Startseite » Interviews » Interview mit Anna Unterberger
Startseite » Interviews » Interview mit Anna Unterberger

Interview mit Anna Unterberger

Interview mit Anna Unterberger

Ehrlich sein, auch wenn’s wehtut

Komödie oder Drama? Egal. “Eine harte Tour” (Mittwoch, 26.2., 20:15 Uhr, Das Erste) macht richtig Spaß. Liegt an den Bergen – und den Darstellern. Darum geht’s: Sechs Freunde wollen mit einer Wanderung ihres verstorbenen Freundes gedenken. Zu ihnen gesellt sich Alexa, die ungeliebte neue Frau des alten Freundes, gespielt von der Südtirolerin Anna Unterberger.

Frau Unterberger, große Teile des Films wurden in Südtirol gedreht. Wie hat’s Ihnen da gefallen? 

Anna Unterberger: In meiner Heimat zu spielen ist immer schön. Ich liebe die Berge und bin von deren Wucht immer wieder aufs Neue beeindruckt.

Wäre ein Wanderurlaub auch privat nach Ihrem Geschmack? 

Anna Unterberger: Ich bin in den Bergen groß geworden. Wandern gehört zu meinem Privatleben dazu.

Der Film wurde erst mit dem Titel “Zweite Luft” angekündigt. Jetzt heißt er “Eine harte Tour”. Welcher Titel gefällt Ihnen besser?

Anna Unterberger: Ich habe schmunzeln müssen, als ich von dem neuen Titel erfahren habe. Wir Schauspieler haben in der Zeit der Dreharbeiten eine WhatsApp-Gruppe gebildet und diese mit “Harte Tour” betitelt. Scheint wohl nachhaltig beeindruckt zu haben …

Diese “harte Tour” unternimmt eine Gruppe von alten Freunden. Wie wichtig sind alte Freundschaften für Sie, und wie pflegen Sie die?

Anna Unterberger: Wenn man Freundschaften “pflegen” muss sind es meiner Meinung nach keine richtigen Freundschaften. Zwischen den alten Freunden im Film fliegen auch mal die Fetzen.

Wie ehrlich muss oder darf man unter Freunden sein?

Anna Unterberger: Von einem guten Freund erwarte ich, dass er ehrlich zu mir ist, auch wenn’s vielleicht manchmal wehtut. Dafür sind Freundschaften da.

Ist der Film eigentlich eher mehr eine Komödie oder mehr ein Beziehungsdrama?

Anna Unterberger: Das finde ich so schön an dem Film … Ein existenzielles Beziehungsdrama, das sich selbst nicht zu ernst nimmt.

"Ma, Südtirol isch holt schun schian"

Ihre Alexa im Film ist Physiotherapeutin. Wie halten Sie sich körperlich fit?

Anna Unterberger: Ich wohne im fünften Stock ohne Aufzug … das muss für die sportliche Tagesration reichen. (lacht)

Wie geht’s bei Ihnen privat und beruflich weiter? Was sind die Pläne für 2020?

Anna Unterberger: Beruflich tut sich einiges. Jedoch kann ich darüber noch nicht wirklich sprechen, freue mich aber darauf! Und wie es privat weitergeht … Na, wenn ich das immer wüsste, wär’ das Leben ganz schön langweilig.

Für Sie waren die Dreharbeiten ja eine Art “Heimspiel”. Haben Sie als geborene Südtirolerin den Kollegen ein bisschen von Ihrer Heimat zeigen können?

Anna Unterberger: Es war eher so, dass ich durch dieses “Heimspiel” neue Ecken meiner Heimat kennengelernt habe. “Ma, Südtirol isch holt schun schian.” (lacht)

Anna Unterberger (2. v.l.) mit ihrer Wandergruppe im Film "Eine harte Tour"
©WDR/Roxy Film/Oliver Oppitz

Wandergruppe (v.l.): Victoria Mayer, Roeland Wiesnekker, Anna Unterberger, Anna Schudt, Stefan Loibl, Elenea Uhlig, Moritz Führmann

| Andreas Herden | 21. Februar 2020