel Schleim produziert, der die Krankheitserreger aus dem Körper abtransportieren soll. Durch die Entzündung und die übermäßige Schleimproduktion kann die Nase den Feuchtigkeitshaushalt nicht mehr gut regulieren. Dadurch entsteht das Gefühl einer verstopften Nase.

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Möglicherweise verschlimmert sich Ihre verstopfte Nase nachts oder sie läuft zwar tagsüber, aber verstopft, sobald Sie zu Bett gehen. Warum ist das so?

Warum wird meine verstopfte Nase nachts schlimmer?

Häufig liegt es am Hinlegen und nicht an der Tageszeit. Wenn Sie sich hinlegen, ist Ihr Körper nicht mehr in der Lage, Schleim aus der Nase durch den Hals abfließen zu lassen, da die Schwerkraft dann nicht mehr mitwirken kann.

Wenn Sie also unter einer verstopften Nase leiden, wird sich dies verschlechtern, sobald Sie sich hinlegen. Eine Nase, die tagsüber läuft, kann beim Zubettgehen verstopfen, da sie dann nicht mehr in der Lage ist, die Flüssigkeit abzutransportieren, wie sie es tagsüber getan hat (was auch eher unangenehm war). Vielleicht fühlt sich Ihre Nase sogar den ganzen Tag über normal an und verstopft plötzlich und scheinbar grundlos in der Nacht. Dies liegt daran, dass eine leicht erhöhte Schleimproduktion tagsüber nicht unbedingt wahrgenommen wird, da die Nase sich selbst reinigt und überschüssige Flüssigkeit absondert. Die vermehrte Schleimproduktion macht sich dann allerdings bemerkbar, sobald die Absonderung der Flüssigkeit nicht mehr richtig funktioniert.

> Das hilft bei einer dauerhaft verstopften Nase

Was können außerdem noch Ursachen sein?

Es gibt noch andere Ursachen für eine verstopfte Nase. Wie äußern sich diese und warum führen sie dazu, dass die verstopfte Nase sich nachts verschlechtert?

Allergien

Rauchen oder Passivrauchen, Pollen und verschiedene Allergien, wie Staub- und Tierhaarallergien, können bei vielen von uns zu Problemen führen. Es ist erstaunlich, wie vielen Allergenen wir tagtäglich ausgesetzt sind, besonders zur Heuschnupfenzeit. Diese bleiben an Kleidung und Haaren hängen und können in der Nacht ihre höchste Konzentration erreichen.

Das können Sie bei einer Allergie tun:

  • Zunächst ist es wichtig, dass Sie wissen, worauf Sie allergisch reagieren und diese Allergene aus Ihrem Schlafzimmer, dem Haus und Ihrer Umgebung verbannen. Wenn Sie an einer Pollenallergie leiden, schließen Sie nachts die Schlafzimmerfenster. Eine Dusche oder ein Bad am Abend können ebenfalls hilfreich sein, um Pollen, die sich tagsüber auf Ihrem Körper angesammelt haben, zu entfernen.
  • Wenn Zigarettenrauch die Ursache ist, verbieten Sie das Rauchen in Ihrem Haus, auch für Gäste! Haben Sie eine Tierhaarallergie, sollte der Kontakt reduziert und Haustieren der Zutritt zum Schlafzimmer verwehrt werden.
  • Hausstaubmilben sind ein häufiges Allergen und werden oft als Ursache einer verstopften Nase vergessen. Es ist wichtig, dass Bettlaken und -bezüge regelmäßig gewaschen werden und ein Matratzenschoner gegen Milben verwendet wird.

>Hier finden Sie weitere Informationen über Allergien

>Erfahren Sie mehr über die Hausstaub-Milbenallergie

Nasennebenhöhlenentzündung

Nebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume in Ihrem Gesicht. Warum wir sie besitzen, ist noch nicht vollständig geklärt. Möglicherweise machen sie unsere Stimme klangvoller und lauter. Als Nasennebenhöhlenentzündung bezeichnet man eine Entzündung dieser Hohlräume – sie kann als temporäres Symptom einer Grippe oder Erkältung auftreten, aber auch langwieriger sein und chronisch werden.

