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Kräuter: sammeln und zubereiten

Kräuter: sammeln und zubereiten

Erstaunlich, wie oft sie uns auf Spaziergängen begegnen, ohne dass wir ihnen Bedeutung beimessen. Dabei sind alle diese Kräuter essbar und sehr gesund – Acht Wildkräuter, die fast überall wachsen. Außerdem: Zwei leckere Kräuterrezepte.

Acht häufige Findlinge

Löwenzahn –Taraxacum officinale

Diese Pflanze wächst wirklich überall, sogar zwischen Asphalt. Sie ist gut für Leber und Galle, regt den Appetit an und wirkt entwässernd. Besonders lecker sind junge Löwenzahnblätter im Salat.

Waldmeister – Galium odoratum

Oft bewachsen die duftenden Pflanzen großflächig den Waldboden. Zum wohldosierten Würzen vorher trocknen, dann entwickeln die Blätter ihr Aroma. Sparsam verwenden.

Schnittlauch – Allium schoenoprasum

Die Pflanze mit den zarten Halmen ist sehr robust und wächst auch verwildert in der Natur. Sie ist sehr Vitamin-C-haltig und schmeckt am besten roh in Quark, auf Salaten oder zu Ei.

Spitzwegerich – Plantago lanceolata

Seine lanzettenförmigen Blätter sind ebenso markant wie die Blütenstände. Spitzwegerich wächst an Wegesrändern und auf Wiesen, ist ein wirkungsvolles Hustenmittel und schmeckt roh so gut wie gekocht.

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Bärlauch – Allium ursinum

Der wilde Bruder des Knoblauchs wächst in lichten Wäldern und ist an seinem typischen Geruch zu erkennen. Achtung: Er lässt sich leicht mit giftigen Herbstzeitlosen oder Maiglöckchen verwechseln!

Dost – Origanum vulgare

Die ca. 50 cm hoch wachsende Verwandte des Majorans gedeiht auf mageren Böden in Böschungen und auf Wiesen. Sie passt, ähnlich wie Oregano, sehr gut zu Tomatengerichten. Als Tee wirkt Dost krampflösend und verdauungsanregend.

Giersch – Aegopodium podagraria

Das gefürchtete Unkraut liebt schattig-feuchte Plätze – auch im Wald. Es kann als Salat oder wie Spinat zubereitet werden. Das Dreiblatt wirkt entwässernd und soll gegen Gicht und Rheuma helfen.

Beifuß – Artemisia vulgaris

Kein Gänsebraten ohne dieses Kraut, das oft an Wegesrändern wächst. Es macht fettes Essen aromatischer, aber auch bekömmlicher, entkrampft und wirkt erwärmend, z. B. als Fußbad bei kalten Füßen.

Noch mehr Infos für Kräuterfans

Auf Kräuterwanderung mit Martina Zipperle

Rezepte aus Martina Zipperles Kräuterküche

Erst sammeln, dann verwerten: Viele Kräuterwanderungen enden mit dem gemeinsamen Zubereiten von leckeren Spezialitäten. Die Kräuterpralinen sind eine gute Vorspeise, und die Butter macht einfach mehr aus frischem Brot.

Kräuterpralinen

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Zutaten:

  • 200 g Feta
  • 200 g körniger Frischkäse
  • Pfeffer,
  • gemahlene Sonnenblumen- oder Sesamkerne
  • Blüten von Kräutern (z. B. Bärlauch, Löwenzahn, Gänseblümchen, Spitzwegerich)

Zubereitung:

Den Feta mit dem körnigen Frischkäse und etwas Pfeffer vermischen, zu kleinen Kugeln formen und in den restlichen Zutaten wälzen.

Für 8 Personen | Zubereitungszeit: 20 Minuten

Bereit für den Frühling

Frühlings-Kräuterbutter

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Zutaten:

  • 125 g Butter
  • 125 g Frischkäse
  • Salz, Pfeffer, Paprika
  • 5 Bärlauchblätter
  • 5 Spitzwegerichblätter
  • 3 Schafgarbenblätter
  • 3 Löwenzahnblätter und -blüten
  • 5 Gänseblümchenblätter und -blüten
  • 2 Gundermannblättchen und 20 Blüten
  • 5 Gierschblätter
  • 1 Sauerampferblatt
  • etwas Wilder Thymian und Schnittlauch
  • ein paar Blüten zum Verzieren

Zubereitung:

Alle Kräuter klein schneiden, die Blüten abzupfen, mit der weichen Butter, dem Frischkäse und den Gewürzen vermischen. Die Frühlings-Kräuterbutter mindestens eine Stunde lang durchziehen lassen und vor dem Servieren mit Blüten verzieren.

Für 6 bis 8 Personen | Zubereitungszeit: 10 Minuten

| Land & Leute Redaktion | 8. April 2020