Bewegung & Fitness

Yoga: Welche Form passt zu mir?

Jedes Jahr warten neue Yoga-Trends mit kreativen Anregungen auf, Körper und Geist in Einklang zu bringen. Dabei sind den Formen keine Grenzen gesetzt: Doga zusammen mit dem geliebten Vierbeiner, schweißtreibendem Bikram-Yoga bei 35–40 Grad, bis hin zu Bier-Yoga, das das Feierabend-Bier in die Bewegungsabfolgen integriert. Wir geben Tipps, wie Sie die ideale Form für sich finden.

Alle Yoga-Arten haben eines gemeinsam: Sie beschäftigen sich mit der Ausgeglichenheit und inneren Ruhe des Menschen. Die Yoga-Lehren sehen den Körper als „Tempel der Seele“, den es zu pflegen gilt. Ziel ist es, durch Bewegung, Meditation und Konzentration ein Gleichgewicht zwischen Körper und Geist herzustellen und ein Bewusstsein für den achtsamen Umgang mit sich selbst zu schaffen.

Yoga-Übungen halten den Körper fit und beweglich

Die anspruchsvollen und entspannenden Yogaübungen bringen enorme gesundheitliche Vorteile: Sie stärken und lockern die Muskulatur, trainieren die Flexibilität der Gelenke und Sehnen, fördern Gleichgewichtssinn und Körpergefühl und wirken depressiven und Blutdruckerkrankungen entgegen.

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Wechselspiel aus Übungen und Atmung

Die diversen Yoga-Stile unterscheiden sich in den Kombinationen und Abfolgen von Asanas und Pranayamas.

Asana bezeichnet die einzelne Übung im Yoga, die im Liegen, Sitzen oder Stehen ausgeführt wird. Ihre Intensität reicht von ruhig und entspannt bis hin zu anstrengend und intensiv.

Pranayamas sind Atemübungen, die in die Abfolge integriert oder mit einer Asana kombiniert werden. Der regelmäßige Atem bewirkt ein ruhiges Bewusstsein. Während der Pranayama liegt die Konzentration auf der körperlichen Atmung und stoppt damit die Gedanken, die über den Tag ruhelos durch den Kopf schwirren. In der Meditation widmen Sie sich –losgelöst vom Alltag– Ihrem Geist und der inneren Ausgeglichenheit.

Yoga-Matte

Rutschfeste Yoga-Matten geben den nötigen Halt. (c) sianstock / Fotolia

Guerilla-Yoga: Ohne räumliche Grenzen

Yoga sind keine räumlichen Grenzen gesetzt: Man kann überall trainieren. Die uneingeschränkte Ortswahl hat sich Guerilla-Yoga auf die Fahne geschrieben. Für die Asanas werden bewusst alltägliche Plätze aufgesucht, an denen die hohe Geräuschkulisse die Konzentrationsfähigkeit herausfordert.

Extreme, körperlich anspruchsvolle Formen kombinieren eine aktive Sportart mit Yoga-Übungen. Beim SUP-Yoga (Stand-up Paddling) trainieren etwa Surfer ihre Balance. Da Surfbrett und Wasser einen instabilen Untergrund bieten, sind hierfür hohe Körperspannung und ein guter Gleichgewichtssinn nötig.

Hatha-Yoga: Ideal für Einsteiger

Die populäre, traditionelle Form eignet sich gut für Anfänger, um Yoga und seine Wirkung kennenzulernen. Dieser Stil zeichnet sich durch langsame, entspannte und gut nachvollziehbare Übungen aus. Sie sind darauf ausgerichtet, die Muskulatur und Flexibilität zu stärken, den Gleichgewichtssinn zu festigen und durch innere Ausgeglichenheit Stress abzubauen.

Yoga Übung Frau

Die teilweise entspannten Übungen unterstützen die innere Ausgeglichenheit.  (c) colourbox

Als Yogi trainieren Sie darauf hin, die Positionen immer sicherer und länger zu halten und Ihren Körper stärker zu dehnen. Dabei testen Sie permanent Ihre Grenzen aus und schulen Ihre Konzentration. Diese Variante eignet sich vor allem für Menschen, die unter Rücken- und Nackenschmerzen, Depressionen oder hohem Blutdruck leidet.

Die sanfte, ebenso effektive Variante, das Yin-Yoga, arbeitet mit langen Dehnübungen, erreicht die tiefer liegenden Faszien und hält die Gelenke beweglich.

Aerial-Yoga: Asanas in der Luft

Dieser junge Trend lässt Sie beim Yoga fliegen. Der Yogi schlingt lediglich ein Nylontuch um Hüfte und Oberschenkel und schwebt ansonsten frei über dem Boden. Obwohl diese Form sehr artistisch klingt, erfreut sie sich reger Beliebtheit und hat gleich mehrere gesundheitliche Effekte.

Yoga in der Luft

Um in der Luft das Gleichgewicht zu halten, ist eine Grundspannung nötig. (c) colourbox

Der größte Vorteil am schwebenden Zustand ist, dass Sie selbst schwierige Asanas wie den Kopfstand oder die Brücke leichter und ohne Hilfe ausführen können. Gleichzeitig sind die Übungen in der Schwebe sehr gelenkschonend. Der Körper arbeitet gegen die Schwerkraft und erlaubt tiefere Dehnungen als auf der Yogamatte. Dadurch lassen sich Wirbelsäule und Rückenmuskulatur völlig strecken und Verspannungen lösen sich insbesondere in einer Kopfüber-Position. Jede einzelne Bewegung und Position fordert eine permanente Grundspannung des Körpers, die vor allem Oberkörper, Bauch und Oberschenkel trainieren.

Acro-Yoga: Akrobatische Entspannung im Teamwork

Die Mischung aus Yoga, Akrobatik und Thai-Massage ist ideal für Experimentierfreudige, die gerne im Team trainieren. Nach der Aufwärmphase mit Yoga-Übungen stehen Fliegerfiguren im Fokus. Die untere Person bildet die Basis und hält die obere Person, den Flieger, in verschiedenen Positionen in der Luft. Der Spotter ist die helfende Hand, die ihre beiden Partner beim Balance-Akt unterstützt und sie bei den Figuren absichert. Während sich in der oberen Position Verspannungen lösen und die Wirbelsäule gedehnt wird, stärkt das Halten und Absichern die Muskulatur.

Dieser Stil erfordert vor allem Kraft, Ausdauer und Gleichgewicht; aber auch Verantwortungsbewusstsein. Ziel des Acro-Yogas ist, sich als Flieger auf seine Partner verlassen zu können, sich in der Schwebe sicher zu fühlen und dabei völlig zu entspannen. Der Rollenwechsel stärkt das Teambewusstsein, den Gleichgewichtssinn und ist eine gute Vertrauensübung.

Acroyoga: Akrobatische Entspannung im Teamwork

Acro-Yoga ist ideal für sportliche Paare. (c) 4frame group / Fotolia

Yoga für Ihre individuellen Bedürfnissen

Überlegen Sie bei Ihrer Wahl, welchen Effekt Sie sich vom Yoga wünschen. Zwischen anspruchsvoller Bewegung, Entspannung und innere Ruhe gibt es viele Mischformen, die zu Ihnen und Ihren individuellen Bedürfnissen passen. Denn Ihr eigener Yoga-Stil sollte Ihnen und Ihrem Körper vor allem guttun und Freude bereiten.

>Yoga 50plus: Übung 1 der Sonnengruß 

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