Sie führt zu einer vermehrten Schleimproduktion. Dieser sammelt sich in den oberen Nasengängen und verursacht eine verstopfte Nase. Die Symptome können sich nachts verschlechtern und von Ihrer Schlafposition beeinträchtigt werden.

Das können Sie bei einer Nasennebenhöhlenentzündung tun:

  • Eine gewöhnliche Nasennebenhöhlenentzündung sollte nicht länger als eine Woche andauern und von selbst abklingen, ohne dass ein Arzt aufgesucht oder Antibiotika eingenommen werden müssen. Rezeptfreie abschwellende Medikamente zur oralen Einnahme können helfen. Viele von Ihnen enthalten jedoch Koffein oder andere Stimulanzien, die Sie wachhalten können und nicht vor dem Schlafengehen eingenommen werden sollten.
  • Nasensprays sind normalerweise das Mittel der Wahl bei einer verstopften Nase. Basieren sie auf pflanzlichen Inhaltsstoffen, können sie bis zu 30 Tage lang verwendet werden.
Müde Frau stellt den Wecker ab

Wer nachts eine verstopfte Nase hat, schläft oft schlecht. (c) Colourbox

  • Hausmittel können ebenfalls Abhilfe bei einer verstopften Nase schaffen. Das Einatmen von Dampf während einer heißen Dusche kann Schleim verflüssigen und die Nasengänge freimachen. Viele Menschen finden es hilfreich, den mit einem Handtuch abgedeckten Kopf über eine Schüssel mit heißem Wasser zu halten und dabei langsam und tief einzuatmen. Ein paar Tropfen Menthol- oder Eukalyptusöl im Wasser können die abschwellende Wirkung zusätzlich unterstützen.
  • Eine Salzwasserlösung kann helfen den Schleim zu verflüssigen. Geben Sie einen halben Teelöffel Salz in etwa einen halben Liter Wasser und schnupfen Sie die Flüssigkeit sanft durch die Nase.
  • Wie bei vielen anderen Beschwerden ist es ratsam, viel Wasser zu trinken. Dadurch wird der Schleim flüssig gehalten und die Schwellung der Nebenhöhlen reduziert.
  • Vermeiden Sie Alkohol – Alkohol erweitert die Blutgefäße und führt zu einer verstärkten Schwellung der Schleimhäute der oberen Nasengänge, was bei einer verstopften Nase kontraproduktiv ist.

>Erfahren Sie mehr über Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)

Trockene staubige Luft

Keine oder zu geringe Luftfeuchtigkeit kann eine Ursache für eine verstopfte Nase sein, besonders nachts. Da Ihre Nasengänge immer trockener werden, produzieren die Nasenschleimhäute als Ausgleich vermehrt Schleim, um sich selbst feucht zu halten. Diese Überproduktion führt zu einer verstopften Nase.

Das kann bei trockener, staubiger Luft helfen:

Trockene oder staubige Luft ist nicht unbedingt ein Problem in unseren Breitengraden, kann aber all jene betreffen, die viel Zeit in klimatisierten Räumen verbringen oder in trockenen bzw. von Wüsten geprägten Ländern leben oder dorthin reisen. Luftbefeuchter können ausgesprochen hilfreich sein, da sie der Luft Feuchtigkeit zuführen, was wiederum dazu führt, dass die Symptome besser abklingen.

Physische Verengung der Nase

Hier geht es nicht etwa um eine Erbse, die eine Kindernase blockiert, sondern um zwei physische Ursachen, die hauptsächlich für eine verstopfte Nase verantwortlich sind und sich in der Nacht verschlimmern können.

