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Garten im Winter: Kalte Pracht

Garten im Winter: Kalte Pracht

Gärten verstrahlen im Winter einen ganz besonderen Charme – unter Raureif, Schnee und Eis kommen Blüten und filigrane Strukturen besonders gut zur Geltung.

Mitten im Winter sieht die Welt ganz anders aus. Der Garten ist nicht wiederzuerkennen. Eis und Schnee, Raureif und Winde haben ihn gezeichnet und dabei ganz neue Ansichten ans Licht gebracht. Plötzlich steht die ungeliebte Tanne sattgrün im frostgrauen Rasenteppich. Ihre pyramidale Form kann man jetzt besonders gut sehen, da die blattschönen Nachbarn ihr Laub in alle Winde zerstreut haben.

Traumhafte Motive

Garten iM Winter mit Teich. Pflanzen mit Schnee, Frost und Raureif überzogen
©rtv media group

Und auch das Zweiggewirr des Japanischen Fächer- Ahorns und der Korkenzieher-Hasel kommt nun, in blattlosem Zustand, so richtig zur Geltung. Auf dem Waldspaziergang erfreuen uns das warme Rot der Fichtenstämme ebenso wie die leuchtend gelben Zweigvorhänge der Trauerweide am zugefrorenen Teich. Der Winter ist voller Wunder, wenn man sie nur zu sehen weiß.

Wer jetzt angesichts Kälte und Schlechtwetter die Augen davor verschließt, was uns die Natur schenkt, hat nur das halbe Gartenjahr erlebt. Für Naturfotografen ist diese Poesie der Winterzeit längst ein spannendes Betätigungsfeld. Auf jeder Wiese, im Wald, im Park und auch im eigenen Garten finden sich attraktive Motive.

Manchmal sind sie auch ganz unerwartet. Wenn unter der lichten Baumkrone die blaugrünen Blattschwerter der exotischen Palmlilien aus dem Schnee hervorblitzen, ist das ebenso überraschend wie die porzellangleichen Blütchen der Schneeheide, die zu den wenigen echten Winterblühern unserer Gärten zählt. Im Großen wie im Kleinen gibt es jetzt so viel zu entdecken …

Alt trifft neu

So wechseln sich die Generationen im Garten ab. Während die ersten schon mit dem Blühen beschäftigt sind, tragen andere noch die abgeblühte Schönheit des letzten Sommers zur Schau. Die stabilen Samenstände der Kardendistel (Dipsacus sativus) tragen eine Schneehaube, während die zarten Blütenteller der Hortensien noch bis zu den Frühjahrsstürmen an den Zweigen stehen und in warmen Brauntönen leuchten.

Der kluge Gärtner lässt darum manches stehen, damit er auch in der Winterzeit seine Freude hat. Das danken uns übrigens auch die Vögel und Insekten: Sie finden so viele Verstecke und auch noch letzten Notproviant an Samen für die kalten Tage. Also dann: Gönnen Sie sich die Freude der winterlichen Gärten. Der Frühling kommt früh genug!

| Land & Leute Redaktion | 28. Januar 2020