Startseite » Leben » Erntedank: Wir feiern den Herbst
Startseite » Leben » Erntedank: Wir feiern den Herbst

Erntedank: Wir feiern den Herbst

Erntedank: Wir feiern den Herbst

Das Erntedankfest ist eine gute Gelegenheit, unseren Umgang mit Lebensmitteln zu hinterfragen. Denn obwohl wir stets alles im Supermarkt finden, ist eine gute Ernte nicht selbstverständlich – höchste Zeit, Lebensmittel wieder mehr schätzen zu lernen und weniger zu verschwenden.

Gute Gaben kommen immer auf den Tisch. Für das Erntedankfest, das am 1. Sonntag im Oktober gefeiert wird, finden sich auch nach wenig günstigen Sommern noch symbolische Erntefrüchte. Grund genug, sich auch daran zu erinnern, dass nicht jeder Bilderbuchsommer auch ein guter Wachstums- und Erntesommer war. Allein das Getreide, dessen Ähren zum traditionellen Altarschmuck des kirchlichen Erntedanks gehören, braucht Feuchtigkeit im Frühling und Frühsommer, während der Reife des Korns aber eher trockenes Wetter. Und zur Erntezeit ist warmes Standwetter ideal. Fällt der Sommer ins Wasser, ist die Ernte buchstäblich verregnet.

Bewusst genießen

Der Erntedank ist aber nicht nur ein religiöses Fest. Es ist auch eine gute Gelegenheit für jeden, sich bewusst zu machen, dass unsere Lebensmittel nicht vom Himmel fallen. Dass Preise auch etwas mit dem Ausfallen der Ernte zu tun haben. Und dass ein Brötchen beim guten Handwerksbäcker in einem schlechten Erntejahr auch mal ein wenig mehr kosten muss, weil das Mehl teurer ist.

Wer einen Garten oder einen Schrebergarten hat, weiß noch, was Erntesegen ist. Jahre, in denen der Apfelbaum sich unter der Last der Früchte biegt und ächzt, wechseln mit Jahren, in denen kaum ein Apfel an den Zweigen hängt. Vielleicht war es zu kalt während der Blüte, sodass kaum Bienen flogen, um die Blüten zu bestäuben. Oder der Sommer war so knochentrocken, dass die Bäume einen Großteil der unreifen Früchte abgeworfen haben, um zu überleben.

Zeit der Erinnerung

Was unsere Eltern und Großeltern noch selbstverständlich wussten, rufen wir uns in diesen Wochen durch selbst gemachte Erntedank-Dekorationen ins Gedächtnis: Ein reich gedeckter Tisch mit vielen guten Speisen ist nicht selbstverständlich, sondern das Ergebnis der eigenen Mühen und oftmals auch harte Arbeit. Die Erntedank-Dekoration – auf dem Tisch, im Haus oder am Eingang – erinnert daran. Und sie ist Zeichen dafür, dass wir uns freuen dürfen, dass die Natur uns Jahr für Jahr so reich mit ihren Gaben beschenkt.

| rtv Redaktion | 6. November 2019