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Hortensien: Opulente Blüten

Hortensien: Opulente Blüten

Mit ihren opulenten Blütenbällen sind die stets durstigen Ziersträucher die Stars des Sommergartens. Sie sollten in keinem Beet fehlen, weil sie Farbe ins Grün bringen, herrlich nach Bauerngarten aussehen und sehr lange blühen.

Hortensien lieben Wasser, und zwar reichlich. Daran erinnert schon ihr botanischer Name Hydrangea, was, sehr frei übersetzt, so viel wie “Wasserstrauch” bedeutet. Als die ersten Hortensien aus Fernost nach Europa kamen, sorgten sie schnell für Aufregung unter den Gartenfreunden. Denn kaum ein anderer Strauch zeigte so auffallend gefärbte und vielgestaltige Blütenformen wie die Hortensie. Und das ist bis heute so geblieben. Mehr noch: Die Pflanzenzüchter sehen sich angespornt, den Hunderten von Sorten immer neue hinzuzufügen.

Geheimnis der blauen Blüten

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Nur eines haben die Fachleute bis heute nicht geschafft: eine zuverlässig blau blühende Sorte zu züchten. Das hübsche Knallblau einiger Bauernhortensien – jene Sorten der Art Hydrangea macrophylla, die kugelige Blütenstände haben – ist nicht nur sortenbedingt, sondern vor allem von einem sogenannten Mikronährstoff abhängig, dem Aluminiumsulfat. Es ist in handelsüblichen Hortensiendüngern vorhanden.

Auch in Gartenböden kommt es vor, kann aber nur in einem sauren Milieu von den Pflanzen aufgenommen werden. Ist der Boden an der Pflanzstelle kalkhaltig, werden neu gepflanzte blaue Hortensien im Folgejahr wohl meist in einem Rosaton erblühen. Das gilt neben den Ballhortensien auch für einige Tellerhortensien. Sie gehören zur selben Art, haben aber nur am äußeren Rand des schirmförmigen Blütenstandes farbige Hochblätter.

Diese locken Insekten an und ersparen der Pflanze in der Natur die aufwendige und viele Nährstoffe zehrende Produktion von großen Blütenblättern. Ein Hochblatt der Hortensie ist botanisch gesehen nichts anderes als das große Hüllblatt des einheimischen Aronstabes oder der tropischen, als Schnittblume gefragten Anthurie. Auf jeden Fall: Insekten fliegen darauf und finden so den Weg zu den eher unscheinbaren winzigen Blüten im Inneren des Tellers der Hortensie.

Standort: Sonne oder Schatten?

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Im Garten mögen Hortensien ein halbschattiges Plätzchen. Ist der Boden feucht genug, vertragen sie auch volle Sonne. Allerdings kann es an heißen Tagen zum “Ausbrennen” der Blütenfarben kommen, und auch die Blätter können Schaden nehmen. Das gilt besonders für Hortensien, die im Kübel auf Balkon oder Terrasse wachsen.

Trockenperioden tun den Pflanzen nicht gut. Wer die Blütenpracht erhalten will, kommt um regelmäßiges, ausgiebiges Wässern nicht herum. Am Fuße einer Mauer fühlen sich die Sträucher besonders wohl. Hier ist es windgeschützt, und Spätfröste werden durch die angrenzenden Gebäude im Zaum gehalten.

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Die Blüten der Hortensien sind besonders prächtig. Man unterscheidet verschiedene Formen. Hortensien schmücken sich mit dichten Blütenständen, in denen Hochblätter für Wirkung sorgen. Tellerhortensien zeigen davon nur wenige. Einige Arten, wie die Rispenhortensie (Hydrangea paniculata), haben konisch zulaufende Blütenstände.

Auch nach der Blüte sind viele Hortensien noch wochenlang im bunten Kleid zu sehen. Denn die Hochblätter verfärben sich in dieser Zeit. Ob sich blaugrüne, purpurne oder rötliche Töne zeigen, ist sortenabhängig. Die Sorten von Hydrangea arborescens blühen nach starkem Rückschnitt oder Spätfrostschäden noch im selben Jahr üppig. Es gibt sie nur in Weiß und seltener in zartem Rosa.

Wegen ihrer Haltbarkeit sind Hortensien auch als Vasenblumen beliebt. Voraussetzung: Tellerhortensien, Bauernhortensien und Co. werden erst geschnitten, wenn sie voll erblüht sind.

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Land & Leute Redaktion | 8. September 2020