Interviews » Interview mit Dominique Devenport, der “neuen” Sisi
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Interview mit Dominique Devenport, der “neuen” Sisi

Interview mit Dominique Devenport, der “neuen” Sisi

Dominique Devenport wurde 1996 in Luzern (Schweiz) geboren. Sie ist Tochter eines US-amerikanischen Vaters und einer Schweizer Mutter. 2021 schloss sie die Schauspielschule in München ab. Mit der Spielzeit 2021/22 wurde sie Ensemblemitglied am Volkstheater Rostock. Zuvor war sie in den Filmen “Nebelgrind” und “Nachtzug nach Lissabon” zu sehen. Ab 28.12. ist sie die Hauptfigur in der “Sisi”-Neuauflage bei RTL. Schon ab 12.12. läuft die neue Produktion beim Streaming-Dienst “RTL+”.

"Unsere Sisi ist vielschichtiger"

Frau Devenport, laut RTL-Website wirft die Serie einen neuen Blick auf das Leben einer jungen Frau, die als Kaiserin Geschichte geschrieben hat und als Filmfigur zur Legende wurde. Worin besteht Ihrer Meinung nach dieser “neue Blick”? 

Dominique Devenport: Wir versuchen Sisi von einer menschlichen Seite zu zeigen. Also nicht der Blick auf das normale Mädchen, das zur Kaiserin wurde und dann war alles rosa und wunderschön. Wir wollen zeigen, dass sie auch damit ringt, erwachsen zu werden. Sie war gerade einmal 15 Jahre alt, als sie Kaiser Franz Joseph kenngelernt und geheiratet hat. 

Sie ist selbst noch dabei herauszufinden, wofür sie steht und was sie interessiert. Unsere Sisi hat Stärken und Schwächen, sie ist vielschichtiger. Außerdem belichten wir auch noch mal die Liebesgeschichte zwischen ihr und dem Kaiser neu. Sie haben sich ja nur einmal gesehen. Da war zwar bestimmt irgendetwas, aber sie haben sich eben nur einmal gesehen und direkt geheiratet. 

Da muss man dann neu herausfinden, was einen überhaupt miteinander verbindet. Außerdem darf man auch nicht vergessen, dass der Kaiser schon in sehr jungem Alter eine untergehende Monarchie aufrecht zu erhalten hatte. Wir zeigen einfach mehr die Schwierigkeiten sowie die menschliche Seite auf.

"Wir wollten kein Remake der Sissi-Filme machen"

Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet? Wie Sie schon angesprochen haben, hatte Sisi viele unterschiedliche Facetten und konnte manchmal auch ganz schön ungemütlich sein.

Dominique Devenport: Ich habe erst mal versucht, so viel wie möglich über die historische Figur herauszufinden: Ich habe Biografien gelesen, Podcasts gehört und mich über die Zeit an und für sich informiert. Auch Sisis viele Gedichte habe ich gelesen. Nachdem ich alle Infos zusammenbekommen habe, habe ich diese “Thesen” als Spielplatz genommen, um mir daraus eine Figur zu bauen. 

Ich habe auch viel mit meinem Coach Florian Kerber zusammengearbeitet. Und wir hatten sowohl Tanz- als auch Reitunterricht, um uns den Rollen zu nähern. Da ich sehr viele Kostüme trage, hatten wir auch unfassbar viele Fittings und Maskenbildnertermine. Nach und nach hatte ich dann ein immer besseres Bild der Figur, so wie sie in unserem Skript sein könnte. 

Was verbinden Sie persönlich mit den “alten” Sissi-Filmen rund um Romy Schneider? 

Dominique Devenport: Ich kannte die Filme tatsächlich vorher gar nicht. Ich wusste aber natürlich, dass es sie gab, wer Romy Schneider war und dass viele meiner Freundinnen das zu Weihnachten immer gucken. (lacht) Ich habe die Filme aber erst geschaut, als ich die Zusage für die Rolle bekommen habe. Aber wir wollten ja kein Remake dieser Filme machen, sondern die Geschichte der Kaiserin neu erzählen. 

