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Interview mit Otto Waalkes

Interview mit Otto Waalkes

„Ich bin Catweazle“

Traumrolle für Otto Waalkes. Ein Gespräch über den Catweazle von früher, die Elektrik-Tricks von heute und die Zusammenarbeit mit einer Kröte. Die Serie um den Magier aus dem 11. Jahrhundert, der sich ins Hier und Jetzt verirrt, kommt als Komödie zu uns. Nach pandemiebedingten Kinoschließungen wird der Film, der eigentlich im März 2021 in den Kinos starten sollte, jetzt ab 1. Juli im Kino

Herr Waalkes, „Catweazle“ im Kino. Ist das eine magische Traumrolle für Sie?

Otto Waalkes: Woher wissen Sie das? Stimmt nämlich genau! Irgendwann habe ich festgestellt, ich sehe aus wie Catweazle, ich benehme mich wie Catweazle, ich bin Catweazle. Traumhaft.

Wie gut kennen Sie die britische Originalserie?

Otto Waalkes: In- und auswendig. Bevor das Drehbuch geschrieben werden konnte, haben wir uns das Original immer wieder angeschaut, um dem Geist der Geschichte auf die Spur zu kommen und um das darin zu finden, was sich über ein halbes Jahrhundert gehalten hat. 

Ist der 2017 verstorbene Hauptdarsteller Geoffrey Bayldon mehr als nur ein optisches Vorbild für Sie in der „Catweazle“-Rolle?

Otto Waalkes: Ich habe nicht versucht, Geoffrey Bayldon zu imitieren, das wäre auf eine Parodie hinaus gelaufen. Mir ging es darum, die Rolle so ernst zu nehmen, wie es mir möglich war. Geoffrey Bayldon war – im Gegensatz zu mir – kein Komiker.

Die Originalserie stammt aus den 70er-Jahren, jetzt haben wir das Jahr 2021. In der Serie wie auch jetzt im Kinofilm reist Catweazle aus dem 11. Jahrhundert ins heute. Sind die Elektrick-Tricks von früher die gleichen wie die jetzt?

Otto Waalkes: Es sind immer noch die einfachsten Dinge, die einen Magier aus dem 11. Jahrhundert in ungläubiges Staunen versetzen. Dazu gehört auch eine Glühbirne.

Haben Sie auch eine Kröte Kühlwalda und wie war die Zusammenarbeit?

Otto Waalkes: Natürlich darf Kühlwalda nicht fehlen. Mit einer Kröte zusammenzuarbeiten ist einfacher als zum  Beispiel mit einer Küchenschabe oder einem Krokodil. In Kröten steckt viel Menschliches. 

Wie viel Otto steckt im neuen Catweazle? 

Otto Waalkes: So viel wie möglich. Auch Komiker kennen die Tücke des Objekts und meistern gern die unmöglichsten Situationen – schon das Verbindet uns.

Otto im Museum

Im Film muss der Zauberer aus der Vergangenheit seinen Zauberstab zurückholen, der in einem Museum ausgestellt ist. Wann waren Sie zuletzt in einem Museum? 

Otto Waalkes: Ich gehe gern und oft in Museen. Kurz vor deren Schließung war ich noch in der Hamburger Kunsthalle und habe mir die Salonmalerei des 19.Jahrhunderts angeschaut. Über das Mittelalter kann man sich im Museum für Kunst und Gewerbe informieren. Eine wilde Zeit!

Wie behält man als Komiker trotz Corona seinen Humor?

Otto Waalkes: Der Sinn für Komik ist bei mir vermutlich angeboren, den kann ich also gar nicht verlieren. 

Wie, glauben Sie, wird sich nach überstandener Pandemie die Gesellschaft am meisten verändert haben?

Otto Waalkes: Prophezeiungen sind so schwierig, weil sie sich auf eine Zukunft beziehen, die noch ungewiss ist. Aber ich wünsche mir, dass Menschen auch in dieser Zukunft weiter so viel Rücksicht aufeinander nehmen, wie derzeit angesagt ist.  

| Andreas Herden | 9. Juni 2021