Leben » Frühjahrsputz für Heim und Seele
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Frühjahrsputz für Heim und Seele

Frühjahrsputz für Heim und Seele

Der lange Winter ist vorbei, die ersten wärmenden Sonnenstrahlen hauchen der Natur und unseren müden Gliedern neues Leben ein. Der perfekte Zeitpunkt, die Reset-Taste zu drücken und aufzuräumen.

Das Fenster weit geöffnet, den Blick nach draußen gerichtet – und tief einatmen. Und noch ein kleines bisschen tiefer, bis es nicht mehr weiter geht. Der Körper freut sich über den unerwarteten Frischluftkick, und auch die Laune hebt sich sogleich. So duftet der Frühling, so fühlt sich von der Märzsonne erwärmte Luft an! Endlich wird es wieder wärmer, die Tage werden länger und laden dazu ein, nach draußen in die Natur zu gehen.

Dort versorgen uns die Sonnenstrahlen nicht nur mit dem lebenswichtigen Vitamin D, das wir in den Wintermonaten nur sehr reduziert abbekommen haben. Sie regen gleichzeitig die Produktion sogenannter Glückshormone wie Serotonin und Dopamin an, die eine stimmungsaufhellende Wirkung besitzen.

Ein Gefühl von Freiheit und Leichtigkeit macht sich breit und hebt die Flirtlaune und die Unternehmungslust. Vorbei ist die kalte Jahreszeit, in der wir uns mit einem guten Buch und einer Tasse Tee in eine Decke eingekuschelt haben, weil uns vor lauter Melatonin, dem Schlafhormon, der Antrieb fehlte, etwas zu unternehmen.

Großreinemachen in der Seele

Pinke und rosane Tulpen in einer Vase mit Federn, außen herum bunte Ostereier
©Colourbox
Grünpflanzen in Ton- und Keramiktöpfen
©Colourbox

Nun ist sie zurück, die Freude am Aktivsein. Bei manch einem schlägt die neu gewonnene Energie im Frühling sogleich in Putzwut um. Die einen schrubben ihre Wohnung bis in die entlegensten Ecken, die anderen beginnen, den Keller zu entrümpeln und sich von materiellen Dingen zu trennen, die ihr Leben nicht bereichern, sondern im Grunde nur belasten.

Das gezielte Ausmisten und Umorganisieren von Kleiderschränken, Schubladen und Co. sorgt für ein Gefühl von Befreiung, Befriedigung und Glück. Das ist nicht erst seit dem von der japanischen Bestsellerautorin Marie Kondo (“KonMarie”-Methode) ausgelösten Aufräum-Trend bekannt. 

Für den Frühjahrsputz

Aufräumen mit der KonMari-Methode

Warum also nicht einen Schritt weiter gehen, die Reset-Taste drücken und den Frühjahrsputz auch innerlich vollziehen? Innerlich, das bedeutet, den Körper von Grund auf zu reinigen. Die Ernährung ist während des Winters oft eher schwer und deftig, es mangelt an gesundem Obst und Gemüse und somit an Vitaminen.

Der Frühling ist daher der ideale Zeitpunkt für Diäten, aber auch für Fasten-, Entschlackungs- und Entgiftungskuren (siehe Infokasten auf Seite 62). Mit Sportarten wie Yoga und Qigong reinigen wir durch Bewegung und tiefe Atemzüge unseren Körper zusätzlich von innen.

Gleichzeitig sollten wir uns der Selbstfürsorge widmen und uns fragen: Was belastet mich, was würde mein Leben schöner und leichter machen? Finden Sie heraus, was Ihnen Stress bereitet, und suchen Sie nach Lösungen, ihn zu minimieren. So radikal und hart es auch klingen mag: Dazu gehört nicht nur, sich von Gedanken und Gewohnheiten, sondern auch von Menschen zu trennen, die uns nicht guttun. Lassen Sie Vergangenes ruhen und seien Sie offen für Neues. Denn genau das verkörpert der Frühling.

Den Frühling ins Haus holen

Rosa Tulpe auf einer grauen Stoffserviette auf einem rosa Teller
©rtv media group
Milchkanne mit Spitze und Herzgeflecht mit Traubenhyazinthen
©rtv media group

Und den holen wir uns nun ins Haus. Nichts sorgt so für Frühlingsstimmung wie ein herrlicher Strauß frischer Blumen oder Zweige. Bunt, hell und fröhlich-leicht: So sollten auch die Farben sein, in denen Sie Ihre vier Wände dekorieren. Ersetzen Sie dunkle Vorhänge durch luftige Gardinen, schwere Wolldecken durch dünne, helle oder auch farbenfrohe Überwürfe.

Vielleicht wollten Sie das Wohnzimmer ja schon lange einmal in einer anderen Tapete oder Wandfarbe sehen als im eher risikoarmen Eierschalenton? Trauen Sie sich! Wie wäre es zur Abwechslung mit einem leichten Gelb oder Grün, das an Sonne und Wiesen erinnert? Als Alternative setzen Sie mit einzelnen Möbelstücken, Bildern, Kerzen oder Vasen farbige Akzente. Ihrer Fantasie sind bei der frühlingshaften Dekoration keine Grenzen gesetzt. 

Auch Stoffe mit Motiven passend zur Jahreszeit sorgen für Frühlingsflair: Kissenbezüge mit Vögeln oder Schmetterlingen zum Beispiel. Die können Sie mit ein bisschen Übung auch selbst nähen. Eine Anleitung finden Sie unten rechts auf dieser Seite. Auch Dekovögel oder florale Fensteraufkleber eignen sich sehr gut. Vielleicht besorgen Sie auch ein paar Finger- und Fensterfarben für sich und Ihre Kinder. So können Sie gemeinsam hübsche Bilder aus originellen Formen und bunten Handtellern zaubern.

Frühjahrsmüde? Das geht vorbei!

Sollten Sie zu jenen gehören, die vom Winterschlaf direkt in die Frühjahrsmüdigkeit hinüberzugleiten scheinen, haben Sie keine Angst: Das geht vorbei. Bei manchen kann der Körper einfach nicht so schnell von Winter auf Frühjahr umschalten. Nach spätestens vier Wochen sollte es geschafft sein.

Schneller geht es mit viel Bewegung an der frischen Luft. Für den Anfang genügen aber schon ein paar tiefe Atemzüge am geöffneten Fenster. Ganz tief, bis es nicht mehr weiter geht. Und auch der eine oder andere unserer Dekotipps könnte dabei helfen, die Frühjahrsmüdigkeit ein bisschen schneller zu vertreiben.

| Land & Leute Redaktion | 26. März 2020