Gesund bleiben

Was essen bei einem Reizdarm-Syndrom?

Bei einem Reizdarm-Syndrom haben die Betroffenen Darmbeschwerden, deren Ursache nicht zu finden ist. Sie leiden unter Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung und Blähungen, wodurch die Teilhabe am täglichen Leben stark eingeschränkt ist. Doch die richtige Ernährung kann die Symptome lindern und das Wohlbefinden steigern. Wir geben Tipps. 

Menschen mit Reizdarm-Syndrom sollten keine zu großen Portionen auf einmal essen. Die Mahlzeiten sollten stattdessen über den Tag verteilt in fünf kleinen Essensportionen eingenommen werden. Besonders bewährt haben sich feste Essenszeiten und regelmäßige Mahlzeiten, um den Darm nicht zu überfordern.

Abends arbeitet die Verdauung langsamer, daher sollte gerade dann keine üppige Portion gegessen werden. Auch wenn der Alltag häufig stressig ist, so ist es dennoch wichtig, sich genug Zeit beim Essen zu lassen. Das Essen sollte gründlich gekaut werden, denn: „Gut gekaut ist halb verdaut“.

Mahlzeiten sollten einen festen Bestandteil im Tagesablauf einnehmen und niemals unter Zeitdruck geschehen.

Eine ausgewogene Ernährung

Viel Flüssigkeit hilft nicht nur bei einem Reizdarm-Syndrom, sondern ist generell für einen gesunden Lebensstil wichtig. Experten raten zu mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag, am besten sind stilles Wasser und ungesüßte Kräutertees.

Zu viel Kohlensäure sollte bei einem Reizdarm nicht getrunken werden. Auch Obst und Gemüse sind wichtig für eine ausgewogene Ernährung, doch gerade bei rohen Lebensmitteln muss der Darm stark arbeiten. Daher sollten Betroffene, die unter Blähungen leiden, weniger Rohkost und Salat essen und eher zu gekochtem Gemüse greifen. Mehr als drei Portionen frisches Obst am Tag sollten dann nicht gegessen werden.

Was essen bei Verstopfung oder Durchfall

Bei vielen Reizdarmpatienten schwankt die Verdauung regelmäßig von einem Extrem ins andere: entweder sie leiden unter Durchfall oder Verstopfung. Betroffene, die unter Verstopfung leiden, sollten auf eine ballaststoffreiche Ernährung achten. Denn Ballaststoffe beschleunigen den Verdauungsvorgang, da sie im Darm aufquellen. Dadurch kann der Nahrungsbrei schneller den Darm passieren.

Auch bei Durchfall kann eine ballaststoffreiche Ernährung helfen, da sie stuhlregulierend wirkt. Allerdings ist die Verdauung bei Durchfall bereits stark beschleunigt, sodass jeder Betroffene zuerst einmal ausprobieren sollte, ob die ballaststoffreiche Ernährung tatsächlich verträglich ist. Besonders ballaststoffreiche Nahrungsmittel sind unter anderem:

  • Obst und Trockenobst (Äpfel, Himbeeren)
  • Gemüse (Karotten, Brokkoli)
  • Getreide, besonders Vollkornprodukte (Vollkornbrot, Haferflocken)
  • Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen)
  • Nüsse (Haselnüsse, Mandeln)

Bei Durchfall eignen sich Bananen oder Äpfel am besten um die Symptome zu lindern. Das Pektin in beiden Obstsorten bindet Wasser und wirkt so gegen den Durchfall. Da sich das Pektin in der Schale eines Apfels befindet, sollten Sie diesem mit der Schale reiben und dann ca. 15 Minuten stehen lassen, so entfaltet sich der Wirkstoff am besten.

Reizdarm-Syndrom

Bei einem Reizdarm-Syndrom ist ausgewogene Ernährung wichtig. (c) Dan Race / Fotolia

Was essen bei Blähungen?

Patienten, die stark unter Blähungen leiden, sollten sich nicht ballaststoffreich ernähren. Diese Lebensmittel können Blähungen verstärken. Vor allem, wenn Sie eine ballaststoffreiche Ernährung nicht gewohnt sind, ist mit Beschwerden durch zu viel rohes Obst und Gemüse zu rechnen. Hier muss jeder Patient für sich selbst herausfinden, welche Nahrungsmittel er verträgt und welche nicht.

Auf jeden Fall zu vermeiden sind Zwiebeln, Lauch, sämtliche Kohlsorten und Hülsenfrüchte wie Bohnen. Alle diese Nahrungsmittel haben von Haus aus eine blähende Wirkung und sorgen gerne für Bauchschmerzen.

 Diese Lebensmittel sollten Sie meiden 

Die Ursache eines Reizdarm-Syndroms ist noch nicht eindeutig geklärt. Dennoch gibt es einige Lebensmittel, die Reizdarm-Beschwerden verstärken können. Werden diese Nahrungsmittel vermieden, tritt häufig eine Linderung der Beschwerden ein.

Besonders Alkohol, Kaffee und Zigaretten sollten bei einem Reizdarm-Syndrom stark eingeschränkt und am besten ganz unterlassen werden. Schließlich verstärken diese Genussmittel  die Beschwerden von jedem Reizdarm-Syndrom, egal ob Verstopfung, Durchfall oder Blähungen.

Weitere Nahrungsmittel die Darmprobleme fördern:

  • Weißmehlprodukte, wie Brötchen und Baguettes
  • zu scharfe oder stark gewürzte Speisen
  • zu heiße oder zu kalte Lebensmittel
  • der in Süßigkeiten enthaltene Zucker kann das Wachstum von Keimen im Darm fördern und sollte daher ebenfalls vermieden werden
  • auch Zuckerersatzstoffe, die in manchen Kaugummis und Bonbons vorkommen wie Sorbit oder Xylit, können abführend wirken. Daher sollten Patienten mit Durchfall diese Stoffe meiden.

Bei dauerhaften Beschwerden, deren Symptome sich trotz ballaststoffreicher Ernährung nicht ändern, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.