Mir haben die Filme zwar gut gefallen und ich kann auch verstehen, warum sie Klassiker sind, hab aber auch gesehen, dass dort sehr stark ein Märchenbild gemalt wird. Außerdem wird dort eine Kaiserin gezeigt, die von ihrem Verhalten her kaum mehr menschlich ist, da sie so perfekt ist. Für das, was wir machen wollten, war mir das einfach nicht interessant und nachvollziehbar genug.

"Wir haben an vielen wunderschönen Locations gedreht"

Mit Lettland und Litauen haben Sie (der dritte Drehort war Bayern) in eher ungewöhnlichen Ländern gedreht. Wie war es dort für Sie? 

Dominique Devenport: Mich hat es gefreut, weil ich dort noch nie war und ich sonst auch nicht unbedingt hingereist wäre. Es war fast schon ein märchenhafter Dreh. Da ein großer Teil der Crew auch aus Lettland kam, hatte ich am Anfang ein bisschen Angst, dass wir ein deutsches und ein lettisches Team haben und sich das nicht wirklich mischt. Diese Angst ist direkt am ersten Tag verflogen, weil wir uns alle so gut verstanden haben. Es war wie eine große Familie und die Letten waren ganz bezaubernd. Wir haben an vielen wunderschönen Locations mit tollen Naturlandschaften und alten Schlössern gedreht. 

Außerdem war auch noch Frühling bzw. Sommer und die Sonne steht dort so lange oben. Das war für mich als Schweizerin sehr ungewöhnlich. Das goldene Licht, das die Sonne da geworfen hat, war echt ein wunderbares Erlebnis. Allen Leuten, die dort noch nicht waren, würde ich das jetzt im Nachhinein als Reiseziel vorschlagen. 

Gleich die erste Folge endet mit einem Paukenschlag. Was fasziniert Kaiser Franz so sehr an Sisi, sodass er sich letztendlich für sie entscheidet? 

Dominique Devenport: Die Frage sollten Sie am besten Jannik Schümann stellen (lacht). Aus meiner Sicht ist Kaiser Franz Joseph in einer Umgebung aufgewachsen, die sehr strengen Regeln und Etiketten unterworfen ist. Nur ausgesuchte Leute mit entsprechendem Hintergrund hatten überhaupt Zutritt zur Hofburg. Außerdem hatte er als Kaiser kaum die Möglichkeit, einen “realen” Menschen kennenzulernen, da alle das machen, was der Kaiser von ihnen verlangt. 

Sisi ist in dem Sinne genau das Gegenteil. Sie ist in Possenhofen und mit deutlich weniger Regeln aufgewachsen. Sie ist ein Freigeist und besitzt außerdem eine sehr starke innere Anbindung zu sich selbst: Sie hat eine eigene Meinung, sie kann ihre Emotionen ausdrücken und weiß, was sie will. Dadurch handelt sie sehr ehrlich, weil sie diese Regeln eben nicht kennt. Dieses Abenteuer, diese Natürlichkeit und diese Lebensfreude, die sie ausstrahlt, ist denke ich etwas, was in einer Kaiserwelt verführt und Sehnsüchte hervorruft.

"Gerade die Kaiserin durfte ja kein Mensch sein"

Würden Sie selbst gerne in dieser Zeit leben? 

Dominique Devenport: Nein, auf gar keinen Fall. (lacht) Diese Hofburg war voller Regeln und gerade die Kaiserin durfte ja kein Mensch sein. Sie war nur zur Repräsentation und zum Kindergebären da. Mir wäre das zu wenig Freiheit. Ich würde mir sehr eingeschränkt vorkommen; da möchte ich nicht hin. 

Es wurde bereits eine 2. Staffel in Auftrag gegeben. Wann beginnen die Dreharbeiten oder laufen sie sogar schon? 

Dominique Devenport: Sie laufen noch nicht. Wir wissen aber auch noch nicht, wann es weitergehen soll. Da gibt es noch keine festen Termine. 

Seit der Spielzeit 2021/22 sind Sie festes Ensemblemitglied am Volkstheater Rostock. Was hat Sie als Schweizerin nach Rostock verschlagen? 

