Leben » Bienen: Dem Menschen verbunden
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Bienen: Dem Menschen verbunden

Bienen: Dem Menschen verbunden

Vermutlich ist die Biene das erste Tier, das der Mensch in Pflege nahm, indem er für die Schwärme Unterkünfte bereitstellte. Das hat auch seine Gründe – sähe unsere Welt ohne Bienen ganz anders aus!

Bienengeschichte: Die Zeidlerei

Die Geschichte der Bienen ist eng mit der des Menschen verbunden. Wahrscheinlich wurden bereits in der Steinzeit hohle Baumstämme in die Nähe der Behausungen geholt, um dort wilde Bienen anzusiedeln. Seit dem Frühmittelalter lässt sich der Beruf des Zeidlers nachweisen.

Er hackte Höhlen in alte Bäume und versah den Eingang mit einem Holzbrett, in dem sich ein Einflugloch befand. Dort konnten sich wilde Bienenvölker niederlassen. Besonders im Nürnberger Reichswald blühte das Zeidlerwesen, er war als “Bienengarten des Heiligen Römischen Reiches” bekannt.

Wo es keine Bäume gab, wurden Körbe aus Stroh geflochten, in denen sich die Völker ansiedeln konnten. In der Lüneburger Heide standen Tausende von ihnen, die Bienen sammelten dort vor allem im Spätsommer Nektar und Pollen auf den blühenden Heideflächen.

Mit der Einfuhr von Rohrzucker ab dem 17. Jahrhundert aus Südamerika und dem Anbau von Zuckerrüben im 19. Jahrhundert verlor die Zeidlerei in Mitteleuropa zunehmend an Bedeutung. Heute wird die Bienenzucht meistens hobbymäßig betrieben.

Wer mehr über die interessanten Tiere erfahren will, kann sich in Bienenmuseen informieren. Standorte finden Sie unter: www.honig-portal.de/museen.html

Köstliches aus dem Bienenstock

Honigernte: Imker schabt Honig aus den Waben
©Colourbox

Süßen mit Tradition

Über viele Jahrhunderte war Honig das einzige Süßungsmittel. Lebkuchen, ein Gebäck, das in Deutschland seit dem 13. Jahrhundert bekannt ist, wird deshalb nach alter Tradition nur mit Honig gebacken. Mit Zuckerguss verzierte Herzen sind auf Jahrmärkten sehr beliebt.

Blütenstaub

Viele Menschen schätzen den von Bienen gesammelten Pollen als Nahrungsergänzungsmittel. Reichlich Vitamine, Mineralien, wertvolle Enzyme, Antihistamin und natürliches Antibiotikum sind in diesem Naturprodukt enthalten.

Wachs für Kerzen

Besonders am Weihnachtsfest möchte man den festlichen Lichterglanz von Bienenwachskerzen nicht missen. Herrlich ist der süße Duft, den sie beim Abbrennen verströmen. Auch in vielen hochwertigen kosmetischen und pharmazeutischen Produkten findet sich das Material, aus dem die Bienen ihre Waben herstellen.

Heilen mit Propolis

Bienen setzen das Kittharz ein, um ihren Bienenstock abzudichten – auch gegen Krankheitserreger. In Form von Tinkturen, Salben oder Extrakten kommt es auch beim Menschen bei einer Vielzahl von gesundheitlichen Beschwerden innerlich und äußerlich erfolgreich zum Einsatz.

App für den Bienenfreund

Bienen brauchen blühende Pflanzen – der süße Nektar stellt ihr “Grundnahrungsmittel” dar. Mit der Bienen-App des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft kann jeder selbst auf seinem Balkon, auf der Terrasse oder im Garten Blühpflanzen anbauen, die bienenfreundlich sind. Mehr als 130 Pflanzen sind darin erfasst!

Noch mehr Leben und Wohlfühlen

Land & Leute Redaktion | 23. April 2020