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Natürliche Vielfalt: Leben am Wasser

Natürliche Vielfalt: Leben am Wasser

Egal ob Meer, Bach, Fluss, Teich oder See – ein Spaziergang am Wasser tut gut und entspannt. Und er ist ideal, um Tiere zu beobachten. Denn unsere heimische Fauna zu erkunden, ist ein kleines Abenteuer.

Ohne das Entengeschnatter, das Quaken der Frösche, das Kreischen der Möwen oder das Sirren von Libellenflügeln wäre ein Ausflug ans Wasser nicht komplett. Kaum irgendwo ist man der Natur so nahe wie hier. Denn sowohl die Meere als auch fließende oder stehende Gewässer sind einzigartige Biotope mit einer enormen Artenvielfalt.

Lebensraum zurückgewinnen

©Colourbox

Nehmen Sie sich doch einmal die Zeit und beobachten Sie das Leben an einem Fluss oder See: Dort sind Wasserläufer unterwegs, Frösche fangen Fliegen und viele seltene Vögel geben sich ein Stelldichein. Erstaunlich: Selbst an Gewässern mitten in der Stadt leben viele Vögel, Säuger, Insekten und Amphibien.

Doch davon sollte man sich nicht täuschen lassen: Flüsse wurden vor Jahrzehnten begradigt, verrohrt oder auch eingedeicht, die Seeufer oft bebaut. Damit ging der Lebensraum für viele Tierarten verloren. Allerdings hat sich das Blatt auch wieder gewendet: An immer mehr Seen werden naturnahe Uferzonen angelegt, Flüsse bekommen wieder mehr Platz und dürfen ihren alten Lauf zurückerobern.

Manchmal geschieht das in Privatinitiative, oft werden diese Projekte aber auch von Naturschutzverbänden, Land oder Bund unterstützt. Das größte Projekt in Europa ist die Renaturierung der Unteren Havel unter Leitung des Naturschutzbundes Deutschland (NABU). Bis zum Jahr 2021 sollen 90 Flusskilometer wieder ihre einstige Lebendigkeit zurückbekommen.

Damit hofft man, dass sich in Europas bedeutsamstem Feuchtgebiet wieder die ursprünglichen Pflanzen und Tiere ansiedeln. Auch wenn noch viel zu tun ist, gibt es gute Meldungen: Der Biber ist in Deutschland wieder auf dem Vormarsch. Im letzten Jahrhundert fast ausgerottet, wurden jetzt sogar schon Tiere in Städten wie Frankfurt gesichtet. Auch die Fischotter- Populationen an Flüssen und Seen (meist in Ostdeutschland) konnten sich ein wenig erholen.

Spannende Beobachtungen

Neben Schwänen, Enten und Blesshühnern lassen sich Eisvögel an Flüssen und Seen entdecken, auch See- und Fischadler werden wieder gesichtet. Sie brauchen zum Jagen größere Gewässer. Teichrallen und Haubentaucher bevölkern Teiche und Seen. Sogar Kraniche lassen sich hier blicken. Blaukehlchen und Flussregenläufer bevorzugen fließende Gewässer.

Enten jeder Art fühlen sich an allen Binnengewässern wohl. Auch wenn es schwerfällt: Enten sollten – genau wie Schwäne – nicht gefüttert werden. Die Tiere finden in ihrer Umgebung genug zu fressen. Meistens wird Brot verfüttert, was ihnen nicht gut bekommt und Ratten anlockt – gerade in Städten ein großes Problem. Zudem reichern Essensreste das Wasser mit zusätzlichen Nährstoffen an, sodass mehr Algen entstehen und sich die Wasserqualität verschlechtert.

Bedrohte Tiere im Meer

©Colourbox

Die Küsten von Nord- und Ostsee werden von den verschiedensten Möwen und Enten bevölkert. Aber wer sich ein wenig Zeit nimmt, kann auch hier seltenere Vögel entdecken: Der Seeadler ist in viele Regionen zurückgekehrt und nistet auch an den Küsten – meist gut beschützt von Vogelkundlern. So konnte sich die Population wieder erholen. Seit den 1960er-Jahren hat sie sich verzehnfacht.

Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es unseren Meeren nicht gut geht. Überfischung, Verschmutzung und auch Lärm durch Schiffe machen den Tieren dort zu schaffen. Die Nordsee ist zwar teilweise geschützt, der Nationalpark Wattenmeer ist sogar UNESCO-Weltnaturerbe, aber viele Tier- und Pflanzenarten sind dort immer noch stark bedroht.

Zu sehen sind am Wattenmeer unter anderem Brandseeschwalben, Sandregenpfeifer, Brachvögel und Alpenstrandläufer, aber auch die heimlichen Stars: Seehunde und seit Kurzem auch wieder Kegelrobben.

Auch die Ostsee ist auf dem Weg der Besserung, aber Überdüngung macht ihr immer noch sehr zu schaffen. An ihren Ufern leben auch Graureiher, Blessrallen, Zwergschwalben und der Kormoran. Er ist zwar bei Fischern unbeliebter Konkurrent, sieht mit seinem schwarzen Gefieder aber sehr imposant aus und ist gut zu beobachten.

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| Land & Leute Redaktion | 10. Juli 2020