Leben » Herrschaftliches Fest: Weihnachten wie in “Downton Abbey”
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Herrschaftliches Fest: Weihnachten wie in “Downton Abbey”

Herrschaftliches Fest: Weihnachten wie in “Downton Abbey”

Einmal Weihnachten feiern wie im Serien- und Filmhit “Downton Abbey”? Wir zeigen, wie man das Haus im englischen Landadel- Stil schmückt. Inspirieren ließen wir uns vom “Downton”-Drehort Highclere Castle.

Die englische Historienserie “Downton Abbey” ist wie eine wohltemperierte Wärmflasche und eine Tasse heiße Schokolade: gemütlich, tröstend und himmlisch süß. Besondere Glanzstücke sind die Weihnachtsfolgen, in denen die hochherrschaftliche Familie Crawley zusammen mit ihren Bediensten das Christfest feiert:

Sobald der große, prachtvoll geschmückte Weihnachtsbaum in der Halle aufgestellt wird, sobald die elegant gekleideten Bewohner im gediegenen Dekor Weihnachtslieder anstimmen und Geschenke verteilen, überschwemmt “Downton Abbey” die Zuschauer mit Freude, Wärme und einem Meer aus Tränen der Rührung. Der Geist der Weihnacht, in diesen Momenten spürt man ihn.

Deutsche Tradition auf Highclere

©AdobeStock

Nun haben die wenigsten von uns ein Haus, das groß genug ist, um eine sieben Meter hohe Fichte zu beherbergen. Dennoch kann man auch bescheideneren Wohnstätten Lichterglanz à la Downton verleihen. Lady Fiona, Countess of Carnarvon, hat dafür einige Tipps parat. Sie ist die Herrin von Highclere Castle (Titelbild), dem englischen Landsitz, der als Drehort für “Downton Abbey” dient.

250 Räume hat das imposante Gebäude. Sie für das Fest herauszuputzen, erfordert eine besondere Planung. Schon im November legt Lady Fiona deshalb mit den Vorbereitungen los: “Da es ein viktorianischer Familiensitz ist, wurde die Gestaltung des Weihnachtsfestes im Schloss besonders durch Prinz Albert, den Gemahl Königin Viktorias, geprägt”, erklärt sie im Vorwort zu ihrem Buch “Weihnachten auf Highclere Castle – Rezepte und Traditionen aus dem echten Downton Abbey”.

Eine der wichtigsten Traditionen ist natürlich der Weihnachtsbaum. In Deutschland kennen wir ihn seit der frühen Neuzeit. Die Engländer aber feierten baumlos – bis eben jener Prinz Albert den geschmückten Baum bei Hofe populär machte. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass sich die Nadeln saftig anfühlen und beim Zerreiben duften, dann ist der Baum frisch geschlagen.

Beleuchtet wird der Baum entweder mit Wachskerzen oder mit einer warmweißen Lichterkette. Ja, auch der Baum bei “Downton Abbey” erstrahlt elektrisch – obwohl die von Maggie Smith gespielte Gräfinwitwe dem Kunstlicht nichts abgewinnt: “Das blendet fürchterlich. Ich fühle mich wie auf der Bühne im Vergnügungspark!”

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Lichterketten gibt es schon seit 1882, damals sahen die Lämpchen aus wie Nüsse oder Blumen. Kerzenförmige Birnchen, wie wir sie heute kennen, wurden erstmals in den 1920er-Jahren verwendet. Als Baumschmuck dienen Glaskugeln. Wer auch hier “very British” sein will, der hängt noch Stoffpüppchen und Rotkehlchenfiguren an die Zweige. Denn das Rotkehlchen gilt auf den Britischen Inseln als Weihnachtsbote.

Schmuck aus der Natur

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Für den weiteren Hausschmuck verzichten wir – ganz britisches Understatement – auf Kitsch, Glanz und Glitter: Die Dekoration kommt aus Garten und Wald. Türkränze aus Tanne und Stechpalme heißen Besucher willkommen, Blumenarrangements aus Poinsettie, Mistel und Amaryllis zieren Sideboards, Nischen und Fensterbretter.

In so einem Rahmen werden auch die Weihnachtskarten angemessen präsentiert. Ein schlichter, aber eleganter Blickfang im Eingangsbereich sind große Glasvasen, in die Kirschzweige und Efeu gesteckt werden.

Auch bei der Dekoration der Festtafel sollte auf zu viel Farbe verzichtet werden. Sehr edel wirken silberne Leuchter mit weißen Kerzen, dazu Gestecke mit Efeu und roten Blüten oder Äpfeln. Stoffservietten sind ein Muss, will man stilecht dinieren wie Seine Lord- und Ihre Ladyschaft: Einfach zusammengerollt in einen schlichten silbernen Ring stecken oder auf die gefaltete Serviette ein schönes Deko-Element legen.

Der Geist der Weihnacht

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Nachdem die Geschenke überreicht und der letzte Krümel des Festmahls verspeist wurde, ist es Zeit, sich in gemütlicher Runde zusammenzusetzen – und sich vielleicht bei Kerzenschein ein paar wohlig-gruselige Geistergeschichten erzählen

Das hat schließlich schon der legendäre Schriftsteller Charles Dickens getan. Denn vor allem ist Weihnachten doch, wie es Lady Fiona formuliert, “eine Zeit des Innehaltens, in der wir mit denen, die uns lieb und vertraut sind, feiern und uns auf die Gaben des Lebens und die Liebe besinnen.”

Der TV-Erfolg

©ITV Studios, Carnival Films

Glamouröse Kostüme, viel Herzschmerz und ein pointierter Einblick in die britische Lebensart: Die historische Serie “Downton Abbey” begeistert die ganze Welt – inzwischen auch im Kino.

Zu Beginn der Serie – wir schreiben das Jahr 1912 – droht mit dem Untergang der “Titanic” auch das Adelshaus der Crawleys unterzugehen: Der Erbe von Titel, Landsitz und Vermögen ist bei dem Unglück umgekommen.

Nun gilt es, das Herrenhaus Downton Abbey, seine Besitzer und deren Dienerschaft vor dem Ruin zu bewahren. Und daneben gesellschaftlichen Umbrüchen und privaten Dramen zu trotzen. Dabei ist die Familiensaga aus der Feder von Oscar-Gewinner Julian Fellowes (“Gosford Park”) keine Geschichtsstunde, sondern fabelhafte Unterhaltung mit starken Figuren und Dialogen.

Völlig zu Recht wurde “Downton Abbey” mit Emmys und Golden Globes geradezu überhäuft (u.a. für die umwerfende Maggie Smith als scharfzüngige Gräfinwitwe) und bekam einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde als “die von Kritikern am besten bewertete Fernsehserie”. Auch die Kinofortsetzung im September 2019 brach Rekorde.

Rund um Weihnachten

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Land & Leute Redaktion | 9. Dezember 2020