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Interview mit Matthias Schweighöfer

Interview mit Matthias Schweighöfer

"Ich habe schon immer Musik gemacht"

Sehr vielen ist Matthias Schweighöfer als Schauspieler ein Begriff. Der Publikumsliebling mit dem jungenhaften Charme ist oft zu sehen im Kino und Fernsehen und bei den Streaming-Anbietern. Dass er auch als Sänger unterwegs ist, ist nicht ganz so bekannt. Sein zweites Album “Hobby” erscheint am 4. September und erzählt genau davon: einem Hobby, das er zum Beruf gemacht hat. Wir haben mit Matthias Schweighöfer über seine zweite große Leidenschaft, die Musik, gesprochen.

Herr Schweighöfer, wie ist das neue Album “Hobby” entstanden? 

Matthias Schweighöfer: Wir haben insgesamt zweieinhalb Jahre an dem Album gearbeitet. Für “Hobby” habe ich mit einigen meiner Lieblingskünstler wie Fayzen, Jonas David & Nisse zusammengearbeitet. Und ganz tollen Produzenten und Songwritern. Wir waren ein irres Team! Jetzt ist das Album fertig, und ich liebe es!

War Musik denn schon immer eine Leidenschaft von Ihnen? 

Matthias Schweighöfer: Ich habe schon immer Musik gemacht. Das ist ein schöner Ausgleich für mich. Außerdem ist Musik eine gute Möglichkeit, den Leuten etwas sehr Persönliches zu erzählen und mit ihnen zu teilen. Anders als beim Schauspiel, wo eine gewisse Distanz zum Zuschauer existiert. 

Wann kam für Sie der Moment, um das “Hobby” zum weiteren Beruf zu machen?

Matthias Schweighöfer: Mein bester Freund Andreas Nowak, Schlagzeuger bei der Band “Silbermond”, hat mich dazu überredet. Ich hatte erst ein paar Bedenken, diesen Schritt an die Öffentlichkeit zu wagen. Schließlich habe ich es doch gemacht, darüber bin ich sehr froh. 

Wieso haben Sie sich für den Titel “Hobby” entschieden? 

Matthias Schweighöfer: Ein Hobby ist etwas, das man liebt und gerne macht. Man verbringt viel Zeit mit seinem Hobby, und wenn man seine Leidenschaft dann zum Beruf machen kann, ist das einfach der Wahnsinn. 

„Bin meinem Leben lang etwas nachgejagt, glücklich hats mich nicht gemacht“, dieses Zitat stammt aus dem Track „Anfang“. Wie ist das gemeint?

Matthias Schweighöfer: Mit dem Intro will ich zeigen, wer ich wirklich bin. Ich mache meinen Beruf schon sehr lange und Erfolg und Anerkennung sind dabei nicht unwichtig. Die Anerkennung von sich selbst zu sich selbst ist aber auch sehr wichtig. Wenn man die hat, dann ist die Bestätigung, die man von außen bekommt, umso schöner.

Der Song “Anfang” ist mehr gesprochen als gesungen … 

Matthias Schweighöfer:  Ich finde das gut, weil es mir um das Erzählen mit Musik geht. Deswegen wollte ich nicht immer nur singen. 

Das Musikvideo zu “Lauf” ist sehr ironisch: Fünf verlorene Zuschauer stehen vor der Bühne, einer sagt am Ende “Das war scheiße!” … 

Matthias Schweighöfer: … Wir haben lange überlegt, was wir machen, und ich wollte gerne mit Humor an die Sache rangehen. Es ist ein Song, zu dem man sich gut bewegen kann und der sagt: “Geh raus, bleib nicht stehen!” Selbstironie ist wunderbar, deshalb finde ich das Video super. Es ist jetzt für mich sehr spannend zu hören, was die Leute darüber denken. 

Der Song “Lauf” stammt noch aus der Phase des ersten Albums, wieso ist er auch im zweiten mit dabei? 

Matthias Schweighöfer: Die erste Version des Songs habe ich gemeinsam mit Samson Wieland, der einen Hälfte des Rap-Duos SAM, geschrieben, der leider verstorben ist. Für das zweite Album wurde der Song weiterentwickelt, weil wir ihn unbedingt mit auf das neue Album nehmen wollten. Ich bin sehr stolz auf diesen Song, der macht auch live sehr viel Spaß! 

"Zur Entschleunigung gezwungen"

Welche Musik hören Sie privat?

Matthias Schweighöfer: 
Fast alles. Ich bin da aufgeschlossen in alle Musikrichtungen. Grundsätzlich bin ich ein großer Hip-Hop-Fan. Im Moment höre ich aber viel südamerikanische Musik, da hat mich meine Freundin inspiriert.

Wie sieht es mit Serien aus? Gibt’s eine Lieblingsserie?

Matthias Schweighöfer: 
Ich mag „Stranger Things“ und „Dark“, grundsätzlich alles, was in Richtung Fantasy geht. „Haunting of Hill House“ ist auch eine meiner absoluten Lieblingsserien. Zurzeit beschäftige ich mich viel mit Horror-Serien aus dem asiatischen Raum. Ich finde es spannend, etwas aus anderen Kulturen zu sehen.

Apropos Serien aus Asien, „The Masked Singer” ist, nach südkoreanischem Vorbild, 2019 erfolgreich in Deutschland gestartet. Könnten Sie sich vorstellen, da auch mal mitzumachen? 

Matthias Schweighöfer: 
Bis jetzt nicht, aber sag niemals nie! Eine Freundin von mir arbeitet dort als Coach. Sie sagt oft zu mir, dass ich doch mal vorbeischauen soll…

2018 kam der Film „Hot-Dog“ in die deutschen Kinos, der von Kritikern nicht nur gelobt wurde. Wie gehen Sie mit negativen Kritiken um? 

Matthias Schweighöfer: 
Ich habe den Film gerne mit Til (Schweiger, Anm. d. Red.) gedreht, wir hatten eine lustige Zeit zusammen. Da sind mir die negativen Kritiken egal, es gibt immer Leute, die etwas nicht mögen. Es ist außerdem gut zu sehen, dass Erfolg nicht immer garantiert ist. Da gehört auch viel Fleiß und etwas Glück dazu. 

Sie schauspielern, singen – gibt es da noch Zeit fürs Privatleben? 

Matthias Schweighöfer: Zeit mit der Familie ist für mich das Wichtigste. Mit der Corona-Krise habe ich den Fokus wieder mehr auf mein Privatleben gerichtet. Man wird quasi zur Entschleunigung gezwungen und sieht die Dinge aus einem anderen Blickwinkel. 

Würden Sie auch einen Film mit Ihrer Freundin Ruby O. Fee drehen? 

Matthias Schweighöfer: Auf jeden Fall! Meine Freundin hat einen tollen Humor, das ist eine gute Voraussetzung für einen Dreh. 

Ihr neues Album erscheint am 4. September im Handel. Welche Projekte stehen für 2020 noch an? 

Matthias Schweighöfer: Am 24. September kommt “Resistance – Widerstand” in die Kinos. Da spiele ich, neben Jesse Eisenberg als Marcel Marceau, die Rolle des SS-Hauptsturmführers Klaus Barbie.

CD-Cover "Hobby" von Matthias Schweighöfer

Matthias Schweighöfers Album “Hobby” erscheint am 4. September 2020.

Am Freitag, 28.8. um 22 Uhr stellt er es im NDR Fernsehen in der “NDR Talk Show” mit Barbara Schöneberger und Hubertus Meyer-Burckhardt vor.

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| Ann-Kathrin Schaub | 18. August 2020