Leben » Bunte Vielfalt im Naschgarten
Leben » Bunte Vielfalt im Naschgarten

Bunte Vielfalt im Naschgarten

Bunte Vielfalt im Naschgarten

Vor die Ernte haben die Gartengötter das Gärtnern gesetzt. Doch jetzt entdecken Selbstversorger den Naschgarten für sich. Klein, üppig und fast überall.

Ein Naschgarten ist leicht anzulegen, die Pflege ist überschaubar. Schon ein paar Quadratmeter genügen, um das Lieblingsgemüse und etwas Beerenobst anzubauen. Ob im eigenen Ziergarten oder auf dem Balkon, in einem Hochbeet oder zu ebener Erde – hier wächst und gedeiht, was uns schmeckt.

Die Ernte reicht zwar nicht, um literweise Marmelade zu kochen oder ganze Gefriertruhen damit zu füllen, aber sie bereichert den eigenen Speiseplan mit ein paar extravaganten Genüssen. Und die haben wir manchmal fast vergessen!

Fast vergessener Geschmack

©rtv media group

Auch wenn wir alles kaufen könnten: Selbst angebautes Gemüse und Obst schmeckt einfach anders. Ein Grund: Unsere Ernte wandert vom Gärtchen direkt in den Mund, allenfalls vorher auf den Tisch. Im Handel erhältliches Gemüse und Obst hat oft einen langen Transportweg hinter sich. Da muss es fest sein, darum sind Erdbeeren und Tomaten oft so hartfleischig – und diese Eigenschaft lässt sich in der Pflanzenzüchtung eben nicht gut mit bestem Aroma kombinieren.

Gründe für einen kleinen Naschgarten gibt es also genug. Auch für Kinder ist er ideal, um mit Säen, Wachsen und Gedeihen spielerisch in Kontakt zu kommen. Gärtnerisch geübt muss man eigentlich nicht sein. Wer aber auf Balkon oder Terrasse gärtnert, sollte seine Hochbeete, Kästen und Kübel auf jeden Fall mit einer hochwertigen Erde füllen. Es gibt dafür im Fachhandel spezielle Mischungen, die zwar etwas teurer sind, aber die hohen Ansprüche einiger Gemüsesorten bestens erfüllen.

Sie mögen nämlich allesamt keine Staunässe, weshalb der Boden durchlässig sein muss. Und natürlich sollte er ausreichend Nährstoffe enthalten. Denn viele Gemüsesorten sind sogenannte Starkzehrer und haben einen sehr viel höheren Bedarf als Blumen! Vor allem wärmebedürftige Fruchtgemüse wie Auberginen oder Tomaten gelingen in der Topfkultur sehr gut.

Noch mehr Tipps rund um den Garten

Gemüse braucht viel Licht. Vor allem die wärmeliebenden Tomatenpflanzen fühlen sich auch auf einer Dachterrasse oder auf dem sonnigen Balkon wohl. Eine Folienhaube erleichtert ihnen den Start!

©rtv media group

Dazu kommen immer mehr Mini-Züchtungen von verschiedenem Gemüse, sodass zum Beispiel auch Gurken mittlerweile balkontauglich sind. Wer es lieber süß mag, hat ebenfalls eine große Wahl an Früchten, die auf kleinem Raum gedeihen. Es gibt Obstbäume im Mini-Format und Beeren-Hochstämmchen, die keine hohen Ansprüche haben und zudem ein hübscher Blickfang sind.

Achten Sie bei allen Topfkulturen aber auf eine ausreichende Wasserversorgung, da die Pflanze bei dem geringen Platz in Topf oder Kübel nicht so viel Wasser speichern kann. Das war es dann aber auch schon, was Sie als Hobby-Naschgärtner beachten müssen. Also dann: Aller Anfang ist leicht, im Handel warten viele fertig vorgezogene Obst- und Gemüsepflanzen auf einen Platz in Ihrem Naschgarten!

Köstliche Kräuter und Pflanzen

©rtv media group

Kaum eine Pflanze lässt sich so einfach anbauen wie Küchenkräuter. Viele brauchen sogar nur ein kleines Plätzchen auf der Fensterbank. Basilikum, Dill, Kresse, Oregano, Petersilie, Pfefferminze, Schnittlauch und Thymian gedeihen auch gut auf engem Raum. Doch auch Beeren eignen sich gut für einen Naschgarten. Eine Auswahl:

Liebstöckel – Levisticum officinale

Der Liebstöckel bildet einen üppigen Blattbusch und bis zu zwei Meter hohe Blütenstände aus.

Staudenfenchel – Foeniculum vulgare

Nach der Pflanzung dauert es nur drei Monate, bis Sie den Fenchel ernten können. Er schmeckt roh und gekocht, auch das Laub ist ein feines Gewürz.

Pfefferminze – Mentha × piperita

Die Sorten der Minze brauchen viel Feuchtigkeit und wuchern. Besser alleine im Topf halten.

Beerenobst – Bunte Mischung

Klein, aber fein: Beerenobst ist so verlockend, weil es unkompliziert wächst, schnell gepflückt und vielseitig ist. Ob auf Kuchen oder als Salat, die süßen Früchtchen gehen immer!

©rtv media group

Rosmarin – Rosmarinus officinalis

Der frostempfindliche Rosmarin lässt sich wie Buchsbaum in Form schneiden. Er braucht unbedingt einen Winterschutz.

Salbei – Salvia officinalis

Der Küchensalbei bildet kniehohe, grau belaubte Sträucher und blüht blau – eine beliebte Bienenweide!

©rtv media group

Walderdbeere – Volles Aroma

Eine kleine Geschmacksexplosion sind Walderdbeeren, die übrigens wie ihre größeren Verwandten zu den Nüssen gehören. Im Gegensatz zur Gartenerdbeere begnügt sich die Waldfrucht aber mit einem halbschattigen Standort.

Heidelbeeren – Vaccinium myrtillus

Ein kleiner Trick, um den Ernteertrag zu fördern: Pflanzen Sie zwei unterschiedliche Sorten. Wie Rhododendren brauchen sie einen humusreichen, kalkfreien und feuchten, durchlässigen Boden.

Schwarze Johannisbeere – Ribes nigrum

Die würzige Beere feiert ein Comeback. Sie gedeiht auch im Halbschatten.

| Land & Leute Redaktion | 20. Mai 2020