Leben » Gelenkentzündungen bei Schuppenflechte
Leben » Gelenkentzündungen bei Schuppenflechte

Gelenkentzündungen bei Schuppenflechte

Gelenkentzündungen bei Schuppenflechte

Jeder dritte Mensch mit Schuppenflechte hat auch Probleme mit den Gelenken. Schuld sind wie bei den Symptomen der Haut Entzündungen. Damit sie keine bleibenden Schäden in den Gelenken anrichten, ist es wichtig, eine Psoriasis-Arthritis früh zu erkennen und konsequent zu behandeln.

Angeschwollene, schmerzende Gelenke – bei diesen Symptomen denkt kaum einer an eine Hautkrankheit. Doch etwa ein Drittel der Patienten mit Schuppenflechte (medizinisch Psoriasis) leidet an Gelenkbeschwerden, der Psoriasis-Arthritis. Das Problem: Oft lassen sich die ersten Anzeichen nicht klar zuordnen. Mal kommen sie schleichend, in anderen Fällen schubartig. Außerdem können sie vor, während und nach einem Entzündungsschub der Haut auftreten. Deshalb raten Experten Patienten mit Schuppenflechte, bei Gelenkbeschwerden ihren Arzt darüber zu informieren. 

Psoriasis – eine Krankheit mit zwei Gesichtern

Psoriasis ist eine Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem, das normalerweise gegen Krankheitserreger vorgeht, wendet sich plötzlich gegen körpereigenes Gewebe. Im Fall der Schuppenflechte führt das zu Entzündungen der Haut. Es kommt zu den typischen roten, juckenden und schuppenden Flecken, den Plaques. Betroffen sind meist die Außenseiten der Knie und Ellenbogen, der Bereich des Kreuzbeins, die Kopfhaut, die Pofalte sowie die Haut hinter und in den Ohren.

Bei der Psoriasis-Arthritis führt die fehlgeleitete Immunabwehr zu Entzündungen in den Gelenken. Sie schwellen an und schmerzen. Besonders morgens sind die Gelenke steif, Mediziner sprechen von Morgensteifigkeit. Es trifft vor allem die kleinen Gelenke der Finger und Zehen sowie die Ansatzstellen von Sehnen und Bändern. Seltener sind zusätzlich ein Knie-, Hüft- oder Schultergelenk und die Wirbelsäule beteiligt.

Warum die Immunabwehr verrücktspielt, ist bislang nicht vollständig geklärt. Mediziner nehmen an, dass bei der Entstehung der Krankheit verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Zum einen liegt eine genetische Veranlagung vor, zum anderen sind bestimmte Auslöser für das Ausbrechen der Erkrankung verantwortlich: mechanische Reizungen der Haut, Infektionen, Hormonschwankungen oder seelische Belastungen. Allerding tritt die Krankheit nicht bei jedem Menschen auf, der die genetische Veranlagung in sich trägt.

Die Behandlung ist vielfältig

Auch wenn eine Schuppenflechte nicht heilbar ist, lassen sich heute beide Ausprägungen der Krankheit gut behandeln – die Haut- und die Gelenkbeschwerden. Insbesondere bei der Psoriasis-Arthritis ist eine frühe Diagnose wichtig. Denn nicht behandelte Entzündungen in den Gelenken können dazu führen, dass diese versteifen.

Es gibt verschiedene Therapieansätze:

  • Topische Therapien wie Salben und Cremes, aber auch Bäder und Lichttherapien werden zur Behandlung der Haut verschrieben.

  • Entzündungshemmende Schmerzmittel wie nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) lindern die akuten Beschwerden. 

  • Basistherapeutika, die dauerhaft eingenommen werden, unterdrücken das überaktive Immunsystem und gehen so gegen die Entzündungen vor.

  • Ausgewählte Biologika wirken sowohl gegen die Symptome der Haut als auch der Gelenke. Sie können den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen, indem sie gezielt in die Entzündungsprozesse eingreifen.

  • Massagen und Physio- oder Ergotherapie helfen, die Beweglichkeit der Gelenke zu verbessern oder zumindest aufrechtzuerhalten.

  • Jeder Patient ist unterschiedlich. Deshalb stellen Ärzte jeden Behandlungsplan individuell zusammen. Die richtige Therapie kann den Zustand von Haut und Gelenken bessern, einen neuen Entzündungsschub verhindern und die Symptome sogar auf Dauer unterdrücken.

| rtv Redaktion | 6. Dezember 2021