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Interview mit Bastian Pastewka

Interview mit Bastian Pastewka

Die Komödie “Der Sommer nach dem Abitur” läuft am Donnerstag, 25. Juni 2020, 20.15 Uhr, im ZDF. In der ZDFmediathek ist sie bereits eine Woche vorab – ab Donnerstag, 18. Juni 2020, 10.00 Uhr – für drei Monate abrufbar.

Herr Pastewka, trotz Corona und dem Ende der Serie, die Ihren Namen trägt, lassen Sie uns über „Der Sommer nach dem Abitur“ sprechen.

Bastian Pastewka:
Wussten Sie, dass der Film schon mal auf Arte gezeigt wurde?

Ja. Ende Februar dieses Jahres. Sie haben mir meine erste Frage weggenommen.

Bastian Pastewka: 
Pardon! Für mich war das eine große Ehre, weil ich noch nie auf Arte zu sehen war. Aus Sicherheitsgründen wahrscheinlich. 

Also Ihr erster Arte-Einsatz?

Bastian Pastewka: 
Mein erster Arte-Schocker, ja.

Herzlichen Glückwunsch!

Bastian Pastewka: 
Ich freu mich auch, herzlichen Dank (lacht). 

Gab es Reaktionen?

Bastian Pastewka:  
Ja, es haben tatsächlich Leute zugeschaut und mir gesagt, dass das aber ein gar lustiges Filmchen war. 

Im Film ist das Wetter super, die Menschen haben keine Berührungsängste, wann wurde eigentlich gedreht?

Bastian Pastewka: 
Vor zwei Jahren, im historischen Hitzesommer 2018, als es noch möglich war, große Festivals zu feiern und abzubilden. Heute wirkt das (…) schon fast wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten.

Sie holen mit alten Schulkameraden eine Reise zu einem Konzert von „Madness“ nach. Welche Rolle spielte diese Musik in Ihrem richtigen Leben?

Bastian Pastewka: 
„Our House“ von Madness war neben „Sweet Dreams“ von den Eurythmics der erste Popsong, an den ich mich überhaupt erinnern kann. Ich kenne sicherlich nicht alle Madness-Songs, aber der Sound der Band begleitet mich seit meiner Kindheit. Speziell Songs wie „House of Fun“ oder „Baggy Trousers“ oder natürlich „It must be Love“ sind auf all unseren Schulpartys rauf und runter gelaufen. Gleich nach „Come on Eileen“ … 

Dexys Midnight Runners. Herrlich!

Bastian Pastewka: 
Genau, richtig. Die waren immer in dem Musik-Konglomerat von Partys, die man damals noch Fete genannt hat.

Und man feierte im Partykeller …   

Bastian Pastewka: 
Die hatte man innen mit Alufolie verkleidet, damit das Licht der Lichtorgel besser bricht. Diese Lichtorgel wurde neben das Grundig-Radio gestellt, das die Kassette abspielte, herrliche Momente.

Früher haben Sie also auch Kassetten gehört …

Bastian Pastewka: 
Ja natürlich. Und Mixtapes gemacht, für jemanden, meistens eine Sie, den man persönlich sehr gut leiden konnte. 

Sie haben 1991 in Bonn Abitur gemacht. Kennen Sie selbst auch so Nostalgietreffen oder -reisen, wie Sie sie im Film unternehmen?

Bastian Pastewka: 1
991 habe ich mein Abitur gemacht, richtig. Ein sehr durchschnittliches Ergebnis, was mich etwas verstimmte (lacht). Wir waren ein sehr unübersichtlicher, großer Jahrgang, dennoch war es mir möglich, mit rund 15 Personen bis heute Kontakt zu halten. 

Respekt.

Bastian Pastewka: 
Es sind heute immer noch meine besten Freunde.

Gab es denn auch Jubiläums-Klassentreffen?

Bastian Pastewka: 
Aber ja. Vor vier Jahren haben wir 25-jähriges Jubiläum gefeiert. Es waren ungefähr 70 Leute da. Unsere Lehrer hatten extra für uns das Schulgebäude nochmal aufgeschlossen. Wir schlichen also durch unsere alten Räume und mussten feststellen, dass sich nichts verändert hatte. Eine Freundin fand unter einer Bank sogar noch ein altes Biologie-Buch, in dem ihr Name stand. 

Vor fünf Jahren haben wir uns noch über Ihre Dramaserie „Morgen hör ich auf“ unterhalten. Was macht mehr Spaß: Ernstes oder Lustiges?

Bastian Pastewka: 
Die Rolle ist entscheidend, die muss stimmen, dann ist es mir auch relativ egal, welches Sujet es ist. Wenn es glaubwürdig ist und irgendwas mit mir zu tun hat, bin ich sofort dabei. Auch dieser Alex aus dem Film „Der Sommer nach dem Abitur“ gleicht mir schon sehr. Ich mag den Typen, ohne dass ich genau sagen kann, warum. 

Ein Außenseiter, der im Anzug kommt, sich sein Madness-T-Shirt erst auf Drängen der anderen anzieht …

Mein Wunsch war, dass meine Rolle (…) Alexander die einzige des Trios ist, der die anstrengende Rappel-Mucke von Madness eigentlich hasst, aber zu verzweifelt ist, um den doofen Trip abzusagen.

Ich fand es super, dass der Autor des Films, Marc Terjung, mit seiner Geschichte keine simple Retro-Begeisterung entfachen (wollte), sondern einen Roadtrip von alten Freunden spektakulär scheitern lassen wollte. Das fand ich gut. 

Den Kernsatz des Films spricht Fabian Busch, der die Rolle des Ole spielt. Er sagt: „Wir sind Freunde. Das hat mit Mögen nicht so viel zu tun.“ Als ich den Satz las, wusste ich, ich bin im richtigen Projekt. 

Eine Frage zum Ende Ihrer Serie „Pastewka“: Wie gehen Sie damit um? Sind Sie befreit, traurig, stolz?

Bastian Pastewka: 
Wir sind aus dieser zehnten, letzten Staffel alle mit einer gewissen Erleichterung herausgegangen. Mir fehlt die „Band“, das Ensemble. Aber: ich hätte mich jetzt nicht mit den Autoren zusammensetzen können, um über eine elfte Staffel zu reden. Um uns herum ist Corona, wir hätten darauf reagieren müssen, und ich weiß nicht, ob uns das so gutgetan hätte. 

Apropos Corona: kein Theater, kein Kino, keine Restaurants, was fehlt Ihnen am meisten?

Bastian Pastewka: 
Naja, ich behelfe mich damit, dass ich die Streaming-Dienste leergucke. Das muss ja auch irgendjemand machen …

| Andreas Herden | 16. Juni 2020