Mund & Zähne

Zahnprobleme in der Menopause: Das hilft jetzt!

Die typischen Symptome der Wechseljahre wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen kennt fast jeder. Aber wussten Sie, dass mit sinkendem Östrogenspiegel auch Probleme im Mundraum auftreten können?

Zunächst scheint es keinen offensichtlichen Zusammenhang zwischen Zahn- und Mundproblemen und der Menopause zu geben. Doch wer die hormonellen Veränderungen kennt, kann mit unseren Tipps einiges dafür tun, den Mundraum wieder ins Lot zu bringen.

Was passiert bei der Menopause

Die Wechseljahre finden bei Frauen in der Zeitspanne etwa zwischen 45 und 55 Jahren statt, in der sich der Hormonhaushalt umstellt. In den Eierstöcken reifen keine Follikel mehr heran, wodurch auch die Bildung des Hormons Progesteron weniger wird. Parallel dazu verringert sich auch die Produktion von Östrogen. Die veränderte Hormonsituation löst die typischen Wechseljahrsbeschwerden aus.

Folgen des Östrogenmangels für die Zähne

Sinkt der Spiegel am Sexualhormon Östrogen, hat dies auch Auswirkungen auf die Zähne und den Kiefer. Denn Zähne, so wie der Zahnhalteapparat bestehen aus Knochen- und Zahnsubstanz. Beide erhalten ihre Festigkeit und Stabilität durch den Einbau von Kalzium. In der Menopause nimmt die Knochendichte, also der Kalziumgehalt in den Knochen, ab. Dadurch können Zähne lockerer werden und Probleme wie Parodontitis, Zahnfleischentzündungen, Mundgeruch und Schmerzempfindlichkeit verursachen. Deshalb ist in dieser Phase eine gute Versorgung mit Kalzium (z.B. in Milch- und Milchprodukten, Brokkoli, Grünkohl, Mandeln und Pistazien) besonders wichtig. Ebenso wichtig ist der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt, am besten zwei Mal im Jahr, um Probleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Zahnarzt untersucht die Zähne

Regelmäßige Zahnarzt-Besuche sind die beste Vorsorge. (c)Andriy Bezuglov/Fotolia

Warum verursacht die Menopause Mundtrockenheit?

Zu Mundtrockenheit kommt es, wenn die Speicheldrüsen nicht genug Speichel produzieren, um den Mund ausreichend zu befeuchten. Das Absinken des Hormonspiegels in der Menopause hat genau dies zur Folge. Außerdem steigt der Cortisolgehalt im Speichel. Vor der Menopause wird dieser tagsüber durch das Östrogen reguliert. Durch den Abfall des Östrogenspiegels wird diese Balance allerdings geschwächt, was wiederum zu Mundtrockenheit und Brennen im Mund führt. Langfristig können Zahnproblemen, wie bakterielle Entzündungen und Karies entstehen. Deswegen ist es wichtig, Abhilfe zu schaffen.

Was hilft gegen Mundtrockenheit?

Eine Hormonersatztherapie kann vorübergehend gegen die Symptome der Menopause helfen, sie kann aber auch Nebenwirkungen haben. Wenn das Hormon Progesteron eingenommen wird, kann sich die Mundtrockenheit sogar verschlimmern. Und wird die Hormonersatztherapie beendet, kann es erneut zu Mundtrockenheit kommen.

Gibt es Hausmittel gegen Mundtrockenheit?

Hausmittel gegen Mundtrockenheit helfen hauptsächlich durch eine Verstärkung der Speichelproduktion. Wenn wir essen, wird die Produktion von Speichel in den Speicheldrüsen angeregt. Einfach mehr zu essen, kann aber nicht die gesündeste Lösung sein.

Bestimmte Lebensmittel trocknen den Mund zusätzlich aus. Dazu gehören würzige Nahrungsmittel, knuspriges Brot, Trockengebäck und Cracker. Koffein und Alkohol haben ebenfalls einen dehydrierenden Effekt, deshalb sollte der Konsum dieser Getränke minimiert werden und stattdessen viel Wasser getrunken werden. Um Ihren Mund gut befeuchtet zu halten, sollten Sie  immer eine Flasche mit Wasser dabei haben.

 

Welche pflanzlichen Mittel können helfen?

Mit Ingwer können Sie Ihre Mahlzeiten aufpeppen, er kann aber auch als Hausmittel gegen Mundtrockenheit verwendet werden. Das Lutschen von Ingwerstückchen kann die Speichelproduktion anregen.

Auch Sanddornöl kann helfen. Es wird aus den Früchten des Sanddorns hergestellt. Diese sind reich an Omega-7-Fettsäuren, die für gesunde Schleimhäute sorgen können.

Wenn Ihre Mundtrockenheit mit der Menopause im Zusammenhang steht, können pflanzliche Arzneimittel auf Basis von Isoflavonen hilfreich sein. Diese Arzneimittel können eine Linderung der Symptome verschaffen, da sie die Wirkung von Östrogen im Körper imitieren.

Wie sieht es mit konventionellen Arzneimitteln aus?

Es ist immer eine gute Idee, Symptome von einem Arzt beurteilen zu lassen, da ein trockener Mund auch durch andere Krankheiten verursacht werden kann, zum Beispiel durch eine Störung des Immunsystems. Außerdem kann Mundtrockenheit als Nebenwirkung einer ganzen Reihe von Medikamenten auftreten. Wenn Sie also Medikamente einnehmen, sprechen Sie Ihren Arzt darauf an, ob diese für die Mundtrockenheit verantwortlich sein könnten und ob es Alternativen gibt.

Ihr Arzt kann Ihnen auch ein Mundspray oder -gel verschreiben; diese Medikamente befeuchten den Mund und wirken wie künstlicher Speichel. Es gibt auch spezielle Medikamente, bekannt als Sialagoga, die die Speichelbildung fördern.