Mund & Zähne

Wund im Mund: Erste Hilfe bei Aphten

Sie kommen ohne Vorwarnung, bleiben einige Tage und verschwinden spurlos – als wäre nichts gewesen: Aphten. Harmlose Bläschen im Mund, die höllisch schmerzen. Was hinter den kleinen Plagegeistern steckt und wie man sie bändigt, erfahren Sie hier.

Zuerst ist da nur ein unangenehmes Gefühl an der Innenseite der Lippe, der Wange oder am Zahnfleisch. Einige Stunden später verursacht der kleine Punkt in der Mundhöhle Höllenqualen. Aphten sind meist so winzig wie ein Stecknadelkopf, was in keinem Verhältnis zu den Schmerzen steht. Es brennt im Mund, bei jedem Bissen, beim Sprechen, beim Zähneputzen. Wer sich jetzt noch ein Lächeln abringen kann, hat Glück.

Kleine Tupfen, großes Leid

Aphten treten als milchige, weiße Flecken auf – theoretisch überall im Mund. Neben Lippen und Zahnfleisch können sie auch Rachen, Gaumen oder die Zunge befallen. Die wunden Stellen umgibt ein rötlicher Rand. Optisch erinnern sie an Herpesbläschen, sind nach heutigem Wissensstand aber nicht ansteckend.

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Klar ist, dass es sich bei den Bläschen um partielle Defekte der Mundschleimhaut handelt. Die entzündeten Flecken ähneln kleinen Geschwüren (Ulcus), sind wie Löcher in der Haut, an denen die Nervenenden freiliegen und darum empfindlich auf Berührung oder saure Lebensmittel wie Ananas, Orange, Tomate und Co. reagieren.

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Unklar ist, warum uns Aphten ärgern. Eindeutige Ursachen konnte die Medizin bisher nicht ausmachen. Eine Reihe von möglichen Auslösern werden aber diskutiert:

  • Kleinere Verletzungen im Mundraum, durchs Zähneputzen etwa
  • Druckstellen durch Zahnspangen
  • Ein Mangel an Vitamin B 12, Folsäure, Eisen und Zink
  • Genetische Veranlagung
  • Psychischer Stress
  • Hormonschwankungen während des weiblichen Menstruationszyklus
  • Immunschwäche
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten

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Die Mehrheit der Betroffenen plagen sich mit der kleinen Form rum, sogenannte Minor-Aphten, die nicht größer sind als fünf Millimeter. Nach spätestens 14 Tagen ist der Spuk vorbei, die Bläschen verschwinden von selbst. In besonders schlimmen, aber sehr seltenen Fällen treten Aphten gehäuft (Herpetiforme Aphten) oder als Major-Aphten auf. Die sind wesentlich größer (bis zu drei Zentimeter) und dringen tiefer in die Schleimhaut. Die Heilung der Major-Aphten dauert länger, mitunter bleiben kleine Narben zurück.

Wenn der Schmerz anhält

Wer einmal eine Aphte hat, bei dem tauchen die Entzündungen wahrscheinlich immer wieder auf. Eigentlich keine große Sache, schließlich heilen die Bläschen ohne Behandlung wieder ab. Wären da nur nicht diese furchtbaren Qualen. Wie gut, dass einige Mittel die Schmerzen lindern und die Heilung beschleunigen.

Zur ersten Hilfe bieten sich lokal betäubende Salben, Sprays oder Gurgellösungen an. Die gibt es frei verkäuflich in der Apotheke. Zur Anwendung: Die entzündete Stelle trocken tupfen und mit einem Wattestäbchen auftragen. Zusätzlich empfehlen sich keimabtötende Mundspülungen mit Extrakten von Myrrhe, Salbei oder Rhabarberwurzel. Sie haben einen entzündungshemmenden Effekt und können die Heilung unterstützen.

Hausmittel bei Aphten

(c) Dudzenich / Fotolia

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