Wie schädlich ist Salz wirklich?

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Wie schädlich ist Salz wirklich?

Die Schädlichkeit von Salz wird vielfach diskutiert – ähnlich wie das Thema Zucker. Dabei gehen auch hier die Meinungen auseinander und es gibt keine eindeutigen Studien, die einen Zusammenhang zwischen bestimmten Krankheiten und Salz beweisen. Dennoch ist zu viel Salz in der Nahrung sicherlich schädlich. Wir gehen dem Thema einmal auf den Grund.   

Bei zu viel Salz im Körper gerät der Elektrolythaushalt aus dem Gleichgewicht. Jährlich gibt es in Deutschland rund 21.000 Todesfälle, die in Zusammenhang mit einer zu salzhaltigen Ernährung stehen. Weltweit liegt die geschätzte Zahl sogar bei 1,65 Millionen Menschen.

Warum ist Salz schädlich?

Oft merken oder wissen wir gar nicht, welche Mengen an Salz wir über den Tag verteilt tatsächlich zu uns nehmen. In nahezu allen Lebensmitteln ist Salz versteckt. Besonders in Fertigprodukten sind häufig hohe Salzmengen verarbeitet. Wenn der Körper zu viel Salz zugeführt bekommt, so kann dies zu einem erhöhten Risiko führen, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden, da unter anderem der Blutdruck steigt. Zudem werden die Blutfettwerte schlechter.

Salz hat außerdem die Eigenschaft, dem Körper Wasser zu entziehen. Als Folge davon trocknen die Zellen aus. Bei älteren Menschen ist dieser Effekt besonders gefährlich. Sie neigen schneller dazu, auszutrocknen. Außerdem können der Salzüberschuss und der damit verbundene Wassermangel auch Krankheiten wie Demenz begünstigen.

Wie viel Salz im Essen ist normal?

Über die zu empfehlende Salzzufuhr pro Tag sind sich die Experten uneinig. Es gibt jedoch Richtwerte, die eine Orientierung bieten. Die AHA, die amerikanische Herzgesellschaft, rät zu maximal 3,8 Gramm Salz pro Tag. Die DGE, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, spricht von 3,5 bis 6 Gramm pro Tag. Das entspricht etwa zwei Teelöffeln pro Tag.

Tatsächlich liegen die Werte der deutschen Durchschnittsbürger aber bei 8,4 Gramm bei den Frauen und sogar 10 Gramm bei den Männern. Bei den vorgegebenen Richtwerten ist jedoch zu beachten, dass unter anderem auch das Alter eine Rolle spielt. Ältere Menschen leiden beispielsweise häufig unter einem Salzmangel, was auch auf einen zu niedrigen Wasserhaushalt im Körper zurückzuführen ist. Hier wäre eine Reduktion der Salzzufuhr sogar schädlich.

Salz

Wie viel Salz ist zuviel für den Körper? (c) AlenKadr / Fotolia

Ist Salzverzicht die Lösung?

Zahlreiche Studien haben sich mit dem Thema Salzzufuhr befasst und festgestellt, dass auch eine zu geringe Salzzufuhr Gefahren für den Körper birgt. Auch hierdurch kann gleichermaßen das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko erhöht werden.

Zudem „freut“ sich der menschliche Körper von Natur aus über jegliche Salzzufuhr. Dies liegt darin begründet, dass unsere Vorfahren unter Salznot litten. Der Körper ist nun so eingestellt, dass er im wahrsten Sinne Glückshormone ausschüttet, wenn er Salz aufnimmt.

Insofern entwickelt der Körper eine kleine Sucht nach Salz. Es fällt den meisten Menschen aus diesem Grund sehr schwer, auf Salz zu verzichten oder es zu reduzieren. Ein plötzlicher Verzicht auf Salz würde für den menschlichen Körper Stress bedeuten und er würde Stresshormone produzieren, welche wiederum schädlich für den Körper sind.

Mit Salz maßvoll umgehen

Die Lösung des Problems liegt – wie bei vielen Dingen – darin, maßvoll mit diesem Lebensmittel umzugehen. Der häufige Griff zu Fertigprodukten sollte reduziert werden. Wer viele Speisen selbst und frisch zubereitet, hat es selbst in der Hand, die Salzmenge entsprechend zu dosieren.

Zudem sollte stets auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden, um einem eventuellen Austrocknen des Körpers entgegenzuwirken. Wer dann doch einmal zu Fertigprodukten greift, der sollte auf jeden Fall immer die Nährwertangaben beachten, um sich eine Orientierung zu verschaffen.