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Interview mit Marisa Burger

Interview mit Marisa Burger

"Ohne Joseph gäbe es 'Die Rosenheim-Cops' nicht"

Am 13. Oktober starten “Die Rosenheim-Cops” im ZDF in die 20. Staffel. Marisa Burger ist als Seele des Reviers Miriam Stockl von Anfang an dabei. Wir haben mit ihr über Hygienevorschriften am Set – und das Gedenken an einen Kollegen gesprochen. 

Liebe Frau Burger, die 20. Staffel der “Rosenheim Cops” wird derzeit gedreht. Verbindet Sie ein besonderes Band zu Max Müller, der als Einziger wie Sie von Anfang an dabei ist? 

Marisa Burger: Karin Thaler, Joseph Hannesschläger, Max Müller und ich haben zusammen bei den “Rosenheim Cops” angefangen. 2002 hätte noch niemand gedacht, dass die Serie mal so erfolgreich wird. Es herrscht generell bei den “Rosenheim Cops” ein sehr, sehr gutes Klima und es macht großen Spaß mit den Kolleginnen und Kollegen zu drehen. Das finde ich sehr wichtig, denn wir verbringen viel Zeit miteinander. Mit Max bin ich richtig gut befreundet. Wir werden voraussichtlich im nächsten Jahr auch gemeinsam auftreten und ein musikalisches Lesungsprogramm geben. 

Vor kurzem verstarb Ihr langjähriger Kollege Joseph Hannesschläger. Gibt es irgendetwas am Set, was Sie und Ihre Team-Kolleginnen und Kollegen an ihn und seine Figur des Kommissar Hofer erinnert? 

Marisa Burger: Ohne Joseph gäbe es “Die Rosenheim-Cops” nicht. Er hat der Serie ein Gesicht gegeben. Dass er nun nicht mehr da ist, macht mich sehr traurig. Aber wir haben auch in der Vergangenheit immer mal wieder ohne ihn gedreht, deswegen ist die Situation nicht ganz neu. Trotzdem wissen wir, dass wir sein Lebenswerk in Ehren halten und mit der Serie weitermachen müssen – so gut und so humorvoll wie bisher. 

Wie oft werden Sie eigentlich auf der Straße von Passanten angesprochen mit “Frau Stockl, es gabat a Leich”? 

Marisa Burger: Es kommt immer mal wieder vor, dass ich auf der Straße oder beim Einkaufen von Fans der “Rosenheim Cops” erkannt und angesprochen werde. Das ist in gewisser Art ja unser Applaus als TV-Schauspieler und schmeichelt mir auch. Die meisten sind sehr nett und freundlich und freuen sich, wenn sie mich treffen.

Set-Alltag mit "Health Care"-Team

Wie haben Sie den Corona-Lockdown mit Ihrer Familie erlebt? 

Marisa Burger: Glücklicherweise haben mein Mann und ich uns an einem Ort getroffen, bevor die Grenzen dicht waren. Wir pendeln sonst zwischen zwei Städten und es war einfach mal schön, gemeinsam zuhause zu sein. Die letzten Jahre habe ich ständig gedreht, hatte unglaublich viele Termine und war immer auf Achse, deshalb hat mir eine Auszeit vom Alltagsstress nicht geschadet. 

Ich habe diese “Zwangspause” genutzt, um mich selber etwas runterzufahren, habe viel Sport gemacht und die Zeit in der Natur ganz bewusst genossen. Meine Fenster sind so sauber wie noch nie. Am Abend haben mein Mann und ich gemeinsam gekocht und mit den Kindern oder Freunden geskypt. Ich habe auch mal wieder mit Leuten telefoniert, von denen ich schon länger nichts mehr gehört habe. So konnte ich mir jeden Abend etwas Positives herausziehen. Aber natürlich habe ich auch mit einer gewissen Angst gelebt, keiner wusste schließlich, wie es weitergeht und wann und ob überhaupt in diesem Jahr wieder gedreht werden darf. 

Jetzt wird wieder gedreht, unter Sicherheitsbedingungen. Wie sehr erschwert das die Arbeit als Schauspielerin und worauf freuen Sie sich am meisten auf eine Zeit nach Corona-Einschränkungen? 

Marisa Burger: Zum Glück konnten die Dreharbeiten zur 20. Staffel im Juni beginnen. Am Set tragen alle Masken, wir proben sogar mit Mundschutz – nur beim Drehen nehmen wir Schauspielerinnen und Schauspieler die Masken ab. Wir haben ein “Health Care”-Team am Set, das immer schaut, dass wir den nötigen Abstand einhalten und Mundschutz tragen. 

Das ist in so einem großen Team unglaublich wichtig. Denn sobald einer krank wird, stoppt die ganze Produktion. Bei allen wird deshalb auch täglich die Hauttemperatur gemessen. Wir Darstellerinnen und Darsteller werden zudem einmal pro Woche auf das Coronavirus getestet. Alle müssen gesund bleiben, sonst kann nicht weitergedreht werden.

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| Andreas Herden | 6. Oktober 2020