Interviews » Interview mit Bastian Pastewka zum Start der 2. Staffel “LOL”
Interviews » Interview mit Bastian Pastewka zum Start der 2. Staffel “LOL”

Interview mit Bastian Pastewka zum Start der 2. Staffel “LOL”

Interview mit Bastian Pastewka zum Start der 2. Staffel “LOL”

Wer lacht, fliegt raus. Wer zuletzt lacht, hat gewonnen. Nur wenige Monate nach Torsten Sträters Sieg in Staffel eins von “LOL – Last One Laughing” erfreut Amazon Fans ab 1. Oktober mit neuen Folgen des Comedy-Hits. Diesmal treten neben Martina Hill, Annette Frier, Anke Engelke, Max Giermann und Kurt Krömer die Newcomer Tahnee, Larissa Rieß und Tommi Schmitt an. Bei einer so illustren Runde von Humor-Spezialisten darf natürlich auch Bastian Pastewka nicht fehlen. Uns hat der vielseitige Entertainer vor dem Start der neuen Folgen verraten, wie er seine Chancen einschätzt, wer ihm bei Bully Herbigs Comedy-Wettstreit gefährlich werden könnte und was er persönlich gerade streamt.

©Amazon/FRANK ZAURITZ

Was hat Sie an dem Format konkret gereizt und was unterscheidet für Sie „LOL – Last One Laughing“ von anderen Comedyshows?

Bastian Pastewka: Ich würde vermessen sagen, dass „LOL“ gar keine Comedyshow ist, also keine Nummernrevue im klassischen Sinn. Ich behaupte, dass LOL im Kern ein Party-Spiel ist. Wir alle kennen das, irgendwann kommt dieser Moment wo einer sagt: Komm, wir stecken uns nen Korken hochkant in den Mund und sagen „Kartoffelpüree“ und die Anderen sollen das Wort dann erraten. Einige können das überhaupt nicht, andere lachen sich kaputt. Genau so eine Atmosphäre herrscht auch bei „LOL“ – nur kommt bei uns irgendwann halt Bully Herbig, drückt auf den Knopf und sagt: Ihr dürft gar nicht lachen, sonst seid Ihr raus aus dem Spiel. Dann wirds spannend. 

Meine Kolleg*innen Max Giermann, Martina Hill, Kurt Krömer und all die anderen waren genau wie ich plötzlich unserer Mittel beraubt, und das 6 Stunden lang. Und diese 6 Stunden sind in Echtzeit abgelaufen. Wir sahen die runterlaufende Uhr. Es war wirklich Bully Herbig, der da über den Monitor mit uns gesprochen hat, es gab keine Pausen oder Ablaufpläne, alles war spontan und verrückt, es ging ans Eingemachte und so sollte es eben auch sein. Jeder von uns 10 konnte sich wann immer komplett entgrenzen, entblößen, entblödeln. Hab ich auch gemacht.

Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein und wen sehen Sie als Ihre größte Konkurrenz?

Bastian Pastewka: Ich vermute, dass meine Quote bei den Buchmachern nicht allzu hoch liegt, da ich ein fröhlicher Mensch bin und gerne lache. Außerdem habe ich kein Gewinner-Gen. Auch bei Spieleabenden mit Freunden geht es mir nicht darum, als Sieger vom Platz zu gehen. Mein größter Feind war eindeutig Tahnee. Ich hatte kurz vor der Corona-Zeit ihr Bühnenprogramm gesehen und erkannte, was sie für eine Kraft hat; es war für mein Empfinden eine der besten Comedyshows überhaupt. Und ich habe mich dann total gefreut, als wir uns ein Jahr später bei “LOL” begegneten, aber auch gewusst: Eieiei, die wird gefährlich.

Mit einigen ihrer “LOL”-Mitstreiter haben Sie schon oft gearbeitet, wie Annette Frier und Anke Engelke. Sehen Sie das als Vorteil bei “LOL”, weil Sie wissen: Damit kann ich die zum Lachen bringen? Oder sehen Sie es als Nachteil, weil die auch genau wissen, welche Knöpfe Sie bei Ihnen drücken müssen?

Bastian Pastewka: Eindeutig Letzteres. Ich habe großes Glück, denn Anke und Annette gehören zu meinen besten Freundinnen. Und natürlich kennen sie meine kleinen Blicke, meine Augenaufschläge, meine Tricks oder meine komischen drei Geräusche, die ich immer wieder in Reihe abfeuere, um Leute zu verblüffen, längst auswendig. Ich muss aber sagen: In der Sekunde als Bully zum ersten Mal den Buzzer drückte, änderte sich die Psychologie im Raum und plötzlich war Anke Engelke, die ich seit 25 Jahren kenne, genauso gefährlich wie Larissa Rieß, die ich an diesem Tag zum ersten Mal getroffen habe.

