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Interview mit Susanne Bormann

Interview mit Susanne Bormann

Die Schauspielerin Susanne Bormann spricht im rtv-Interview übers Musikgeschäft, das Mama-Sein und den Kollegen Sebastian Bezzel, mit dem sie in der Komödie “Echte Bauern singen besser” (Das Erste, 7.9., 20.15 Uhr) zu sehen ist.

Den richtigen Ton gefunden

In der Wohlfühlkomödie “Echte Bauern singen besser” spielt Susanne Bormann eine Musikmanagerin, die ihren Rockstar wieder in die Spur bringen will. Sebastian Bezzel zeigt in einer Doppelrolle zwei beeindruckend unterschiedliche Gesichter. Im Gespräch mit rtv verrät Susanne Bormann, wie ihr Mann sie auf die Rolle vorbereitet hat, wie die Zusammenarbeit mit Sebastian Bezzel war und ob sie sich vorstellen könnte, in einem Eberhofer-Krimi mitzuspielen.

Ende 2015 haben die rtv-Leser Sie zur “Coolsten Kommissarin” gewählt. Dann kamen “Tatort” und “SOKO Köln”, jetzt eine Komödie. Ein Genrewechsel nach Ihrem Geschmack? 

Susanne Bormann: Durchaus. Ich liebe Abwechslung und freue mich sehr, dass ich in den letzten Jahren so unterschiedliche Projekte und auch mal wieder was fürs Kino drehen durfte. “Echte Bauern” ist nun schon die zweite Zusammenarbeit mit Holger Haase, und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, das Tragikomische an diesem Film gemeinsam mit meinen fantastischen Kollegen herauszuarbeiten. Das liebe ich am meisten – wenn ein Film beide Seiten hat.

Wie war die Zusammenarbeit mit dem “Leberkäsjunkie” Sebastian Bezzel?

Susanne Bormann: Sehr vertrauensvoll und ehrlich, das war toll! Sebastian kam eigentlich direkt aus einem anderen Dreh, und ich war beeindruckt, wie er sich mit großem Mut zum Risiko und ohne große Vorbereitung in diese Doppelrolle geschmissen hat.

Hätten Sie auch mal Lust, in einem Eberhofer-Krimi mitzuspielen?

Susanne Bormann: Klaro, warum nicht …?

©ARD

Sportlicher Fulltime-Job

Haben Sie mit Ihrem Mann, selbst Musiker, über den Film gesprochen? 

Susanne Bormann: Wir haben uns viel über das Drehbuch ausgetauscht, und er hat mir tatsächlich mit seinen Beschreibungen von Musikmanagerinnen, die er beruflich kennt, geholfen, den richtigen Ton für die Rolle zu finden. Und die Premiere auf dem Hamburger Filmfest kurz vor der Geburt meiner zweiten Tochter konnten wir auch gemeinsam genießen, weil ich hochschwanger nicht mehr alleine reisen wollte, man weiß ja nie! Ist aber alles gut gegangen.

Im Film sagen Sie übers Musikgeschäft “Zeig einmal Schwäche und du bist schwach”. Ist da was dran?

Susanne Bormann: Auf jeden Fall ist das auch die persönliche Angst der Figur, und sicherlich ist sie nicht unberechtigt in unserer funktionalisierten Welt. Aber gerade in künstlerischen Bereichen haben ja Leute auch mit großem Erfolg ihre Schwächen zu ihren Stärken gemacht. Ich glaube, es kommt vor allem darauf an, ob man zu seinen Schwächen steht. Dann können sie auch ein Gewinn sein, der einen menschlich und sympathisch macht.

Wer von den beiden Bezzels hat Ihnen mehr Spaß gemacht?

Susanne Bormann: Sebastians Verwandlung zum abgehalfterten Rockstar-Arschloch zu begleiten, war natürlich ein bisschen wie Kino gucken während des Spielens. Wir mussten uns alle ganz schön zusammenreißen, um nicht immer wieder mitten im Take loszulachen und die Szene zu schmeißen.

Sie leben in Berlin, sind inzwischen zum zweiten Mal Mama geworden. Ein Fulltimejob, oder?

Susanne Bormann: So sieht’s aus. (lacht) Wenn mein Freund auf Tour ist, wird’s manchmal ganz schön sportlich, wenn parallel noch Castings und Interviews anstehen. Aber wenn meine zweite Tochter in die Kita kommt im Herbst, entspannt sich alles wieder ein bisschen.

Stehen dennoch weitere Projekte an?  Kino, Fernsehen, Theater?

Susanne Bormann: Ich habe bereits eine Folge für “Die Chefin” gedreht, die demnächst ausgestrahlt werden dürfte. Und es stehen eine Reihe Castings für schöne Projekte an, also mal schauen … Außerdem schreibe ich gemeinsam mit einer befreundeten Autorin an meinem ersten eigenen Drehbuch, das ist sehr aufregend. Zusätzlich habe ich gemeinsam mit Christian Schwochow bereits 18 Folgen für unseren Filmpodcast “Close Up” produziert. Im Herbst wird es weitere sechs Folgen geben.

| Andreas Herden | 6. September 2019