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Interview mit Florence Kasumba und Alexander Held

Interview mit Florence Kasumba und Alexander Held

"Ein Preis von ganz besonderer Schönheit"

Keine Fachjury, sondern die Zuschauer haben die “Coolsten Kommissare 2019” gewählt. Das hat Florence Kasumba und Alexander Held besonders gut gefallen. rtv-Redakteur Andreas Herden (oben, l.) hat mit den beiden Preisträgern über die Auszeichnung, Zukunftspläne und eine Ohrfeige im “Tatort” gesprochen. Hier lesen Sie mehr über die Party in Hamburg.

Herzlichen Glückwunsch. Die Wahl zeigt, man muss nicht unbedingt ein alter Krimihase sein, um diesen Preis zu bekommen, aber es schadet auch nicht. 

Alexander Held: Für mich war der Preis eine besondere Überraschung, über die ich mich sehr gefreut habe. Jede Preisverleihung ist ja aufregend. Ob das jetzt die Oscar-Verleihung ist oder dieser Publikumspreis, der birgt eine ganz besondere Schönheit. 

Frau Kasumba, Ihnen hat ein Auftritt als “Tatort”-Kommissarin Anäis Schmitz genügt. 

Florence Kasumba: Ja, das stimmt. Ich habe die Nominierung erst auch gar nicht verstanden, habe meine Agentur angerufen und gefragt, ob das ernst gemeint ist. 

Warum sollte sie nicht ernst gemeint gewesen sein? 

Florence Kasumba: Weil es bei mir noch nicht im Kopf angekommen ist, dass ich dazugehöre.

Beim Publikum offenbar schon … 

Florence Kasumba: Ja, klar. Deshalb bedeutet es mir umso mehr, weil es ein Publikumspreis ist. 

Sie sind natürlich eine auffällige Erscheinung … 

Florence Kasumba: (lacht) Wir haben immer Lichtprobleme. 

Alexander Held: (lacht) Ich habe mal einen Film in Uganda gedreht. Da fiel ich auch auf. 

Dem einen Auftritt werden weitere folgen? 

Florence Kasumba: Wir haben gerade zwei weitere “Tatort”-Krimis gedreht, die sollen nächstes Jahr gezeigt werden. Derzeit drehe ich “Deutschland 89”. Das geht alles so schnell, ist für mich noch sehr neu. Ich genieße das alles. Auch diesen Preis. Wenn ich heute Abend nach Hause komme, werde ich sehr still und unheimlich zufrieden sein. Das ist ein Geschenk. 

Sie, Herr Held, drehen morgen weiter für “München Mord” … 

Alexander Held: Ja, wir drehen morgen unter einer Brücke. Wer schafft das schon, vom Hotel “Atlantic Kempinski” direkt unter die Brücke.

Kein Problem mit der Hautfarbe

Was war gut am alten und was wird gut im neuen Jahr? 

Florence Kasumba: 2019 habe ich unheimlich viel gelernt, tolle Projekte gemacht, z.B. “Criminal” (eine Netflix-Serie – Anm. der Red.), wo man in zwei Räumen drei Wochen lang dreht und das Ganze wie ein Theaterstück aufnimmt, habe zwei “Tatorte” gedreht … 

Was macht denn eigentlich Ihre Musical-Karriere? 

Florence Kasumba: Ich habe neulich zu meiner Agentin gesagt: Doris, ich könnte mir jetzt vorstellen, wieder zu singen. Ich habe auch schon was im Auge, aber den Wunsch habe ich ins Universum geschickt und rede nicht darüber. Bis jetzt sind alle Wünsche in Erfüllung gegangen. 

Herr Held, wie ist das bei Ihnen? 

Alexander Held: Ich hatte das Glück, wieder mit ganz hervorragenden Menschen zusammenarbeiten zu dürfen, drehte “München Mord”, “Stralsund” und “Unterleuten”, mal was abseits des Krimis. Bin gespannt, womit mich das neue Jahr überraschen wird. 

Frau Kasumba, Sie haben einen Preis bekommen für den “Tatort”. Gab es eigentlich Anfeindungen? 

Florence Kasumba: Ganz ehrlich, nein. Im Gegenteil. Was viele nicht mochten, war natürlich die Ohrfeige (die sie der von Maria Furtwängler gespielten Kollegin verpasst hat – Anm. der Redaktion). Aber ich fand das gut, dass die Menschen ein Problem mit Gewalt haben, nicht mit der Hautfarbe.

Wo stellen Sie den Preis hin? 

Florence Kasumba: Auf das Klavier. 

Alexander Held: In einen Raum, in dem ich gern und oft zur Ruhe kommen kann und kreativ sein kann. Und er wird nicht ganz allein sein.

Die "Coolsten Kommissare 2019"
©jmk-photography
| Andreas Herden | 24. Dezember 2019