Alternativmedizin & Naturheilkunde

Zypresse: Heilender Baum mit Tradition

Schon die Ärzte der Antike wussten die medizinische Wirkung der Zypresse zu schätzen. Ihre ätherischen Öle helfen vor allem gegen Erkrankungen der Atemwege.

Die immergrüne Zypresse (Cupressus sempervirens) mit ihrem säulenartigen Wuchs kennen Sie als Wahrzeichen der Mittelmeerländer. Sie gedeiht am besten an vollsonnigen Standorten in spärlich bewachsenen offenen Landschaften auf trockenen Böden. Seit vielen Jahrhunderten nutzen die Menschen sie als Heilpflanze. Deshalb darf sie in keinem Kräuterlexikon fehlen. Hippokrates setzte sie beispielsweise 400 v. Chr. gegen Tuberkulose ein. Der griechische Arzt Galenus behandelte 600 Jahre später Darmentzündungen mit Zypressenöl.

So nutzen Sie die Heilkraft der Zypresse

Als Heilmittel setzen Sie vor allem das ätherische Öl des Baums ein. Es wird durch Wasserdampfdestillation aus den nadelförmigen Blättern, den jungen Zweigen und seinen Zapfen gewonnen. 70 bis 100 Kilogramm Pflanzenteile ergeben rund einen Liter des Öls. Es hat eine hellgelbe Farbe und ist leicht harzig. Das Zypressenöl, wissenschaftlich Oleum Cupressi, enthält Camphen, Cedrol, Furfural, Pinene, Sempervirol, Sylvestren und Terpineol. Es verströmt ein erfrischend würziges, an Wacholder und Piniennadeln erinnerndes Aroma.

Zypressenöl

  • wirkt gefäßverengend,
  • desinfiziert,
  • löst Schleim und Krämpfe,
  • heilt Wunden,
  • senkt Fieber,
  • regt die Nierenfunktion und den Harnfluss an,
  • vertreibt Insekten,
  • fördert die Schweißproduktion,
  • gleicht das Nervensystem aus.

Die Naturmedizin nutzt zudem beinahe alle Pflanzenteile der Zypresse: für Tees, Tinkturen oder Bäder für die Gesundheit.

Zypresse: die Anwendungsgebiete

Traditionell nutzen Sie das Zypressenöl vor allem gegen Erkrankungen der oberen Atemwege. Also bei Erkältungen, Bronchitis, Keuchhusten. Die enthaltenen Wirkstoffe erweitern die Bronchien und erleichtern somit das Durchatmen. Schon in der Antike schickten Ärzte ihre Patienten in Zypressenwälder, wo sie die ätherischen Öle einatmen sollten. Heute nehmen Sie das Öl am besten für Vollbäder und nutzen es für Einreibungen. Mit Tees oder Tinkturen behandeln Sie Darmentzündungen oder Frauenbeschwerden. Setzen Sie für die äußerliche Behandlung den Tee oder die Tinktur in Form von Umschlägen bei Krampfadern oder zur Wundheilung ein. Bäder beruhigen Sie und wirken krampflösend.

Gegen folgende Leiden helfen die Inhaltsstoffe der Zypresse

  • Asthma
  • Bronchitis
  • Darmentzündung
  • Durchfall
  • Erkältung und grippale Infekte
  • Fieber
  • Gicht
  • Hämorrhoiden
  • Husten
  • Keuchhusten
  • Krampfadern
  • Menstruationsbeschwerden
  • Prostataleiden
  • Rheuma
  • Schlecht heilende Wunden
  • Wechseljahresbeschwerden
  • Zysten
Zypresse

Entspannungsbäder mit Zypresse tun gut. (c) CentralITAlliance / iStock

Zypresse: Dosierung und Anwendung

Tee aus den Nadeln

Übergießen Sie ein bis zwei Teelöffel der Nadeln mit einer Tasse kochendem Wasser. Dann lassen Sie sie circa zehn Minuten ziehen. Dreimal täglich eine Tasse trinken beispielsweise gegen Erkältungen oder Darmleiden.

Zypresse: Tinktur

So geht’s:

  1. Geben Sie eine gute Handvoll zerkleinerte Zweige und Zapfen in ein Schraubdeckel-Glas
  2. Übergießen Sie die Nadeln mit einem halben Liter Doppelkorn.
  3. Lassen Sie die Mixtur im verschlossenen Glas vier Wochen ziehen.
  4. Danach abseihen und in eine dunkle Flasche füllen.

Nehmen Sie täglich 10 bis 50 Tropfen verdünnt oder unverdünnt ein. Die Tinktur lindert unter anderem Menstruationsbeschwerden.

Umschläge

Tränken Sie ein Tuch mit Tee aus Zweigen oder Zapfen. Legen Sie es auf die zu behandelnde Stelle, beispielsweise eine schlecht heilende Wunde oder Krampfadern.

Badezusatz

Füllen Sie circa zehn Esslöffel zerkleinerte Nadeln, Zweige oder Zapfen in ein Stoffsäckchen. Hängen Sie es ins Badewasser und baden Sie 20 Minuten. Das Bad hilft den Atemwegen. Es wirkt aber auch gegen Hämorrhoiden, bei Hautproblemen, löst Krämpfe und wirkt beruhigend.

Die Zypresse entfaltet eine starke Wirkung im Körper. Deshalb empfehlen Kräuterkundige, nach einer sechswöchigen Anwendung eine Pause einzulegen. Das verhindert Gewöhnungseffekte und Nebenwirkungen, die durch die lange Nutzung auftreten können.

Zypresse: Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Heilmittel aus der Zypresse sind nicht für Kinder geeignet. Erwachsene sollten sie nicht nutzen, wenn sie

  • schwanger sind oder stillen,
  • an Brustkrebs erkrankt sind,
  • an Epilepsie leiden,
  • Bluthochdruck haben.

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