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Exotische Gehölze und Beeren

Exotische Gehölze und Beeren

Bäume und Sträucher sind die Stars des herbstlichen Gartens und warten jetzt mit herrlich bunter Zierde auf. Manche exotischen Gehölze sind besonders schön und selten.

Man kennt sie ja: Zierapfel, Blumenhartriegel, Vogelbeeren, Felsenmispeln. Aber hinter vielen der bekannten und schon seit Langem angepflanzten Ziergehölze steckt eine spannende Geschichte – und atemberaubende Gefahren. Mitgebracht haben diese Gartenschätze einst große Pflanzensammler und Entdecker, die vor allem von England aus im 19. und frühen 20. Jahrhundert nach Asien und Amerika geschickt wurden.

Kaum vorstellbar, dass unser allgegenwärtiger Lebensbaum (Thuja) zunächst eine echte Rarität war und nur in den Parks der englischen Adligen und reichen Bankiers zu bestaunen war. Auf den Expeditionen mussten die Mannschaften die Strapazen des Dschungels aushalten, auf unwegsamen Pfaden mit halsbrecherischen Flussüberquerungen kamen sie zu ihren Schätzen.

Die Mühe lohnte sich, denn die Pflanzen waren außergewöhnlich und übertrafen in Blütengröße und Fülle die europäischen Arten bei Weitem. Hortensien, Hibiskus, Strauchpäonien und viele mehr bewundern wir noch heute dafür und holen sie gerne in unsere Gärten. Und wo es blüht, da kommen auch Früchte. Unter den asiatischen Gehölzen stehen hier Zieräpfel und die Verwandten der heimischen Eberesche in erster Reihe.

Gelbe, rote & weiße Beeren

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Unter ihnen, die allesamt zur Gattung Sorbus gehören, gibt es Arten, die bernsteingelbe Früchte tragen. Eine der schönsten wurde nach ihrem Entdecker Joseph Rock benannt, der zu den besonders erfolgreichen Asienreisenden zählte. Ein weitaus zierlicherer Strauch ist die Kaschmir-Eberesche, die sogar strahlend weiße Beeren trägt.

Die aus China stammenden Zieräpfel wie Malus toringo begeistern mit einer Unmenge winziger Äpfelchen, die eher an Beeren erinnern. Auch einige sehr große Strauchrosen haben schöne Früchte zu bieten, etwa die bis zu drei Meter hohe Rosa moyesii mit ihren bis sechs Zentimeter langen, flaschenförmigen Hagebutten, die an den elegant gebogenen Zweigen des locker wachsenden Strauches hängen und sich auch in einem herbstlichen Kranz hübsch ausnehmen.

Sträucher für die Natur

All diese Pflanzen haben sich nicht nur klimatisch bei uns angepasst, sondern wurden auch von der heimischen Natur angenommen. So bereichern die Beerenfrüchte und Hagebutten den Speiseplan der Singvögel, Eichhörnchen und kleinen Mäuse, auch mancher Igel geht nicht achtlos an den Leckerbissen vorüber. Und der Blütenreichtum im Frühling ist in unserer immer ärmer werdenden Kulturlandschaft eine wertvolle Ergänzung für Bienen, Hummeln und andere Insekten, die zum Überleben auf Pollen und Nektar angewiesen sind.

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Wer dennoch auf heimische Gehölze im Garten nicht verzichten möchte, sollte sich mit den immergrünen Stechpalmen (Ilex) näher beschäftigen. Hier gibt es zahlreiche Sorten mit grünen und bunten Blättern, roten oder gelben Beeren. Aber: Beeren tragen nur die weiblichen Exemplare. Jetzt ist Pflanzzeit!

Besonders beliebte Arten

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Die Extravagante

Coriaria (Foto) heißt diese Schönheit mit den gelben Fruchtständen. Sie friert aber bis zum Boden zurück und wird daher bei uns als Staude behandelt.

Die Verlässliche

Stechpalmen (Ilex) wachsen auch in unseren Wäldern. Sie kommen mit schattigen Plätzen bestens zurecht.

Der Dornige

Der Mäusedorn (Ruscus) ist ein Mitbringsel aus dem Mittelmeerraum. Bei uns gedeiht der ausläuferbildende kleine Strauch auch im trockenen Schatten noch gut.

Die Bewährte

Nach ihrem Entdecker Joseph Rock wurde diese asiatische Eberesche benannt. Sie hat leuchtend gelbe Früchte.

Der Hingucker

Die Lampionblume ist mit ihren herzförmigen Kelchblättern in strahlendem Orange ein echtes Highlight im Garten.

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| Land & Leute Redaktion | 11. September 2020