Interviews » Interview mit Luise Wolfram
Interviews » Interview mit Luise Wolfram

Interview mit Luise Wolfram

Interview mit Luise Wolfram

"Diese Verbindung währt einfach ein Leben"

Luise Wolfram wurde 1987 in Apolda geboren. Sie spielte in Kino- und TV-Filmen, u.a. im Zweiteiler “Aenne Burda” und in der historischen Klinikserie “Charité”. Sie war Ensemblemitglied der Berliner Schaubühne, wo sie auch danach noch mehrfach auftrat. Im Bremer “Tatort: Neugeboren” stieg sie nun von der BKA-Spezialistin zur Ermittlerin auf – und bekommt neue Kollegen …

Frau Wolfram, Jasna Fritzi Bauer und Dar Salim sind zusammen mit Ihnen das neue Ermittlungstrio beim Bremer “Tatort”. Wie war Ihr erster Eindruck von den beiden?

Luise Wolfram: Ich kenne Jasna von der Schauspielschule, und wir haben auch schon an der Schaubühne zusammen in einem Stück gespielt. Wir kennen uns seit 13 Jahren. Umso schöner war es natürlich, dass wir uns jetzt wieder begegnet sind. Die Verbindung, die wir von der Schauspielschule noch haben, währt einfach ein Leben.

Wie war die Chemie bei den Dreharbeiten?

Luise Wolfram: Wir haben davor “How to Tatort” gedreht, was in der ARD-Mediathek zu sehen ist und ich stark empfehle – vor allem in Kontext mit diesem “Tatort” jetzt. Es ist sehr lustig und unterhaltsam. Dort sind wir uns zum ersten Mal zu dritt begegnet. Das war eine sehr schöne Vorbereitung auf diese längerfristige Zusammenarbeit, die wir jetzt vor uns haben.

"Nicht alles bierernst nehmen"

Wie finden Sie es, dass “How to Tatort” das öffentlich-rechtliche Fernsehen und andere “Tatort”- Teams auf die Schippe nimmt?

Luise Wolfram: Großartig! Es schadet auf jeden Fall nicht, über sich selbst schmunzeln zu können und nicht alles bierernst zu nehmen. Außerdem ist es etwas Neues: Eine Fake-Doku über ein “Tatort”-Team gibt es so noch nicht. Ich finde es wirklich sehenswert, und gerade für eingefleischte “Tatort”-Gucker noch einmal umso lustiger.

“Neugeboren” ist der erste Bremer “Tatort” ohne Sabine Postel oder Oliver Mommsen seit langer Zeit. Was hat sich dadurch für Ihre Rolle verändert?

Luise Wolfram: Meine Figur sieht man nun in anderen Kontexten, weil sie nicht mehr ganz so extrem auf ihre Computerarbeit beschränkt ist, sondern mehr für die KTU, die Kriminaltechnische Untersuchung, unterwegs ist. Außerdem muss sie mit anderen Leuten klarkommen – wie zum Beispiel mit den neuen Kollegen, von denen sie anfangs noch nicht weiß, dass es ihre neuen Kollegen werden. Für Sie selbst ist es der sechste Bremer “Tatort”.

Welche Charaktereigenschaften zeichnet Ihre Rolle Linda Selb aus?

Luise Wolfram: Sie ist schon eher ein spezieller Mensch, weil sie nicht so sozial anpassungsfähig ist und sehr faktenbasiert denkt, arbeitet und redet. Das ist etwas, was im sozialen Kontext oft schiefgeht, da Linda permanent Dinge ausspricht, ohne sie davor zu filtern. Damit stößt sie Leute vor den Kopf, versteht aber selbst gar nicht, warum das jetzt passiert ist. Sie merkt nur, dass ihre Mitmenschen komisch reagieren, wodurch viele missverständliche Situationen entstehen. Das ist aber etwas, was ich an der Rolle total mag und gerne spiele.

"Ich würde gerne nach Italien fahren"

Gibt es eine heimliche Chefin oder einen heimlichen Chef innerhalb des neuen Trios?

Luise Wolfram: Nein, das ist schon darauf ausgelegt, dass wir uns zu dritt die Bälle hin- und herspielen. Natürlich erfährt man in einer Folge mal mehr über den einen Hintergrund, in der nächsten Episode mehr über den anderen.

“Neugeboren” ist ein vielschichtiger Fall mit verschiedenen Handlungs- und Bezugsebenen. Was hat Ihnen an der Folge besonders gut gefallen?

Luise Wolfram: Am meisten mag ich daran, dass wir noch nicht wissen, dass wir ein Team werden, und jeder erst einmal für sich arbeitet. Dass der Zuschauer diesen Prozess miterleben darf, finde ich richtig gelungen an dem “Tatort” und eine zusätzliche Spannungskomponente.

Ist eigentlich schon ein weiterer Bremer “Tatort” mit der neuen Besetzung in Planung?

Luise Wolfram: Anfang April haben wir angefangen, den zweiten “Tatort” zu drehen, der vermutlich gegen Ende des Jahres ausgestrahlt wird.

Egal ob Theaterbühne oder TV-Produktion: Wo wird man Sie in Zukunft noch sehen?

Luise Wolfram: Als Nächstes wird man mich in der 3. Staffel von der Serie “Das Boot” bei Sky sehen. Bis zur Veröffentlichung dauert es allerdings noch etwas, da die zehn Folgen erst geschnitten und postproduziert werden müssen. Die Serie läuft übrigens auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn alle geimpft sind?

Luise Wolfram: Ich möchte unbedingt mal wieder im Theater, im Kino und in einer Bar sitzen. Außerdem würde ich gerne nach Italien fahren.

Sendetermine zu “Tatort: Neugeboren”:

  • Montag, 24. Mai 2021 (Pfingstmontag), 20:15 Uhr in der ARD
  • ab Montag, 24. Mai 2021, 21:45 Uhr für 6 Monate in der ARD-Mediathek verfügbar
| Steffen Rothhaupt | 14. Mai 2021