Magen & Darm

Was ist Säurereflux?

Säurereflux zählt zu den häufigsten Verdauungsbeschwerden. Säurereflux ist ein Symptom, das am Verdauungssystem, auftritt, wenn Magensäure aus dem Magen entweicht und nach oben in den Ösophagus (die Speiseröhre) fließt – und manchmal sogar bis in den Mundraum gelangt.

Es handelt sich dabei um eine relativ häufige Beschwerde. Viele Menschen haben schon einmal nach dem Genuss einer zu reichhaltigen, zu scharfen oder zu fettigen Mahlzeit einen Säurereflux-Anfall erlebt. In diesen Situationen handelt es sich bei Säurereflux um ein „normales“ Symptom, das nicht auf ein anderes gesundheitliches Problem verweist.

Andere werden jedoch regelmäßig von Säurereflux geplagt, was auf Dauer schmerzhaft und unangenehm werden kann. Wiederkehrende Säurereflux-Episoden ohne zugrundeliegende Ursache werden in ärztlichen Kreisen als gastroösophageale Refluxkrankheit bezeichnet.

Was steckt hinter Säurereflux?

In der Regel verhindert eine Art Ventil, das an der Verbindung von Speiseröhre und Magen liegt, dass Magensäure in die Speiseröhre eindringt. Dieses aus einem Muskel bestehende Ventil transportiert normalerweise die Nahrung in eine Richtung, kann aber unter bestimmten Umständen undicht werden. Wird es undicht, fließt säurehaltiger Mageninhalt zurück und gelangt nach oben in Richtung des Mundes, wodurch zahlreiche Symptome entstehen.

Eine Reihe von Faktoren und Erkrankungen können einen solchen Säurerückfluss begünstigen. Dazu gehören:

  • Gesundheitliche Probleme, zum Beispiel eine Verdauungsstörung, eine Hiatushernie, Übergewicht oder auch Schwangerschaften
  • Lebensgewohnheiten, beispielsweise zu viel oder zu schnell zu essen
  • Bestimmte Arten von Nahrungsmitteln, etwa fettige oder saure Speisen
  • Einige Arzneimittel, beispielsweise gewöhnliche Schmerzmittel wie Aspirin oder Ibuprofen

Dass Neugeborene bis zu einem gewissen Grad an Säurereflux leiden, ist normal. Dies liegt an ihrem noch nicht ausgereiften Verdauungssystem. Nach ein paar Monaten hat sich die Krankheit bei den Babys ausgewachsen.

Die Symptome von Säurereflux sind ausgeprägt und eindeutig und daher normalerweise einfach zu erkennen. Viele Merkmale ähneln den Symptomen einer Verdauungsstörung, verschlechtern sich jedoch typischerweise beim Hinlegen. Mehr zu den Symptomen bei Reflux lesen Sie hier.

Wie können pflanzliche Arzneimittel helfen?

Die Symptome von Säurereflux lassen sich häufig durch kleine Anpassungen der Lebens- und Essgewohnheiten verbessern, beispielsweise durch den Verzehr kleinerer Mahlzeiten oder indem scharfe Speisen und späte Abendmahlzeiten (kurz vor dem Zubettgehen) vermieden werden.

Einige Menschen benötigen jedoch etwas mehr Unterstützung und hier kommen pflanzliche Arzneimittel ins Spiel. Bereits seit vielen Jahren werden Heilpflanzen zur Behandlung zahlreicher Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Zu diesen positiv auf die Verdauung wirkenden Heilpflanzen gehören Artischocke, Löwenzahn und Boldo, die alle als Magenbitterkräuter bekannt sind. Mehr zum Thema finden Sie hier.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Die meisten Menschen, die an Säurereflux leiden, sollten in der Lage sein, ihre Symptome durch die Änderung von Ernährung und Lebenswandel und – bei Bedarf – durch den Einsatz pflanzlicher Arzneimittel gegen eine Verdauungsstörung in den Griff zu bekommen.

Wenn sich die Symptome jedoch nicht bessern, kann ein Arztbesuch erforderlich werden, um die Diagnose zu bestätigen. Ihr Arzt verschreibt Ihnen dann möglicherweise eines oder mehrere Medikamente, von Antazida zur Neutralisierung der Magensäure bis hin zu Protonenpumpenhemmern (auch als „Protonenpumpen-Inhibitoren“, „PPI“ bezeichnet), welche die Bildung von Magensäure verhindern. In schwerwiegenden Fällen empfiehlt sich eine Operation, um den Schließmuskel, der Magen und Speiseröhre verbindet, zu verstärken.

Darüber hinaus gibt es bestimmte Umstände, unter denen Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen sollten. Dazu zählen folgende Situationen:

  • Wenn Sie sich aufgrund Ihres Gesundheitszustands Sorgen machen oder wenn Sie befürchten, dass Ihre Symptome von einem anderen Problem verursacht werden.
  • Wenn Sie unerwartet an Gewicht verlieren.
  • Wenn Sie regelmäßig erbrechen müssen, besonders wenn das Erbrochene Blut enthält.
  • Bei Blut im Stuhl.
  • Wenn Sie den Eindruck haben, dass die von Ihnen eingenommenen Arzneimittel Ihre Säurereflux-Symptome verursachen oder verstärken.