Leben » Mikroabenteuer: Outdoor-Spaß vor der Haustür
Leben » Mikroabenteuer: Outdoor-Spaß vor der Haustür

Mikroabenteuer: Outdoor-Spaß vor der Haustür

Mikroabenteuer: Outdoor-Spaß vor der Haustür

Mikroabenteuer sind kurze Erlebnisse in der Natur, die jeder bei sich in der Nähe erleben kann – und das bei jedem Wetter: egal, ob im Sommer, Winter, Frühjahr oder Herbst. Kleine wie große Entdecker kommen hier voll auf ihre Kosten.

Abschalten & Kopf frei bekommen

Das Beste: Mikroabenteuer fühlen sich fast wie Urlaub an. Denn für ein Mikroabenteuer muss man nicht extra einen oder mehrere Tage freinehmen. Auch nach Feierabend lässt sich noch etwas erleben. Das Wichtigste dabei: Etwas ganz Neues machen. Dafür muss man aber nicht weit in die Ferne oder sich gleich kopfüber am Bungeeseil von der nächsten Brücke schwingen – es reichen schon ganz banale Aktivitäten, um aus dem Hamsterrad namens Alltag auszubrechen.

Und wenn man raus aus dem gewohnten Umfeld kommt und die Komfortzone verlässt, wird der Kopf automatisch frei, Stress und Sorgen sind wie vergessen. Diese kleinen Glücksmomente geben wieder Kraft für den Alltag – und vielleicht findet man im neuen Umfeld auch die Inspiration, anders zu denken und so Lösungen für Probleme zu finden oder wieder kreativer zu sein.

Mikroabenteuer mit Kindern

©Colourbox/Bo Valentino

Außerdem sind Mikroabenteuer eine tolle Beschäftigung mit Kindern – abseits von Smartphone und Fernseher. Nebenbei veranschaulichen die Erlebnisse besonders anschaulich Wissen über die heimische Flora und Fauna.

Kinder haben zudem noch einen ganz anderen Blick auf die Welt. Sich einfach treiben lassen, ist daher immer eine gute Idee – einen gewissen Rahmen kann man ja dennoch stecken. Der Rest kommt dann von ganz allein.

Die Natur entdecken

Auf Safari im Spreewald

Ideen für Mikroabenteuer

Hier haben wir eine Liste toller Mikroabenteuer für jeden Geschmack zusammengestellt:

  • den höchsten Punkt in der Nähe besteigen
  • bis zur Endstation der U-Bahn/Straßenbahn/des Busses fahren und die Gegend erkunden
  • Für geübte Schwimmer: in einem See oder Fluss schwimmen (Vorsicht vor Strömungen!)
  • unter dem Sternenhimmel in der Natur übernachten
  • spontan mit dem Fahrrad losfahren
  • zum Sonnenaufgang auf die nächste Anhöhe
  • Stand Up Paddling auf dem nächsten See oder Fluss
  • Nachtwanderung
©Colourbox/Edgar Bullon
  • Paddeln mit dem Kajak
  • Ab in den Wald, Schuhe aus und barfußlaufen: Waldbaden. Ein ganz anderes und intensives Naturerlebnis. Auch möglich: Zum nächsten Barfußpfad in der Nähe.
  • den nächstgelegenen Berg besteigen
  • Höhlen erkunden (mehr und näher als man denkt)
  • Beeren oder Pilze im Wald sammeln (Achtung bei Pilzen! Lieber einen erfahrenen Sammler mitnehmen)
  • Auf dem Balkon / im eigenen Garten übernachten
  • Aus der Haustür gehen und eine Stunde lang immer geradeaus laufen. Wenn das nicht mehr geht, zweimal rechts halten, einmal links. So entdeckt man vielleicht auch bisher unbekannte Ecken des eigenen Wohnorts! Das gleiche geht übrigens auch mit dem Fahrrad – so kommt man in einer Stunde noch weiter.
  • Gegenseitig Fährten legen im Wald: Team 1 geht voraus und hinterlässt kleine Spuren bis zu einem geeigneten Versteck. Ob Team 2 dieses finden kann?
©Colourbox/Gry Thunes
  • Stockbrot und Marshmallows über dem Feuer grillen (bitte nur an gekennzeichneten Stellen und Achtung im Sommer: Waldbrandgefahr!)
  • Geocaching: eine Art moderne Schnitzeljagd. In den entsprechenden Apps kann jeder Rätsel hochladen, sodass die nächste Schatzsuche nur einen Katzensprung entfernt ist.
  • den höchsten Berg des Bundeslands / der Region besteigen und die Aussicht genießen
  • Waldschätze sammeln
  • Einen Lieblingsplatz in der Natur jeden Monat besuchen: Wie verändert er sich im Lauf des Jahres?
  • Tierspuren suchen und deuten
  • Dem Vogelgesang lauschen und versuchen, ihn der richtigen Art zuzuordnen
  • Im nächstgelegenen Park nach Tieren Ausschau halten

