Haut, Haare & Nägel

Was hilft gegen Nagelbettentzündung – Hausmittel oder Medikamente?

Eine Nagelbettentzündung ist meist Folge kleinster Verletzungen. Über sie gelangen Keime ins Nagelbett und verursachen eine Infektion. Leichte Fälle können Sie mit Hausmitteln selbst behandeln. Im Zweifel sollten Sie aber einen Arzt aufsuchen.

Unsere Hände und Füße machen viel mit: Sie befinden sich täglich im Dauereinsatz. Die wenigsten von uns honorieren das mit der nötigen Haut- und Nagelpflege. Kein Wunder, wenn Ihre Haut rissig wird, die Nägel abbrechen, die Nagelhäutchen einreißen.

Und genau hier besteht die Gefahr: Über diese kleinsten Verletzungen gelangen Keime, meistens Staphylokokken, aber auch Herpesviren und Pilze in Ihr Nagelbett. Dort verursachen sie eine Entzündung. Die Nagelbettentzündung, medizinisch Paronychie oder im fortgeschrittenen Stadium Panaritium, betrifft entweder das Gewebe rund um den Nagel. Manchmal entzündet sich auch die Region unter Ihrem Nagel und beginnt zu eitern.

Die Symptome einer Nagelbettentzündung

Im Fall der akuten Form rötet sich anfangs die Haut rund um den Finger- oder Fußnagel, teils juckt sie. Das Gewebe schwillt an und wird heiß. Manchmal entleert sich Eiter aus den Nagelecken. Wenn Sie die Nagelbettentzündung jetzt ignorieren, sie spät oder gar nicht behandeln, können Wachstumsstörungen entstehen. Manchmal wird der entzündete Nagel sogar abgestoßen. Die Entzündung kann auf die Weichteile und bis zum Knochen vordringen. In manchen Fällen kann sie sich zu einer Sepsis, einer Blutvergiftung, auswachsen.

Die chronische Form der Paronychie trifft häufig Diabetiker an den Füßen. Menschen, die viel im Wasser arbeiten oder mit scharfen Chemikalien hantieren, bekommen diese Form an den Händen. Sie ist in der Regel weniger schmerzhaft als die akute Nagelbettentzündung, betrifft aber mehrere Nägel gleichzeitig.

Unbehandelt kann sich eine Nagelbettentzündung auf das umliegende Gewebe ausbreiten.

Unbehandelt breitet sich eine Nagelbettentzündung weiter aus. (c) M.Dörr & M.Frommherz/Fotolia

Behandlung einer Paronychie

Wenn eine Infektion im Bereich Ihrer Nägel oder eine Nagelbettentzündung nicht innerhalb von drei Tagen abklingt, suchen Sie besser Ihren Arzt auf. Leiden Sie an einer geschwächten Immunabwehr, weil Sie beispielsweise an Diabetes erkrankt sind, sollten Sie auch kleine Entzündungen nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern engmaschig ärztlich überwachen lassen.

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Behandlung mit Hausmitteln

Wenn Sie ansonsten gesund sind, können Sie ein entzündetes Nagelbett anfangs zu Hause behandeln. Dabei sollten Sie aber sanft vorgehen, also niemals störende Haut wegschneiden oder Eiterblasen aufstechen. Das führt in der Regel dazu, dass die Erreger in tiefere Schichten vordringen und sogar eine Sepsis verursachen können. Am besten helfen im Anfangsstadium der Entzündung Bäder mit desinfizierenden Zusätzen:

Kochsalz: Es fehlt in keinem Haushalt und hat eine desinfizierende Wirkung. Stellen Sie eine gesättigte Salzlösung her. Das heißt: Geben Sie soviel Salz in ein Gefäß mit heißem Wasser, bis es sich nicht mehr auflöst. Baden Sie den betroffenen Finger oder Fuß mehrmals täglich darin.

Kamille: Die Heilpflanze hat eine antiseptische Wirkung. Gießen Sie einen Beutel oder einen Teelöffel in einer Tasse mit kochendem Wasser auf. Lassen Sie den Aufguss ziehen und baden Sie Ihren Finger darin. Für ein Fußbad entsprechend mehr Teebeutel oder Kamillenblüten verwenden.

Rosmarin: Das Gewürzkraut wirkt desinfizierend, entzündungshemmend und schmerzlindernd. Geben Sie einen Teelöffel frischen oder getrockneten Rosmarin in eine Tasse und übergießen ihn mit kochendem Wasser. Zehn Minuten ziehen lassen, dann Finger darin baden. Für ein Fußbad entsprechend mehr Rosmarin aufgießen.

Nach dem Bad trocknen Sie den betroffenen Finger sorgfältig ab und cremen ihn ein.

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Selbsttherapie mit Medikamenten

Zugsalbe: Die schwarze Zugsalbe aus Ölschiefer zieht, wie der Name schon sagt, Infektionen an die Hautoberfläche. Sie hilft dem Körper, Entzündungen selbst aufzubrechen und eventuell vorhandenen Eiter abfließen zu lassen. Alternativ dazu wirkt eine Ilonsalbe.

Povidon-Jod: Cremes, die sogenanntes Povidon-Jod enthalten, wirken desinfizierend und gehen dadurch gegen die Entzündung vor.

Gerbstoffe: Salben mit Gerbstoffen wie Phenol-Methanal-Polykondensat wirken antiseptisch und können den Juckreiz lindern, der eine Nagelbettentzündung häufig begleitet.

Wenn sich nach drei Tagen mit Bädern und Cremes noch keine Besserung zeigt, sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen.

Bei Putzarbeiten mit Chemikalien sollten Sie immer Ihre Hände schützen.

Bei Putzarbeiten mit Chemikalien sollten Sie immer Ihre Hände schützen! (c) Colourbox

> Nägelkauen – Was hilft gegen das Kauen von Fingernägeln?

So schützen Sie Ihre Nägel

Nägelkauen und Nagelhaut zupfen

Beides sind nicht nur unschöne Angewohnheiten. Wenn Sie an Ihren Nägeln kauen, weichen Sie die umliegende Haut auf und machen Sie durchlässiger für Keime, die eine Infektion verursachen können. Wer an der Nagelhaut zupft und sie einreißt, leistet Entzündungen Vorschub.

Nagelpflege

Behandeln Sie Ihre Nägel und die Nagelhaut sanft und sorgfältig. Schneiden Sie die Fingernägel rund und die Fußnägel gerade, feilen Sie die Ecken sanft ab.

Nagelpilz

Nehmen Sie einen Nagelpilz nicht auf die leichte Schulter, sondern behandeln ihn, bis er komplett ausgeheilt ist. Denn häufig wird der Pilz zum Verursacher der Nagelbettentzündung.

Hautpflege

Schützen Sie Ihre Haut, indem Sie Ihre Hände und Füße regelmäßig eincremen. Benutzen Sie spezielle Hand- und Fußcremes, beispielsweise mit dem feuchtigkeitsbindenden Wirkstoff Urea.

Schutz durch Handschuhe

Tragen Sie für alle Putzarbeiten, bei der Gartenarbeit und zum Schutz vor Chemikalien immer Handschuhe.

Richtige Schuhe

Achten Sie darauf, dass Ihre Schuhe Ihren Zehen genug Platz lassen. Eingequetschte Nägel können das umliegende Gewebe verletzen. Achten Sie auf Hygiene: Waschen Sie täglich Ihre Füße und wechseln Ihre Socken. Tragen Sie Ihre Schuhe nicht länger als einen Tag und lassen Sie sie dann austrocknen.