Zwiebeln: gesund und heilsam

Alternativmedizin & Naturheilkunde

Zwiebeln: gesund und heilsam

Viele finden Zwiebeln einfach nur zum Heulen. Dabei hat das Gemüse doch so viel zu bieten! Aus der Küche ist sie nicht wegzudenken, und auch als Heilmittel für allerlei Wehwehchen hat sich die Zwiebel seit Jahrtausenden bewährt. Ihre Anwendungsmöglichkeiten sind so zahlreich wie ihre Schichten. Wir werfen für Sie einen Blick darunter und erklären, wie Sie mit Zwiebeln gesund bleiben.

Schon die alten Ägypter aßen beim Pyramidenbauen angeblich Zwiebeln. Gesund und stark wollten sie dadurch bleiben. Im Mittelalter setzten Mönche sie in der Klostermedizin gegen Pest, Cholera und Skorbut ein, und der berühmte Arzt, Astrologe und Philosoph Paracelsus schwor bereits im 16. Jahrhundert auf die heilende Kraft der Zwiebel. Im Jahr 2015 wurde die Zwiebel zur Heilpflanze des Jahres gekürt. Was genau aber macht sie so gesund und wertvoll?

Das steckt in der Zwiebel

Es gibt viele pflanzliche Hausmittel, deren Wirkung wissenschaftlich nicht bewiesen ist. Nicht so bei den Zwiebeln. Besonders Rote Zwiebeln haben erwiesenermaßen einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen und antioxidativen Schwefelverbindungen. Die Sulfide wirken antiallergisch und antibakteriell – und somit entzündungshemmend. Auch die Vitamine A, B, C und K sowie Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium, Zink, Kalzium und Kalium und Spurenelemente wie Jod sind in dem natürlichen Heilmittel aus der Küche reichlich vorhanden.

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Zwiebeln als Heilmittel anwenden

Zwiebeln können viele unterschiedliche Beschwerden lindern:

Direkte/äußere Anwendung

  • Bei Husten und Schnupfen wirkt Zwiebelsirup schleimlösend: Geschnittene Zwiebeln mit Zucker vermischen und 12 Stunden ziehen lassen. Dadurch bildet sich ein süßer Saft (= Sirup). Mehrmals am Tag einen Esslöffel davon einnehmen. Inhaliert kann der Dampf von Zwiebelsud ebenfalls eine verstopfte Nase lösen.
  • Bei Halsschmerzen hemmt Zwiebelsirup die Entzündung und lindert dadurch die Beschwerden.
  • Zwiebelsäckchen bei Ohrenschmerzen oder Mittelohrentzündung: Zwiebel klein hacken, in einen Waschlappen, Teebeutel oder ein Baumwolltuch geben und über Wasserdampf erhitzen. Anschließend leicht an das Ohr drücken oder auflegen.
  • Bei Migräne können Zwiebeln ebenfalls für Linderung sorgen: Auch hier klein geschnittene Zwiebeln in ein Tuch geben, auf die Stirn legen und mit einer Wärmflasche abdecken.
verschiedene Zwiebelsorten in Korb

Es gibt sehr viele verschiedene Zwiebelsorten. (c) colourbox

  • Asthma können Zwiebelsäckchen auf der Brust ebenfalls leicht lindern.
  • Hautverletzungen wie Bienen- und Mückenstiche, Kratzer und leichte Verbrennungen: Einfach eine dicke Zwiebelscheibe oder eine Hälfte auf die betroffene Stelle legen und einwirken lassen. Oder Sie reiben den Stich oder Kratzer mit Zwiebelsaft ein.
  • Zur Linderung von Zahnschmerzen können Sie eine Zwiebelscheibe auf die schmerzende Stelle im Mund drücken. Ein Zwiebelsäckchen außen auf die Wange gelegt, hilft bei leichteren Beschwerden ebenfalls.
  • Zur Behandlung von Narben können Sie eine Salbe aus Zwiebelextrakt auftragen. Sie hemmt nicht nur mögliche Entzündungen, sondern wirkt auch abschwellend.
  • Viele Menschen schwören darauf, dass Zwiebeln gegen Haarausfall helfen. Es ist tatsächlich möglich, dass die antibakteriellen ätherischen Öle die Kopfhaut reinigen und dabei die Blutzirkulation und den Haarwuchs anregen.
Zwiebeln aus dem Garten

Zwiebeln können Sie leicht im Garten anpflanzen. (c) greenazya / fotolia

Tipp: Damit Zwiebeln gesund machen und ihre heilsame Wirkung optimal entfalten können, ist es wichtig, dass sie möglichst unbelastet sind von Pestiziden und anderen Schadstoffen. Kaufen Sie daher am besten aus kontrolliert biologischem Anbau.

Zwiebeln als gesundes Nahrungsmittel nutzen

Auch als Teil des Speiseplans hat die Zwiebel allerlei gesundheitsfördernde Effekte. In der Regel ist es ratsam, Zwiebeln möglichst roh oder nur leicht gedünstet zu verzehren. Durch starkes Erhitzen verlieren sie nämlich ihre wertvollen Inhaltsstoffe. Dennoch ist auch das Trinken von Zwiebelsud in vielen Fällen heilsam.

  • Das in Zwiebeln enthaltene Pflanzenhormon Glukokinin senkt erwiesenermaßen den Blutzucker. Daher sollten Diabetiker Zwiebeln regelmäßig auf den Speiseplan setzen.
  • Aufgrund ihrer verdauungs- und stoffwechselfördernden Enzyme können Zwiebeln bei Magen-Darm-Beschwerden helfen, zudem regen sie den Appetit an. Aber Vorsicht: Viele Menschen bekommen von Zwiebeln Blähungen. Wer dafür anfällig ist oder an Magenübersäuerung leidet, sollte lieber auf sie verzichten.
  • Die Sulfide der Zwiebeln fördern die Fettverbrennung. Daher sollte das Gemüse nicht auf dem Einkaufszettel fehlen, wenn man abnehmen möchte.
  • Die Schwefelverbindungen der Zwiebel können den Blutdruck leicht senken. Knoblauch hat diese Wirkung ebenfalls.
  • Auch auf die Cholesterinbildung haben die Wirkstoffe der Zwiebel Einfluss. Sie fördern die Bildung des „guten“ HDL-Cholesterins und hemmen die des „bösen“ LDL-Cholesterins. Dadurch helfen sie, Herzinfarkten, Schlaganfällen und Arterienverkalkung sowie Thrombosen vorzubeugen.
  • Die Flavonoide (Pflanzenstoffe wie Quercetin) der Zwiebel regen die Nieren an und haben eine harntreibende Wirkung. Zwiebeln können also helfen, Nierensteine oder Nierengries loszuwerden.
  • Mehrere Studien haben ergeben, dass der Verzehr roher Zwiebeln das Risiko senken kann, an Magen-, Darm- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken. Grund seien die Flavonoide, die freie Radikale im Körper neutralisieren. Freie Radikale sind hochreaktive Moleküle, die durch den Stoffwechselprozess gebildet werden und Körperzellen schädigen.

Ob als Sud, Sirup, Salbe oder Wickel: Zwiebeln können auf verschiedene Arten als wirkungsvolles Heilmittel dienen. Der intensive Geruch oder die Tränen beim Schneiden dürfen Sie allerdings nicht stören. Wer mit Zwiebeln gesund bleiben will, muss eben (ein bisschen) leiden.