Herz, Kreislauf & Stoffwechsel

Wie gefährlich sind Herzrhythmusstörungen?

Eigentlich kommt ein unregelmäßiger Herzschlag im Laufe des Lebens bei nahezu jedem Menschen einmal vor und ist recht harmlos. Es kann jedoch auch vereinzelt zu ernst zu nehmenden Herzrhythmusstörungen kommen, die auf keinen Fall ignoriert werden sollten. Wir haben die wichtigsten Infos dazu für Sie zusammengefasst.

Bei einem gesunden und intakten Herzen senden die sogenannten elektrischen Taktgeber in regelmäßigen Abständen Impulse, die zu einem normalen Herzschlag führen. Werden diese Taktgeber jedoch durch Fehlzündungen gestört, kann es zu zusätzlichen Herzschlägen kommen. Unter Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) versteht man außerdem sowohl ein zu langsam als auch ein zu schnell schlagendes Herz.

Meist werden diese Unregelmäßigkeiten von den Betroffenen als Herzstolpern oder Herzrasen empfunden. Normal sind in etwa 50 bis 100 Herzschläge pro Minute. Wenn wir schlafen, verlangsamt sich unser Puls automatisch. Bei Aufregung, Sport und anderen körperlichen Aktivitäten wird der Puls entsprechend schneller.

Verschiedene Arten von Herzrhythmusstörungen

Die wichtigsten Arten von Herzrhythmusstörungen auf einen Blick:

  • Bradykarde Herzrhythmusstörungen

Hier liegt der Herzschlag bei unter 50 Schlägen pro Minute. Betroffene klagen in diesem Fall meist über Schwindel, allgemeine Schwäche, eine geminderte Leistungsfähigkeit, bis hin zum Verlust des Bewusstseins. Je nach Schweregrad der Erkrankung wird in den meisten Fällen zum Herzschrittmacher geraten, der zu den effektivsten Behandlungsmethoden zählt.

  • Tachykarde Herzrhythmusstörungen

Liegt der Herzschlag in Ruhephasen bei über 100 Schlägen pro Minute spricht man meistens von einer tachykarden Herzrhythmusstörung. Mögliche Therapien können Medikamente sein, aber auch eine Art Defibrillator, der, ähnlich wie ein Herzschrittmacher, operativ eingesetzt wird und die Aktivität des Herzens überwacht und gegebenenfalls einschreitet, sollte es zu Abweichungen des Herzschlags kommen.

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  • Vorhofflimmern

Vorhofflimmern gehört zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen, die hauptsächlich ältere Menschen betreffen. Hier entsteht ein unregelmäßiger und übermäßig schneller Herzschlag, der sich unter anderem auch durch ein verstärktes Schwindelgefühl bemerkbar macht. Oft wird den Patienten auch schwarz vor Augen. Durch das Vorhofflimmern kann nicht selten auch eine Tachykardie, also ein zu schnell schlagendes Herz entstehen. Patienten, die unter Vorhofflimmern leiden, müssen oft Blut verdünnende Medikamente einnehmen, damit das Risiko eines Blutgerinnsels, das zu einem Schlaganfall führen kann, auf ein Minimum reduziert wird.

Wie Sie Herzrhythmusstörungen erkennen

Bei ersten Anzeichen einer Herzrhythmusstörung sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen, der Sie entsprechend untersucht. Bei unregelmäßiger Aktivität des Herzens können folgende Symptome auftreten:

  • Herzrasen oder Herzstolpern
  • Benommenheit, Schwindelgefühl
  • Krampf- oder Ohnmachtsanfälle, Bewusstlosigkeit
  • Herzschmerzen, Engegefühl in der Brust

Wird eine vorliegende Herzrhythmusstörung nicht rechtzeitig erkannt, kann sie zu Schlaganfällen, Herzinfarkt, Embolien, einer zunehmenden Herzschwäche oder sogar zum Tod führen. Bereits der kleinste Verdacht sollte also nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

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Herzthythmusstörungen

Ein unregelmäßiger Herzschlag kann viele Ursachen haben. (c) leungchopan / Fotolia

Ursachen für Herzrhythmusstörungen

Es gibt sowohl äußere Umstände als auch organische Ursachen, die Herzrhythmusstörungen auslösen können. Besonders der übermäßige Konsum von Koffein in Form von Cola oder Kaffee kann sich negativ auf die Herzgesundheit auswirken. Auch Stress, Nervosität, Aufregung und Angstzustände sind dauerhaft Gift für Ihr Herz. Weitere äußere Ursachen können sein: Nikotin, Alkohol und Drogen sowie diverse Giftstoffe, die dem Körper zugefügt werden. Als organische Ursachen für Herzrhythmusstörungen gelten unter anderem:

  • Herzinfarkt
  • Koronare Herzkrankheiten
  • Herzmuskelerkrankungen und Entzündungen
  • Herzfehler oder Herzklappenfehler
  • Bluthochdruck
  • Schilddrüsendysfunktionen
  • Elektrolytstörungen

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Therapiemöglichkeiten bei Herzrhythmusstörungen

Je nachdem welche Form der Arrhythmie vorliegt, kann sich Ihr behandelnder Arzt für Medikamente, Herzschrittmacher, Herzkatheter oder Defibrillator entscheiden. Sie selbst können aber auch eine Menge zur Gesundheit Ihres Herzens beitragen.

Stress vermeiden

Ein immer wieder unterschätzter Auslöser für diverse Krankheiten ist Stress im Alltag. Versuchen Sie daher, gelassener zu werden und sich regelmäßige Ruhepausen zu gönnen. Hilfreich ist hier vor allem Meditation, autogenes Training oder auch Yoga.

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Nikotin und Alkohol

Da Alkohol Vorhofflimmern begünstigen kann, sollten Sie ihn, wenn überhaupt, nur sehr selten und in Maßen genießen. Auch Nikotin- und Kaffeekonsum ist für ein gesundes Herz schädlich. Ihr Arzt kann Ihnen dabei helfen, das richtige Entwöhnungsprogramm zu finden, um mit dem Rauchen langfristig aufzuhören.

Nebenwirkungen beseitigen

Falls Sie bestimmte Medikamente einnehmen, kann es sein, dass diese zum Beispiel Herzrasen auslösen. Hier wäre ein Wechsel zu einem anderen, geeigneten Medikament oder eine andere Dosierung eventuell ratsam. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.

Regelmäßige Vorsorge

Damit eine etwaige Herzrhythmusstörung frühzeitig entdeckt und behandelt werden kann, ist es ratsam, in regelmäßigen Abständen zur ärztlichen Vorsorge zu gehen. Manchmal können zudem auch Erkrankungen anderer Organe wie beispielsweise der Schilddrüse dahinter stecken. Mit den richtigen Vorsorgeuntersuchungen können schlimme Folgen abgewendet und die Herzgesundheit erhalten werden.

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