Nasenpolypen – Hierbei handelt es sich um kleine Wucherungen der Schleimhaut in den Nasengängen. Sie entstehen als Folge chronischer Entzündungen wie bei allergischem Schnupfen oder einer Nasennebenhöhlenentzündung.

Nasenscheidewandverkrümmung – Die Nasenknochen verlaufen anders als normal. Eine Nasenscheidewandverkrümmung kann angeboren oder die Folge einer Verletzung (eine typische Rugby-Verletzung) sein und führt zu einer Verstopfung der Nasengänge.

Das können Sie bei einer physischen Verengung der Nase tun:

Generell ist die langfristige Lösung für diese beiden physischen Beeinträchtigungen eine Operation. Bei manchen Betroffenen können Nasensprays die Symptome lindern. Eine weitere Option sind Nasenpflaster, die die Nasengänge leicht öffnen und so das Atmen erleichtern.

Schwangerschaft

In dieser Zeit steigen die Östrogen- und Progesteronspiegel, wodurch es zu einer verstärkten Durchblutung vieler Körperteile kommt. Die empfindlichen Schleimhäute der Nasengänge sind anfälliger für Schwellungen, was zu einer Behinderung des Luftstroms und einer verstopften Nase führt. Durch bestimmte Körperhaltungen können die Symptome verschlimmert werden, weshalb sie nachts stärker sein können. Wenn Sie an Asthma leiden, wird eine verstopfte Nase während der Schwangerschaft Sie zusätzlich belasten.

Das können Sie bei einer verstopften Nase in der Schwangerschaft tun:

  • Wie bei allen Beschwerden während der Schwangerschaft sollten keine rezeptpflichtigen Medikamente eingenommen werden, ohne vorher mit einem Arzt oder einer Hebamme gesprochen zu haben.
  • Auf Hausmittel wie Inhalieren kann natürlich zurückgegriffen werden.
  • Versuchen Sie außerdem weitestgehend den Kontakt mit potenziellen Allergenen zu vermeiden und trinken Sie viel.
  • Auch den Kopf während des Schlafs höher zu betten, kann Abhilfe schaffen. Außerdem können Sie eine Kochsalzlösung verwenden, um die Nasengänge feucht zu halten. So werden auch vorhandene Schleimablagerungen entfernt.

Kinder und verstopfte Nasen

Der Hauptgrund für verstopfte Nasen bei Kindern sind Virusinfektionen. Kinder sind viel anfälliger gegenüber Keimen, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt und in der Folge die körpereigene Abwehr schwächer ist. Zudem sind die Nasengänge von Kindern eng und verstopfen leicht. Jede Schwellung der Nasenschleimhäute kann schnell zu einer verstopften Nase führen.

Das können Sie bei Kindern mit verstopfter Nase tun:

  • Tröpfeln sie direkt unter dem Kinn ein wenig mentholhaltiges ätherisches Öl auf die Kleidung. Die freigesetzten Dämpfe werden eingeatmet und sorgen für eine Linderung der verstopften Nase.
  • Kinder mit verstopfter Nase haben häufig einen unruhigen Schlaf. Eine hohe Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer kann Abhilfe schaffen. So können Schüsseln mit dampfend heißem Wasser in der Nähe des Bettes aufgestellt werden. Auch hier helfen ein paar Tropfen Mentholöl. Achten Sie jedoch darauf, dass Ihr Kind nicht in direkten Kontakt mit dem Öl kommt, da es sonst zu Ausschlägen oder Atemnot kommen kann.
  • Der Dampf einer heißen Dusche oder eines Bades hat die gleiche Wirkung und kann die Symptome tagsüber oder vorm Schlafengehen lindern.
  • Unterstützen Sie den Aufbau des Immunsystems Ihres Kindes z.B. durch eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung.
  • Sollten Sie um die Gesundheit Ihres Kindes besorgt sein, suchen Sie in jedem Fall einen Arzt auf.

>So können Sie das Immunsystem stärken