Rücksichtsvoller Umgang mit der Natur

©Colourbox/Mykola Velychko

Wichtig: Wer sich in der Natur bewegt, sollte immer rücksichtsvoll mit Pflanzen und Tieren umgehen. Das bedeutet: Müll wieder mitnehmen, auf befestigten Wegen bleiben, Hunde im Wald anleinen und nur dort zelten und Feuer machen, wo das auch erlaubt ist.

Außerdem ganz wichtig: Kein Spül-/Zahnputz- oder Duschwasser einfach auf den Boden kippen – auch biologisch abbaubare Seifen und Spülmittel stören das empfindliche Ökosystem. Die Bezeichnung „biologisch abbaubar“ beschreibt lediglich, dass die Produkte rückstandslos in der Kläranlage abgebaut werden können.

Ausrüstung: Das ist hilfreich

Je nach Abenteuer ist teilweise unterschiedliches Equipment nötig. Als Maßgabe gilt dabei immer: So wenig und so leicht wie möglich packen. Wer will schon einen 20 Kilo Rucksack mit sich herumschleppen? Fast immer zu gebrauchen sind die folgenden Utensilien:

  • Taschenlampe
  • gutes Schuhwerk
  • Regenjacke
  • genügend zu trinken
  • kleine Snacks / Essen für ein Picknick
  • Taschenmesser
  • Picknickdecke (Thermo)
  • Schmerztabletten
  • Pflaster
  • Verband & Schmerzgel
  • Taschentücher

Buchtipps rund um Mikroabenteuer

©Colourbox/Dmitry Naumov

Alastair Humphreys definierte in seinem Buch „Microadventures“ wohl als erster den Begriff der Mikroabenteuer. Nach Deutschland brachte den Trend dann Christo Foerster 2018 mit seinem Buch „Mikroabenteuer: Raus und machen!“, wovon es mittlerweile drei Bände gibt. Den beiden taten es weitere gleich, weshalb nun eine ganze Sammlung an Büchern rund um Mikroabenteuer existiert. Die folgenden sind gute Inspirationsquellen:

  • Christo Foerster, “Mikroabenteuer – Das Praxisbuch”
    (Raus und machen, Band 1)
  • Karl de Vries, “Mikroabenteuer Deutschland: Deutschlands 120 coolste Mikroabenteuer in einem Buch! Eine Reise durch Deutschland von Nord bis Süd mit vielen Abenteuern für die ganze Familie zu entdecken!”
  • Frank Pratscher, “be wild: Mikroabenteuer – 50 kleine Fluchten aus dem Alltag. Der Leitfaden”
  • Jana Heck, “Ausgebüxt!: Mikroabenteuer mit Kindern. Natur spielend entdecken – Familienzeit intensiv leben – Urlaub anders denken”
  • Groh Redaktion, “Mikroabenteuer für Einsteiger”

Mehr Outdoor-Ideen

(*) Wir erhalten für einen Kauf über diesen Link eine kleine Provision, mit der wir die kostenlos nutzbare Webseite www.rtv.de teilweise finanzieren können. Für den User entstehen dabei keinerlei Kosten.

| Sabine Storch | 24. Juni 2021