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Interview mit Vanessa Mai

Interview mit Vanessa Mai

"Das Leben gibt einem Zeichen"

Seit 2015 ist Vanessa Mai solo im Schlagerbusiness unterwegs – und das sehr erfolgreich. Jetzt wagt sich die Sängerin auf neues Terrain. In “Nur mit Dir zusammen” (Samstag, 25.1.2020, 20:15 Uhr; Das Erste) spielt sie die schwer kranke Sängerin Juli, die auf eine Nierenspende ihres ungeliebten Vaters, der Rocklegende Wim, angewiesen ist. Der wird übrigens von Axel Prahl gespielt.

Frau Mai, wie haben Sie sich neben Axel Prahl gefühlt? 

Vanessa Mai: Es war für mich etwas ganz Besonderes, an der Seite von Axel Prahl spielen zu dürfen. Als die Zusage von ihm kam, war ich wirklich sehr glücklich darüber. Es war ein schönes Gefühl, mit diesem wunderbaren Schauspieler etwas zu machen, von dem ich noch nicht so viel Ahnung hatte. 

War es beim Dreh ein Vorteil, dass Sie beide privat Musik machen? 

Vanessa Mai: Ich glaube schon, dass es sehr wichtig für den Film ist, dass echte Musiker mit dabei sind. Sonst wäre die Geschichte nicht so authentisch. 

Was fasziniert Sie denn am Schauspielen? 

Vanessa Mai: Auf der Bühne bekommt man sofort Feedback von den Fans. Wenn man einen Film dreht, weiß man erst mal lange nicht, wie er ankommt. Es war eine sehr lehrreiche Zeit für mich. 

Eine Songzeile im Film lautet “Vergib dir jeden deiner Fehler, denn sie gehören zu dir”. Für Sie nur ein Kalenderspruch? 

Vanessa Mai: Es ist natürlich ein Kalenderspruch (lacht), aber es ist auch etwas Wahres dran. Fehler sind dazu da, um sie zu machen und um daraus zu lernen. Wichtig ist nur, dass man die Fehler dann nicht zweimal macht.

Im Film leidet Juli an einer schweren Nierenerkrankung. Sie selbst hatten 2018 einen Bühnenunfall. Wie sehr hat Sie das geprägt? 

Vanessa Mai: Ich finde, das Leben gibt einem immer Zeichen. Dieser Unfall war für mich so ein Zeichen. Seitdem bin ich viel bewusster mit allem umgegangen, und ich habe gelernt, mehr auf mich zu achten. 

Ein gemeinsamer Traum

Ihre Rollenfigur nimmt sich ganz bewusst eine Auszeit für sich. Wie stehen Sie zu dem Thema? 

Vanessa Mai: Es ist wichtig, einfach mal abzuschalten. Ich bin zum Beispiel sehr gerne mit meiner Familie, meinem Mann oder mit meinem Hund unterwegs. 

Was war das Schwierigste am Set? 

Vanessa Mai: Es war herausfordernd, sich in diese komplexen Beziehungen hineinzuversetzen. Gerade in Situationen, die ich nicht kenne, zum Beispiel todkrank zu sein oder einen Vater zu haben, mit dem die Beziehung nicht besonders gut ist. 

Gab es auch lustige Momente, die Sie in Erinnerung behalten? 

Vanessa Mai: Diese klassischen Outtakes waren natürlich sehr lustig. Wenn man sich verspricht, wenn irgendetwas runterfällt oder wenn die Tür plötzlich nicht aufgeht und man einfach dagegenläuft (lacht). 

Privat ist Ihr Mann auch Ihr Manager. Bringt das Nachteile mit sich? 

Vanessa Mai: Ich kann von gar keinen Nachteilen sprechen, was das betrifft. Für mich ist es das Beste, was mir passieren konnte. Mein Mann betrachtet mich immer als Mensch und nicht als Produkt. Auch in schwierigen Zeiten steht er zu mir und kümmert sich um mich. 

Leidet das Privatleben nicht manchmal etwas darunter? 

Vanessa Mai: Nein, ganz im Gegenteil. Man teilt einen gemeinsamen Traum und versteht sich blind. Jeder weiß genau, was in dem anderen vorgeht. Ich kann das wirklich sehr genießen.

Interview: Ann-Kathrin Schaub

Sängerin Juli (Vanessa Mai, Mitte) will durchstarten.
©ARD Degeto/Hendrik Heiden

Vanessa Mais neue CD: "Für immer"

CD-Cover Vanessa Mai

Parallel zu ihrem Schauspieldebüt hat Vanessa Mai am neuen Album gearbeitet. “Für immer” heißt es und erscheint am 24. Januar (die “Für immer”-Tour startete am
2. Oktober in Köln). Der Titel ist ihren treuen Fans gewidmet und soll ein kleines Dankeschön sein. Die ganz persönliche Note der 18 nagelneuen Songs – Vanessa Mai

hat sie bewusst nur mit ihrem Mann und Manager, Andreas Ferber, produziert: “Dadurch ist es sehr besonders geworden.” Eine echte Überraschung: Der Song “Spiegel, Spiegel”, den sie im Film mit Axel Prahl singt, hat es auch auf das Album geschafft.

| rtv Redaktion | 21. Januar 2020