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Interview mit Hans Sigl

Interview mit Hans Sigl

"Sonst könnte ich’s gar nicht machen"

Seit zwölf Jahren ist Hans Sigl “Der Bergdoktor”. Ob ihm die Rolle noch Spaß macht, warum der Arzt keinen Dialekt spricht und ob ihm nicht eine Prise mehr Humor guttun würde – ein Gespräch.

Am 2. Januar 2020 starten sieben neue Folgen. Los geht es mit dem Winterspezial “Die dunkle Seite des Lichts” (Donnerstag, 20:15 Uhr, ZDF). Macht’s noch Spaß, der “Bergdoktor” zu sein? 

Hans Sigl: Unbedingt. Sonst könnte ich’s nicht machen. Ich kann nicht 120 Tage so tun, als ob mir das Spaß macht. Man muss einfach sehr dabei sein, man hat als Hauptdarsteller auch eine gewisse Verantwortung.

Christian Kohlund ist nicht mehr dabei … 

Hans Sigl: Nein, den “bösen Onkel Ludwig” haben wir verloren, leider. Christian Kohlund hat sehr viel mit seinen Krimis zu tun, das ging sich nicht mehr aus.

Ein Verlust, oder? 

Hans Sigl: Absolut. Aber wer weiß, was passiert. Vielleicht kommt er ja wieder.

Als Bergdoktor begrüßen Sie andere oft mit einem lässigen “Hi”. Warum nicht mit einem zünftigen “Servus”? 

Hans Sigl: Es war von Anfang an die Frage, ob Martin Gruber einen Dialekt sprechen sollte, wir haben davon Abstand genommen. Wir wollten keine medizinischen Diagnosen im Dialekt.

Sie sind ein sehr humorvoller Mensch. Würde Martin Gruber nicht eine Portion Humor von Hans Sigl guttun? 

Hans Sigl: Naja, das ist so die Frage. Das eine ist der Hans Sigl, das andere ist der Martin Gruber. Ich bin eigentlich ganz glücklich mit dieser Kante, die es da gibt. Der Humor, den Hans Sigl an den Tag legt, ist für Martin Gruber gar nicht nachvollziehbar, glaube ich. Vielleicht hat Martin Gruber auch einen ganz anderen Humor …

Martin Gruber hat natürlich auch immer sehr ernste Fälle zu bearbeiten. Jede Menge Familienprobleme … 

Hans Sigl: Ja genau, es passiert auch immer eine Katastrophe nach der anderen. Viel zu lachen hat er ja nicht.

"Aufmerksamkeit ist der Schlüssel"

Sie sind nicht nur Schauspieler, auch Kabarettist, präsentieren ein “Mischprogramm”. Was kann man sich darunter vorstellen? 

Hans Sigl: Es gibt Musik, Comedy, Kabarett, Gelesenes. Es gibt zwei aktuelle, eines heißt “Auf einmal war ich Arzt”, eine kabarettistische Überhöhung meines beruflichen Lebenslaufes. 

Welche Rolle spielt Musik in Ihrem Leben?

Hans Sigl: Eine sehr große. Ich habe Musik gemacht mit einer Band, Schlagzeug gespielt, Gitarre, Musical gespielt am Theater, für mich ist Musik sehr wichtig. 

Wie hat Ihnen Ihr Schauspielausflug im Thriller “Flucht durchs Höllental” gefallen? Vom “Bergdoktor” blieb da ja gar nichts übrig. 

Hans Sigl: Wir haben einen Versuch gestartet, und ich finde, er ist geglückt. Das Publikum ist sehr gut mitgegangen. Für das ZDF war das auch eine Art Nagelprobe, jemanden mit einem so starken, emotionalen Format in einem anderen Genre zu besetzen, das war eine spezielle Erfahrung. Könnte sein, dass wir das Genre fortsetzen oder aber auch etwas ganz anderes machen. 

Stimmt es, dass Sie Ihrer Frau jeden Samstag Blumen schenken? 

Hans Sigl: Ich liebe Rituale, und eine kleine Aufmerksamkeit ist der Schlüssel.

Martin Gruber (Hans Sigl, l.) und sein Freund Alexander (Mark Keller)
©ZDF/Andrea Leichtfried

Martin Gruber (Hans Sigl, l.) mit seinem Freund Alexander (Mark Keller)

Wird der “Bergdoktor” jemals eine stabile Beziehung zu einer Frau haben? 

Hans Sigl: Würden Sie das denn wollen? 

Nein. 

Hans Sigl: Sehen Sie. (lacht) 

Sie sind Österreicher, leben in Deutschland. Wenn Deutschland bei der Fußball-Europameisterschaft auf Österreich trifft, wem drücken Sie dann die Daumen? 

Hans Sigl: Ich freue mich natürlich, wenn die Österreicher im Ansatz irgendwas reißen, am Set gibt’s immer nur Häme für die österreichische Fußballnation, aber ich bin da entspannt und sage immer, wenn wir ausscheiden, übernehmen wir halt das Catering.

| Andreas Herden | 2. Januar 2020