Kopf & Psyche

Was ist eine Posttraumatische Belastungsstörung?

Eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) bringt man häufig mit Kriegs- oder Missbrauchsopfern in Verbindung. Die psychische Erkrankung kann aber auch andere Menschen treffen.

Wie der Name schon sagt, tritt die PTBS infolge eines traumatischen Erlebnisses auf. Wer unter einer PTBS leidet, den lassen häufig die Bilder des Erlebten einfach nicht mehr los und tauchen immer wieder in Träumen und Flashbacks auf. Lesen Sie hier, woran man eine Posttraumatische Belastungsstörung erkennt, wie sie entsteht und wie man mit ihr umgeht.

Wie kann ein Trauma entstehen?

Ein Trauma kann durch eine sehr belastende und extreme Situation entstehen, die der Betroffene entweder selbst erlebt oder aber als Zeuge miterlebt hat. Dabei kann eine Unterscheidung in zwei Typen von Traumata vorgenommen werden:

  1. Ein kurzes und einmaliges Trauma, wie z.B. ein Autounfall, eine Naturkatastrophe, gewalttätige Angriffe auf die eigene Person oder Terroranschläge.
  2. Ein Trauma, das länger andauert oder sich wiederholt. Dazu gehören beispielsweise sexueller Missbrauch über eine längere Zeit, Flucht, Geiselhaft und Kriegserfahrungen.

Was als belastende und extreme Situation empfunden wird, kann jedoch sehr individuell sein. Der Verlust eines sehr geliebten Menschen kann deshalb ebenfalls zu einem Trauma führen. Genauso kann bei einem Kind ein Trauma entstehen, wenn es plötzlich von seiner Mutter über längere Zeit getrennt wird, weil diese beispielsweise in ein Krankenhaus muss. Ebenfalls können eine schwierige Kindheit und mangelnde Unterstützung aus dem sozialen Umfeld eine PTBS fördern.

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Was sind die Symptome?

In der Regel zeigen sich die Symptome nach einigen Wochen bis hin zu Monaten nach dem traumatischen Ereignis. Bei einer akuten Belastungsreaktion können die Symptome jedoch bereits kurz nach dem Ereignis auftreten. Hauptsymptom einer Posttraumatischen Belastungsstörung sind die wiederkehrenden Bilder des Ereignisses. Diese können sich in Form von Flashbacks (engl. für „Rückblende“) und Albträumen ausdrücken. Die Erinnerungen können auch durch bestimmte alltägliche Situationen oder äußere Reize, wie z.B. Gerüche oder laute Geräusche, zurückkehren. Allerdings erinnern sich die Betroffenen nicht immer komplett an das Geschehene. Es können Erinnerungslücken auftreten.

Weitere Symptome sind unter anderem:

  1. Schlafstörungen
  2. Emotionale Stumpfheit und Teilnahmslosigkeit
  3. Konzentrationsstörungen
  4. Angstzustände
  5. Schreckhaftigkeit und Reizbarkeit
  6. Schwere Schuld- und Schamgefühle

Auch körperliche Symptome, wie Herz-Kreislaufprobleme oder Bluthochdruck sind bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung möglich.

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Eine Posttraumatische Belastungsstörung kann behandelt werden. (c) StockPhotoPro/Fotolia

Diagnose einer PTBS

Erster Ansprechpartner bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung ist meistens der Hausarzt. Er überweist einen Patienten bei Verdacht auf PTBS an einen Psychotherapeuten. Der Therapeut erfragt in einem ausführlichen und behutsamen Gespräch die Krankheitsgeschichte und mögliche Auslöser für die psychischen und körperlichen Symptome. Um nicht womöglich Erinnerungen zu wecken und um Misstrauen abzubauen, erfolgen diese Gespräche in einer ruhigen und vertraulichen Atmosphäre.

Wie wird eine Posttraumatische Belastungsstörung behandelt?

Die Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung sollte durch einen speziell ausgebildeten Psychotherapeuten erfolgen. Je nach Schweregrad erfolgt entweder eine stationäre oder ambulante Behandlung.

Der erste Schritt der PTBS-Therapie besteht darin, den Patienten vor weiteren Traumatisierungen zu schützen. Um das Vertrauen zwischen ihm und dem Therapeuten zu stärken, werden die nächsten Schritte gemeinsam besprochen. Anschließend geht es darum, die betroffene Person zu stabilisieren und ihr den Alltag zu erleichtern. Dabei können auch Medikamente als Hilfsmittel zum Einsatz kommen.

Wenn der Patient stabil genug ist, wird er langsam und vorsichtig vom Therapeuten mit seinen Erlebnissen konfrontiert. Die Verarbeitung der Geschehnisse soll dem Betroffenen helfen, wieder in einen geregelten Alltag zurückzukehren.

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Kann man PTSD vorbeugen?

Einer Posttraumatischen Belastungsstörung vorzubeugen ist schwierig. Situationen, die ein Trauma hervorrufen, sind selten vorhersehbar. Die wirksamste Maßnahme ist deshalb, gleich nach dem Ereignis eine therapeutische Betreuung aufzusuchen.

Grundsätzlich gibt es aber die Möglichkeit der Resilienz: die aktive Stärkung der eigenen Psyche gegen die Stürme des Lebens.