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Interview mit Julia Stinshoff

Interview mit Julia Stinshoff

"Niemand wurde von und an Bord gelassen"

Das Corona-Virus wütet bekanntlich weltweit. Auch die Dreharbeiten zur ZDF-Reihe “Traumschiff” (Samstag, 26.12., 20:15 Uhr) waren betroffen. Julia Stinshoff, Passagierin auf der Reise zum südafrikanischen Kapstadt, berichtet. 

An Weihnachten und Neujahr schippert wieder ein Luxusdampfer durch das ZDF-Programm. Diesmal gehen die Reisen der MS Amadea nach Kapstadt (26.12.) und zu den Seychellen (Neujahr). Auf einer “Kreuzfahrt ins Glück” geht es für die Passagiere an die Ostsee und nach Tirol. Für den Schiffsarzt Dr. Sander, der seit Januar 2011 von Nick Wilder gespielt wird, ist die Reise nach Kapstadt die letzte Fahrt, er verlässt die Reihe. Für ihn war der Trip nach Südafrika also ein besonderer. Mehr zur Weihnachtsfolge lesen Sie hier.

Auch für Julia Stinshoff, die bereits zum zweiten Mal an Bord war, waren die Dreharbeiten alles andere als normal. Stinshoff spielt die Sommelière Vanessa Kranz, die sich der Liebe wegen in Südafrika niederlassen will, um dort mit ihrem Verlobten (Kai Schumman, Foto, l.) ein gemeinsames Weingut zu betreiben.

Frau Stinshoff, am Zweiten Weihnachtstag sind Sie wieder im “Traumschiff” zu sehen. Ihre erste Reise vor neun Jahren ging nach Bora Bora. Wissen Sie noch, wer damals Kapitän war?

Julia Stinshoff: Oh ja, das weiß ich noch ganz genau, da es damals die allererste Fahrt von Nick Wilder als Kapitän war, der nun, zeitgleich zu meiner zweiten, seine letzte Fahrt hatte.

Heute hat Florian Silbereisen das Kommando. Wie war es? 

Julia Stinshoff: Ich glaube sehr gut! Leider habe ich an Land in Kapstadt keine Szenen mit Florian Silbereisen gehabt, und zu gemeinsamen Szenen auf dem Schiff kam es bedauerlicherweise nicht mehr. 

Wie kam das? 

Julia Stinshoff: Die Häfen wurden coronabedingt nach und nach geschlossen, und niemand wurde mehr von und an Bord gelassen! 

Was bedeutete das für die Dreharbeiten? 

Julia Stinshoff: Für unsere Folge bedeutete das, dass wir Florian Silbereisen und Harald Schmidt nicht mehr dazubekamen und ihre Texte auf andere Schauspieler umverteilen mussten. Aber wir konnten glücklicherweise den Film fertigstellen und sind dann, da auch wir nirgends mehr zum Flughafen konnten, mit dem Schiff über den Atlantik nach Hause geschippert.

"Im gleichen Boot"

Wie war die Rückreise? 

Julia Stinshoff: Wir hatten riesiges Glück im Unglück, denn wir wurden bestens versorgt, hatten nicht die strengen Auflagen, die bereits außerhalb galten – und Gott sei Dank auch keinen Coronafall an Bord!! – und ein wirklich fantastisches Team, das sich glücklicherweise sehr gut verstand. Auch die Atmosphäre mit den übrigen Passagieren war besonders: Jeder wusste, wir sitzen buchstäblich im gleichen “Boot” und müssen da jetzt gemeinsam durch. Das war schon sehr verbindend und irgendwie auch menschlich, echt und schön. 

Sie spielen die Sommelière Vanessa Kranz, die sich in Südafrika eine neue Existenz aufbauen will. Sie haben als Kind in den USA gelebt, könnten Sie sich für sich selbst jetzt auch eine Auswandererexistenz vorstellen? 

Julia Stinshoff: Grundsätzlich schon. Aber augenblicklich gibt es keinen konkreten Anlass. Meine Kinder sind eingeschult, haben ihr soziales Netzwerk hier und wir sind gerade erst vor einem guten Jahr umgezogen. Aber man weiß ja nie, wo einen das Leben hinverschlägt, und ich mag es, groß und weit zu denken und flexibel zu bleiben. Und beim Reisen denke ich immer wieder, wie schön und beruhigend es doch ist, dass man wirklich überall auf der Welt nette Menschen trifft, in deren Nachbarschaft man sich eigentlich auch ganz gut niederlassen könnte … mal sehen, was die Zeit so bringt. 

Was wünschen Sie sich für das Jahr 2021? 

Julia Stinshoff: Gesundheit, Arbeit und glückliche Kinder.

| Andreas Herden | 22. Dezember 2020