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Interview mit Peter Heinrich Brix

Interview mit Peter Heinrich Brix

"Schräg auf seine Art"

Am 13. Mai 2020 wird Peter Heinrich Brix 65 Jahre alt. Der Mann, der Büttenwarder berühmt gemacht und das “Großstadtrevier” geprägt hat. Der NDR gratuliert am 16. Mai mit einem ganzen Brix-Abend. rtv hat mit Brix gesprochen, als er 2018 die Hauptrolle in “Nord Nord Mord” übernahm.

Herr Brix, Sie treten als Kommissar Sievers die Nachfolge von Robert Atzorn an. Die Fußstapfen sind groß. 

Peter Heinirich Brix: Ja sicher. “Nord Nord Mord” ist eines der erfolgreichsten Formate im ZDF. Ich habe dieses Erbe mit Freude und Respekt angetreten. 

Wie sind Sie denn mit dem ersten Krimi zufrieden? 

Peter Heinrich Brix: So weit, ganz gut zufrieden. Aber ich weiß, dass wir noch einen Weg vor uns haben, aber das ist ja auch Ziel einer Reihe. Es ist jemand neu gekommen und es fremdelt und knirscht noch an einigen Stellen, das ist ja eigentlich ganz realistisch. Ich will aber nicht bestreiten, dass der Sievers an einigen Stellen ruhig hätte etwas mehr auftauen dürfen. 

Also emotional ist noch Luft nach oben?

Peter Heinrich Brix: Ja, unbedingt. “Nord Nord Mord” ist wenn überhaupt, von eher hintergründigem Humor geprägt.

Inwieweit kann und wird Peter Heinrich Brix der Reihe seinen Stempel aufdrücken?

Peter Heinrich Brix: Ich guck erst mal. Ich wollte ja jetzt nicht witziger sein als alle anderen. Ich spiele schon genug schräge Vögel, der Sievers ist zwar auch schräg, aber auf seine Art. Wir müssen das mit der Zeit natürlich etwas fluffiger machen.

Ihr Einstand ist nicht eben leicht. Ein Mitarbeiter (gespielt von Oliver Wnuk) wünscht Ihnen Hämorrhoiden und ganz kurze Arme. Wie sind Sie denn sonst so im Team aufgenommen worden?

Peter Heinrich Brix: Über Julia Brendler müssen wir uns ja gar nicht unterhalten, das ist eine wunderbare Kollegin. Und Oliver Wnuk auch. Ihn kenne ich schon lange und habe mit ihm schon viele tolle Sachen gedreht. Man redet ja gern von der “großen Familie”, das ist ja oft gelogen oder mindestens konstruiert. Aber hier stimmt es.

Robert Atzorn hat acht Folgen als Kommissar Clüver gedreht, wie viele planen Sie?

Peter Heinrich Brix: Ach, da sollen sich andere drüber Gedanken machen. Ich beiß da mal eine nach der anderen ab. Jetzt haben wir erstmal einen fertig und drehen zwei weitere bis November.

Landwirt, Spätstarter, Schauspieler

Haben Sie die Reihe mit Robert Atzorn als Zuschauer verfolgt?

Peter Heinrich Brix: Natürlich habe ich da reingeguckt. Ich weiß, was sie gemacht haben und dass das funktioniert. Ich lass mich da aber nicht zu sehr beeinflussen. Wenn jetzt ein führender Mittelfeldspieler neu in einen Fußball-Bundesligaverein kommt, dann versucht der neue ja nicht dieselben Pässe zu spielen wie der alte.

Ein schöner Vergleich. Sie wären beinahe Fußballprofi geworden …

Peter Heinrich Brix: Das beinahe können wir weglassen, ich wäre es gerne geworden. Es war aussichtslos. Umso schöner ist es doch, dass ich dann Schauspielprofi geworden bin.

Sie sind ein Spätstarter.

Peter Heinrich Brix: Ja, mit 34 bin ich erst nach Hamburg gekommen. Ich bin ja staatlich geprüfter Landwirt. Eine ganz andere Welt.

Wenn wir uns jetzt über die Landwirtschaft unterhalten, würde das ein ganz anderes Gespräch werden …

Peter Heinrich Brix: Und es könnte sein, dass wir in Depressionen verfallen. (grinst)

Das wollen wir nicht.

Peter Heinrich Brix: Das wollen wir nicht. Aber wir sind natürlich alle daran beteiligt. Die, die Produkte herstellen, und die, die die Produkte der Landwirtschaft konsumieren. Das ist ein weites Feld.

Sind Sie froh, die Schauspielkarriere eingeschlagen zu haben?

Peter Heinrich Brix: Ja, natürlich. Die Arbeit als Schauspieler ist ein großes Privileg, wenn man mit Spielen Geld verdienen kann. Als wir “Pfarrer Braun” mit Ottfried Fischer gedreht haben, hat der Maskenbildner, wenn er fertig war, immer gesagt “So, Ottfried, nun geh schön spielen.” (lacht herzlich)

Im Film schlagen Sie den Kollegen das “Hamburger Sie” vor. Wie halten Sie es privat mit dem Siezen und Duzen?

Peter Heinrich Brix: Ich komme sehr schnell ins Du, in der Arbeit sowieso, das kürzt ab.

Was für ein Urlaubstyp sind Sie: Meer oder Berge?

Peter Heinrich Brix: Ich denk gar nicht so oft an Urlaub. Für mich ist es Urlaub, wenn ich irgendwo auf so einer Scholle hänge und mich unbeobachtet im Garten bewegen kann und Holz hacke oder so etwas. Kein Input.

Kein Input ist genug Urlaub?

Peter Heinrich Brix: Ja, ist doch toll und dann gehe ich wieder irgendwo spielen. (grinst)

rtv-Redakteur Andreas Herden (l.) und Peter Heinrich Brix

rtv-Redakteur Andreas Herden (l.) und Peter Heinrich Brix

| Andreas Herden | 5. Mai 2020