Leben » Die Länder des Champagners: Hier kommt Dom Pérignon wirklich her
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Die Länder des Champagners: Hier kommt Dom Pérignon wirklich her

Die Länder des Champagners: Hier kommt Dom Pérignon wirklich her

Jeder kennt seinen Namen und das zurecht. Dom Pérignon ist einer der feinsten Delikatessen wenn es um Champagner geht. Sein exzellenter Geschmack hat ihn weltberühmt werden lassen. Dabei hat er einen weiten Weg und eine intensive Geschichte hinter sich. Sie ist nicht zuletzt einer der Gründe, weshalb der prickelnde Wein so besonders ist.

Die Geschichte des Champagners

Da es sich beim Champagner um eine gesonderte Art des Weins handelt, beginnt seine Geschichte beim Ursprung des Weins. Bereits vor einhunderttausend Jahren finden sich Wildreben und somit die Frucht, die hinter dem Wein steckt. Schon sehr früh fand sie in menschlichen Zivilisation Anklang, nicht zuletzt im Römischen Reich. Dieses brache das beliebte Getränk vor rund zweitausend Jahren auch in den deutschsprachigen Raum. Die Römer waren es auch, die im heutigen Frankreich begannen, bewusst Weinreben für die Weinproduktion anzubauen. Auch in der Champagne, der Region aus der der Champagner kommt, produzierten sie Wein, jedoch ohne die Raffinesse und als stiller Weißwein, der sich nur mittelmäßiger Beliebtheit erfreute.

Im Laufe der Zeit und durch den Einfluss mehrerer wichtiger Leute, unter anderem des Bischofs des Benediktinerklosters Saint-Pierre-aux-Monts, grenzte sich der Wein nach und nach von den anderen Sorten ab. Dennoch war es noch nicht der Champagner, wie er heute verkauft wird.

Erst im siebzehnten Jahrhundert, um 1670 herum, wendete sich das Blatt. Um den Wein beim Transport besser haltbar zu machen, füllten die Winzer ihn verfrüht in Flaschen ab. Ohne dies zu wollen, reifte der Wein in den Flaschen weiter und begann zu sprudeln. Die Winzer, die aufgrund des Drucks in den Flaschen, unterschiedlichen Gärungsprozessen und den herausspringenden Korken hohe Verluste zu verzeichnen hatten, waren davon weniger begeistert und hätten sicherlich andere Methoden gefunden, um den Wein unterwegs frisch zu halten. Doch die Engländer waren begeistert von dem neuen Schaumwein, weshalb statt einer Alternative lediglich nach einer Verbesserung gesund wurde. Rund zweihundert Jahre dauerte es, bis die Kellermeister die kontrollierte Abfüllmethoden perfektioniert hatten, die das Explodieren der Flaschen verhinderte und eine konstante hohe Qualität garantierte. Bereits zu Beginn der Entwicklung spiele ein Benediktinermönch eine ausschlaggebende Rolle. Sein Name war Dom Pérignon.

Die wundervolle Region der Champagne

Heute ist die Weinherstellung in vielen Regionen immer noch eine Familientradition und ein edles Handwerk, aber es lässt sich nicht verschweigen, dass es sich auch um ein großes Geschäft handelt. Im Jahr 2020 lagen die Einnahmen des Weingeschäftes in Frankreich bei geschätzten 25 Billionen US Dollar. Die Vereinigten Staaten hatten sogar doppelt so viele Einnahmen zu verzeichnen.

Doch trotz der vielen Gelder, die fließen, bewahrt sich der Champagner seinen Charm und sein Charisma. Dies könnte daran liegen, dass nur der Wein aus der französischen Region Champagne auch Champagner genannt werden darf, so ist es im Europäischen Recht verzeichnet. Alle anderen Schaumweine dürfen sich lediglich Sekt, Cava oder Crémant nennen. Die Champagne liegt im Nordosten Frankreichs und ist Teil der Region Grand Est. Sie besteht erstaunlicherweise nur zu kleinen Teilen aus Weinbergen, der deutlich größere Teil der Landschaft wird für Ackerbau genutzt. Sie wird von den Flüssen Marne, Aisne, Aube und Seine durchflossen, letztere ist vor allem deshalb bekannt weil sie im späteren Verlauf auch durch die französische Hauptstadt Paris fließt.

Neben dem Champagner hat die Region jedoch noch andere Attraktionen zu bieten. Besucher der Champagne werden von einer vielfältigen Landschaft begrüßt, die sowohl trockene als auch regnerische Regionen, sowie bergische und sehr flache Gebiete aufweist. Die Historie der Champagne geht auch weit über die Wein- und Champagnerproduktion hinaus, sondern reicht bis hinein in die Antike und ist gezeichnet von Krieg und Kultur.

Moët et Chandon besitzt sehr große Ländereien in der Champagne und somit beinahe alle Weinfelder, die für die Produktion ihrer alkoholischen Getränke nötig sind. Dabei handelt es sich um rund 300 verschiedene Weinfelder. Sie haben außerdem Zugang zu dem siebzehn Grands Crus Weinfeldern, also diesen mit ausgezeichneter Lage und bester Qualität, zum Beispiel Hautvillers, Avize, Verzenay, Mailly, Chouilly oder auch Le Mesnil-sur-Oger.

Was den Dom Pérignon so besonders macht

Im Herzen der Champagne Region liegt Hautvillers, direkt am Geburtsort des prickelnden Weins. Hier findet sich Moët et Chandon, das wohl berühmteste aller Champagnerhäuser. Hier wurde 1921 begonnen, Champagner herzustellen, einer davon würde später einmal Dom Pérignon werden. Doch der Name der heute so bekannten Marke stammt eigentlich aus einem rivalisierenden Champagnerhaus, Champagne Mercier. Nur durch eine Ehe zwischen den beiden Familienbetrieben im Jahr 1927, kam der Name als eine Art Geschenk zur Eheschließung zu Moët et Chandon.

Doch es nicht nur der Name, der Dom Pérignon so besonders macht. Es ist die Tradition und die langjährige Erfahrung, die jeden Tag in die Herstellung des Champagner fließen. Moët startete als Betrieb bereits 1743, Chandon schloss sich rund neunzig Jahre später an und macht den Namen Moët et Chandon komplett. Gemeinsam fusionierten sie 1971 mit dem etablierten Kognak Hersteller Hennessy und sechzehn Jahre später auch mit Louis Vuitton. Heute ist die sogenannte LVMH, welche aus den Kooperationen und Aufkäufen entstand und diverse weitere Firmen und Produkte unter ihrem Dacht vereint, die größte Luxusmarke der Welt.

Dom Pérignon ist nur eines ihren vielen Produkte und mit Abstand der beste Champagner. Dabei handelt es sich um einen millesimé Champagner, also einer ganz besonderen Mischung an verschiedenen Trauben, deren Qualität selbstverständlich von den Klimabedingungen abhängt und nur mit großem Wissen zum richtigen Zeitpunkt geerntet und verarbeitet werden kann. Dabei wird sehr genau auf den pH-Wert sowie den Zuckergehalt geachtet und die Vorgaben sind besonders strikt. Dennoch variieren die verschiedenen Jahrgänge im Geschmack und in der Qualität und demnach auch im Preis. Von rund zweihundert Euro aufwärts sind dem Preis für das Getränk je nach Jahrgang keine Grenzen gesetzt. Wer sich also Luxus gönnen möchte, ist bei Dom Pérignon an der richtigen Adresse.

 

| rtv Redaktion | 2. August 2021