Gesundheits-Tipps

Wespenstiche – Schutz und Erste-Hilfe-Tipps

Wespen und Hornissen sind friedlicher als Sie glauben – vorausgesetzt, Sie beherzigen einige Tipps. Und: Das hilft gegen Wespenstiche!

Wespen und Hornissen sind kein Grund zur Panik. Genau diese bekommen allerdings viele Menschen, wenn ihnen die Insekten zuhauf um den Kopf schwirren. Die einen fuchteln mit den Armen herum, um sie zu vertreiben, andere ergreifen einfach selbst die Flucht, während manche ungerührt sitzen bleiben.

Angelockt werden Wespen und Co. vor allem durch Eis, Kuchen und andere Süßigkeiten, aber auch von Fleisch und Wurst. Nur zwei der acht in Deutschland beheimateten Wespenarten fliegen auf Steak, Cola und Co. – die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe.

Wespenstiche verhindern – so geht’s!

Wespen stechen zu, wenn sie sich bedroht fühlen. Wenn Sie im Biergarten oder am Kaffeetisch sitzen, sollten Sie heftige und hektische Bewegungen vermeiden, um die gelb-schwarzen Flieger nicht zu reizen und keine Wespenstiche zu riskieren. Wenn Sie also mit den Händen herumfuchteln, um die Tiere zu verscheuchen, tun Sie genau das Falsche. Am besten bleiben Sie ruhig sitzen. Übrigens: Auch Angstschweiß kann Wespen aggressiv machen und sie zu Wespenstichen verleiten.

Manche Menschen versuchen Wespen, die auf Ihrem Bierglas oder dem Obstkuchen sitzen, einfach weg zu pusten.  Auch das ist nicht ratsam, denn das Kohlendioxid in der Atemluft gilt im Wespennest als Alarmsignal – es drohen Wespenstiche.

Wenn Sie im Garten grillen oder im Biergarten sitzen, decken Sie Süßes, Fleisch, Wurst und süße Getränke wie Cola oder Fruchtsäfte ab. Am besten lassen Sie auch keine Essensreste offen herumliegen. So werden Wespen erst gar nicht angelockt.

Kinder tragen das Eis nach dem Essen oft noch um den Mund herum. Wischen Sie die Süßigkeit am Mund ab, um Ihre Kinder vor Wespenstichen zu schützen.

> Bienen- und Wespenstichallergie: Erkennen und handeln

Manchmal schlüpfen Wespen in geöffnete Flaschen, ohne dass Sie dies bemerken. Wenn Sie jetzt einen Schluck aus der Flasche nehmen, besteht die Gefahr, die Wespe mit zu verschlucken. Und das kann gefährlich werden. Trinken Sie deshalb nie direkt aus der Flasche, sondern verwenden Sie für alle Getränke einen Strohhalm.

Spezial: Schön und fit durch den Sommer

Manche Menschen versuchen, die Tiere vom eigenen Obstkuchen auf dem Teller abzulenken, und stellen „süße Fallen“ in einiger Entfernung auf. Eine Ablenkungsfütterung kann tatsächlich funktionieren, am besten mit überreifen Weintrauben in fünf bis zehn Metern Entfernung von Ihrem Tisch.  Dies fanden zwei Schülerinnen bei einem Experiment für „Jugend forscht“ heraus. Aber Marmelade oder Honig pur halten die Wespen weniger gut in Schach – die klebrigen Süßigkeiten lenken sie nicht ab, sondern machen aggressiv. Nicht geeignet als Schutz vor Wespenstichen sind Wespenfallen mit süßem Saft oder Bier. Die Tiere sterben in der Flüssigkeit qualvoll und Sie erwischen auch nur die älteren Tiere.

Auch Düfte, die Parfüms oder Cremes verströmen, ziehen Wespen magisch an. Verzichten Sie also am besten auf Produkte, die allzu intensive Gerüche verbreiten.

> Hausmittel gegen Insekten

Wespen mögen es bunt! Auch wenn Ihre Lieblingsfarbe gelb oder rot ist – verzichten Sie auf der Grillparty am See oder im Biergarten auf allzu bunte Kleidung. Besser sind dunkle, gedeckte Farben, um Wespenstiche zu verhindern.

Im Gegensatz zu anderen Wespenarten fliegen Hornissen nachts. Lichterketten auf der Party, erleuchtete Fenster oder das Licht des Fernsehers ziehen sie an. Versuchen Sie, möglichst wenig Lichter anzuschalten. Die Lichtquellen sollten zudem möglichst schwach sein. Ratsam sind Natriumdampflampen, deren Lichtspektrum nachtaktive Insekten schlecht wahrnehmen können.

> Hornissenstiche: Wie gefährlich sind sie wirklich?

Wespenstiche – was tun?

Wespenstiche und Stiche von Bienen oder Hornissen sind zwar schmerzhaft, aber meistens nicht gefährlich. Der Körper reagiert mit Schmerzen, juckenden Rötungen und Schwellungen. Meist verschwinden diese Symptome der Wespenstiche nach einigen Tagen. Bei Menschen mit einer Insektengiftallergie können die Wespenstiche allerdings eine schwere allergische Reaktion oder sogar einen lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock auslösen – hier sind sofortige Notfallmaßnahmen gefragt!

  • Saugen Sie das Insektengift nicht mit dem Mund aus. Über die Schleimhäute kann es sich im Körper verteilen. Oder spucken Sie das Spucke-Gift-Gemisch anschließend aus.
  • Fall Sie eine Biene statt einer Wespe gestochen hat: Entfernen Sie den Bienenstachel so schnell wie möglich (Finger, Pinzette, mit dem Fingernagel wegkratzen). Je länger er in der Haut bleibt, desto mehr Gift gibt die angeheftete Giftblase in die Haut ab.
    > Bienenstiche: Was tun?
  • Kühlen Sie die betroffene Hautstelle sofort nach dem Wespenstich, um Schwellungen zu vermeiden. Geeignete Kühlmittel sind Eiswasser, Coldpacks, Eiswürfel oder ein nasses Tuch. Auch kühle Umschläge mit Essigwasser schützen vor Schwellungen, lindern den Juckreiz und desinfizieren die Einstichstelle. Zur Kühlung gibt es zudem Salben und kühlende Gels mit Antihistaminika oder Kortison aus der Apotheke.
  • Auch Hitze kann gegen Wespenstiche helfen. Sie soll die Reaktion des Körpers auf den Stich dämpfen.
  • Legen Sie Zwiebeln oder Zitronen auf die Einstichstelle – beide wirken bei Wespenstichen entzündungshemmend.
  • Gegen den Juckreiz, den Wespenstiche verursachen, hilft eine Mischung aus Speichel und Zucker, die Sie auf die betroffene Hautstelle auftragen.
  • Kratzen Sie nicht an der Einstichstelle – auch wenn es noch so sehr juckt. Sonst drohen Infektionen und Entzündungen.
  • Halten Sie den betroffenen Körperteil ruhig und lagern Sie ihn hoch.

Quellen:

  • Naturschutzbund NABU, https://www.nabu.de/
  • Internisten im Netz, www.internisten-im-netz.de