Dominique Devenport: Ich habe in München studiert und die Ausbildung war hauptsächlich zur Bühnenschauspielerin. Über die Bühne bin ich auch erst zum Schauspiel gekommen. Mit Filmen hatte ich anfangs gar nicht wirklich was zu tun. Jetzt, nachdem ich die Ausbildung abgeschlossen hatte, wollte ich natürlich sehr gerne auf der Bühne auch spielen. Das ist ein anderer Arbeitsvorgang und eine ganz andere Art zu spielen. In Rostock wurde ich dann zum Vorsprechen eingeladen, weil sie ein junges, weibliches Ensemblemitglied gesucht haben. Wir haben dann gut zueinander gepasst und ich habe entschieden, dass ich jetzt hierherkomme.

Worauf freuen Sie sich schon im Jahr 2022? 

Dominique Devenport: Ich habe mir noch nicht wirklich Gedanken darüber gemacht. (lacht) An Weihnachten überlege ich mir dann aber tatsächlich immer, was ich mir für das nächste Jahr wünsche – ich bin aber nicht so der Vorsatzmensch. Vorsätze einzuhalten ist irgendwie immer schwierig. Beruflich wünsche ich mir natürlich, dass ich mich hier am Theater entfalten kann, dass mir das Spaß macht und ich meine ersten Bühnenerfahrungen sammeln kann.

Außerdem wünsche ich mir natürlich, dass wir bei Sisi wieder eine so zauberhafte Zeit haben, wie wir sie während der Dreharbeiten für die erste Staffel schon gehabt haben. Natürlich bin ich auch sehr gespannt zu sehen, wie die erste Staffel ankommt. Und privat würde ich sehr gerne mal wieder reisen. Darauf hätte ich Lust. Und generell natürlich Glück, Gesundheit und viel Freude.

Si(s)si-Wochen im TV

Schon zwei Tage vor der “Sisi”- Neuproduktion, also ab 10. Dezember, sind bei RTL+ die drei “Sissi”-Klassiker mit Romy Schneider (“Sissi”, “Sissi – Die junge Kaiserin” und “Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin”) aus den Jahren 1955 bis 1957 zu sehen. Ebenfalls ab 10.12. findet man dort den Romy-Schneider-Film “Mädchenjahre einer Königin” (1954). 

RTL+ empfangen Sie übrigens kostenlos über den Desktop-PC, den Browser oder die App auf Ihrem Fernseher. Für “Sisi” allerdings, wie für alle anderen Eigenproduktionen auch, benötigen Sie einen RTL+ Premium Account (4,99 €/mtl.). Ein Upgrade auf RTL+ Premium Duo (7,99 €/mtl.) und damit zwei Geräte ist möglich. 

Die drei “Sissi”-Klassiker sind aber auch dieses Jahr über Weihnachten in der ARD zu sehen: “Sissi” (1955) läuft Heiligabend um 20.15 Uhr sowie am 25. Dezember um 15.25 Uhr, “Sissi – Die junge Kaiserin” (1956) am 25. Dezember um 17.10 Uhr, und “Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin” (1957) am 26. Dezember um 16.45 Uhr.

Sendetermine zum Start der neuen “Sisi”-Serie

  • Folge 1: Dienstag, 28. Dezember 2021, 20:15 Uhr bei RTL
  • Folge 2: Dienstag, 28. Dezember 2021, 21:15 Uhr bei RTL
  • Folge 3: Mittwoch, 29. Dezember 2021, 20:15 Uhr bei RTL
  • Folge 4: Mittwoch, 29. Dezember 2021, 21:15 Uhr bei RTL
  • Folge 5: Donnerstag, 30. Dezember 2021, 20:15 Uhr bei RTL
  • Folge 6: Donnerstag, 30. Dezember 2021, 21:15 Uhr bei RTL
  • alle Folgen bereits ab Sonntag, 12. Dezember 2021, bei RTL+
Sendetermine der “Sissi”-Filme mit Romy Schneider
 
  • “Sissi”: Freitag, 24. Dezember 2021, 20:15 Uhr im Ersten und Samstag, 25. Dezember 2021, 15:25 Uhr im Ersten
  • “Sissi – Die junge Kaiserin”: Samstag, 25. Dezember 2021, 17:10 Uhr im Ersten
  • “Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin”: Sonntag, 26. Dezember 2021, 16:45 Uhr im Ersten
| Steffen Rothhaupt | 28. Dezember 2021