©Amazon/FRANK ZAURITZ

“LOL” ist die zweite Streaming-Produktion, die Sie mit Amazon gemacht haben, nach “Pastewka”. Wo genau sehen Sie die Vorteile des Streamings?

Bastian Pastewka: Die Vorteile sind in erster Linie für uns Zuschauer*innen interessant. Wir können Programme zu jeder beliebigen Zeit auswählen oder nachholen und sind nicht mehr auf Sendezeiten angewiesen. Aber auch das “Live”-Fernsehen stirbt nicht aus; dafür gucken noch viel zu viele Leute Fußball-Events, “Tatort” oder Reality-Shows. Ich selbst habe immer schon gerne zeitunabhängig Fernsehen geschaut und mir meine Lieblingssendungen früher auf schrabbeligen Videokassetten aufgezeichnet, um mir eben in Ruhe anzugucken, was ich wirklich wollte. 

Momentan gibt es eine unfassbare Menge an Unterhaltungsformaten, Serien, Shows, Dokumentationen, Filmen sowohl bei den linearen Sendern und ihren Digitalplattformen als auch bei den Streamern. Selbst ein Vielfraß wie ich stellt jetzt plötzlich so eine leichte Ermattung fest. Umso großartiger fand ich, dass “LOL” Staffel 1 völlig durch die Decke gegangen ist und viele Fans gewinnen konnte.

Ihr Auftritt im Vorspann zur zweiten Staffel “LOL” ist ja durchaus ein bisschen angelehnt an John Steed aus “Mit Schirm, Charme und Melone”. Solche “goldenen Klassiker-Serien” feiern gerade ein Revival. Wäre das etwas, dass Sie auch reizen würde?

Bastian Pastewka: Ich muss wirklich überlegen, welche Serie, die als Remake zurückkehrte, wirklich richtig beim Publikum eingeschlagen hat. “Doctor Who” würde mir einfallen. Die Neuauflage ist ja erfolgreicher als das BBC-Original aus den 60ern. Aber ich sage mal, die Rückkehr von “MacGyver” zum Beispiel hätten wir uns alle sparen können. Ich freue mich, dass “Raumpatrouille Orion” offenbar zurückkehrt, wie ich gelesen habe. Ich bitte darum, dass das bald geschieht.

Was haben Sie als Letztes gestreamt? Was können Sie unseren Lesern empfehlen – neben “LOL” natürlich.

Bastian Pastewka: Ich bin ein riesengroßer Fan von “Call my Agent”. Da geht es um eine Schauspiel-Agentur in Paris, die sich ausschließlich um die großen französischen Film- und TV-Stars kümmert. Die Serie tut so, als gäbe es diese Agentur, die Klient*innen wie Isabelle Adjani, Juliette Binoche, Isabelle Huppert oder Jean Reno hat und diese Stars spielen tatsächlich alle mit. Im Zentrum stehen aber die Agent*innen, die sich um die Neurosen und Eigenheiten ihrer Berühmtheiten kümmern müssen, ein ganz großer Spaß, den ich jedem ans Herz legen kann.

Viele Ihrer Kollegen haben bereits Bücher veröffentlicht. Auch Ihr Alter Ego in “Pastewka”. Wäre das auch etwas, dass Sie in der Realität reizen würde?

Bastian Pastewka: Nein. Das wird es nicht geben. Ich lese wahnsinnig gerne Hörbücher ein, aber ich bin kein Autor und daher möchte ich auch niemandem mit meinem Buch die Zeit stehlen. Mein Herz gehört dem Schauspiel, der Comedy und dem öffentlich-rechtlichen Funk-Hörspiel. Ich bin gerne Co-Autor von Sitcom-Drehbüchern und schreibe auch die Moderationen meines Kriminalhörspiel-Podcasts, aber ich werde keine Autobiografie verfassen, das gab es nur in meiner Sitcom “Pastewka”.

Würden Sie auch in einer dritten Staffel von “Last One Laughing” mitmachen?

Bastian Pastewka: Ich habe die zweite noch so im Herzen, dass ich darüber noch gar nicht nachgedacht habe.

Sendetermine “LOL – Last One Laughing”

Mehr von Bastian Pastewka

| Kristin Lenk | 27. September 2021