Leben » Ein Garten für Bienen, Käfer & Co.
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Ein Garten für Bienen, Käfer & Co.

Ein Garten für Bienen, Käfer & Co.

Insektenschutz fängt im eigenen Garten an. Helfen Sie mit und verbessern Sie den Lebensraum für die kleinen Flugtiere. Denn bereits einfache Maßnahmen helfen ihnen und sind erste Schritte zum summenden Naturparadies.

Käfer, Libellen, Hummeln, Schwebfliegen und die vielen Bienenarten – sie alle sind unverzichtbare Bestandteile unserer Natur. Vögeln und anderen Tieren dienen sie als Nahrung, sie vertilgen aber auch selbst Schädlinge und sichern uns durch Bestäubung die Ernte. Das sind nur einige Gründe, warum wir den dramatischen Rückgang der Insekten stoppen müssen. Erste Hilfsmaßnahmen können Sie prima im eigenen Garten einleiten und umsetzen.

Lebensraum bieten

selbst gebautes großes Insektenhotel mit vielen Unterschlupfmöglichkeiten
©Colourbox

Insekten müssen Nektar und Pollen sammeln, um sich und ihren Nachwuchs mit Futter zu versorgen. Blüten, deren Mitte für Hummeln, Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge frei zugänglich ist, sind also perfekte Bienenweiden: Dazu gehören Stockrosen (Foto oben), Akelei, Roter Sonnenhut, Königskerzen, Thymian, Katzenminze, Silberling (Lunaria), Moschus-Malve und Garten-Salbei (Salvia nemorosa).

Mit Frühblühern wie Krokussen startet die Blütensaison und hört mit Spätblühern wie Efeu auf. Ein Nahrungsangebot von Frühling bis zum Herbst ist wichtig! Doppelten Nutzen im Garten bieten außerdem insektenfreundliche Pflanzen, die nicht nur den Krabbel- und Flugtierchen schmecken, sondern auch uns Menschen. Ins Kräuterbeet oder in den Kräutertopf können Sie zum Beispiel Minzen, Schnittlauch oder Dill, Ringelblumen, Salbei oder auch Zitronenmelisse setzen.

Außerdem sollten Sie nicht alles zu perfekt in Ordnung halten. Nicht jede Gartenecke muss aufgeräumt sein und wie geleckt aussehen. Lassen Sie ein bisschen Wildwuchs zu. Ein paar Gartenecken sollten Sie einfach sich selbst überlassen. Brennnesseln, Klee, Gräser und viele andere “Unkräuter” werden sich dort ausbreiten – zur Freude vieler Insekten, die diese Pflanzen zum Überleben brauchen, etwa als Futterpflanzen für ihre Larven.

Außerdem Totholzstapel, Herbstlaub unter Bäumen und Sträuchern sowie kleine Steinhaufen einfach liegen lassen. Sie ersparen sich die Aufräumarbeit und werden staunen, wie viele Käfer und andere Krabbler sich dort ansiedeln werden.

Pestizide sind tabu!

Honigbiene auf einer rosa Blüte
©Colourbox

Dass man in einem insektenfreundlichen Garten auf Spritzmittel verzichten sollte, versteht sich von selbst. Holen Sie sich stattdessen die Unterstützung von nützlichen Insekten bei der Schädlingsbekämpfung: Marienkäfer haben Blattläuse zum Fressen gern. Die stehen auch bei der Florfliege auf dem Speiseplan, Glühwürmchenlarven und Laufkäfer fressen liebend gerne Schnecken.

(Fast) unverzichtbar für den passionierten Gärtner und ein wertvoller Lebensraum für Insekten ist der klassische Komposthaufen. Hier helfen zum Beispiel die Larven von Nashornkäfern, Rosenkäfern und Großlaufkäfern fleißig bei der Zersetzung von Bioabfällen mit und lassen so nährstoffreiche Komposterde entstehen.

Diese wiederum versorgt unsere Gartenpflanzen bestens, und so wird ein Düngen mit künstlichen Stoffen überflüssig. Außerdem überwintern im Kompost viele Spinnen, Würmer, Larven, Raupen und andere Insekten – das freut auch die Vogelschar in unseren Gärten.

Hilfe beim Hausbau leisten

Insektenhotel einfach selbst bauen mit Konservendose und Holzstöckchen
©Colourbox

Bei der Bestäubung von Obst und Gemüse leisten Wildbienen einen großen Beitrag. Mauerbienen können Sie zum Beispiel helfen, indem Sie Holzklötze mit quer zur Maserung gebohrten Niströhren als Bienenhotels an sonnigen, regengeschützten Plätzen im Obstgarten aufbauen.

Falter freuen sich zur Überwinterung über einen Schmetterlingskasten (z.B. unter www.wildlifegarden.de). Wird er zum Beispiel in der Nähe von Lavendel oder Schmetterlingsbüschen aufgestellt, ist er schnell besiedelt. Eine Hummelburg (z.B. bei www.denk-keramik.de) aus Keramik sollte im Schatten von Bäumen und Sträuchern aufgestellt werden, sodass ihr Einflugsloch gen Osten zeigt. Stäbe an der Nisthilfe für Mauerbienen schützen die Insekten sicher vor Vogelfraß (z.B. unter www.naturschutzcenter.de).

Auch ein naturbelassener Gartenteich dient vielen Insekten – nicht nur Libellen – als Lebensraum: Bereits kleine Wasserlandschaften bieten Insekten Platz zum Leben. So wachsen zum Beispiel Libellenlarven im Wasser heran und finden als erwachsene Insekten Nahrung und Unterschlupf im bepflanzten Uferbereich. Auf der Wasseroberfläche spazieren filigrane Wasserläufer oder sammeln sich Taumelkäfer in großen Schwärmen. Und im Teichwasser findet man diverse Schwimmkäfer oder Stabwanzen.

Noch mehr Infos für Naturliebhaber

Gartenpflanzen als Futterquellen

Bunte Wildblumenwiese
©Colourbox

Insekten müssen Nektar und Pollen sammeln, um sich und ihren Nachwuchs mit Futter zu versorgen. Blüten, deren Mitte für Hummeln, Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge frei zugänglich ist, sind also perfekte Bienenweiden: Dazu gehören Stockrosen (Foto oben), Akelei, Roter Sonnenhut, Königskerzen, Thymian, Katzenminze, Silberling (Lunaria), Moschus-Malve und Garten-Salbei (Salvia nemorosa).

Da sie relativ spät im Jahr blüht, von August bis Oktober, ist die rosafarbene Hohe Fetthenne (Sedum telephium) beliebt bei Schmetterlingen. Admiral (Foto), Tagpfauenauge oder Kleiner Fuchs besuchen ihre Blüten gerne. Als Futterpflanze dienen Fetthennen den Raupen des gefährdeten Apollofalters.

| Land & Leute Redaktion | 30. April 2020